Am 24. Juni 2026 erhalten zwei Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) renommierte ERC Advanced Grants. Edward Lemke, Professor für Synthetische Biophysik, erhält dafür eine Förderung von ca. 3 Millionen Euro, während Andreas Walther, Professor für Makromolekulare Materialien und Systeme, ca. 2,6 Millionen Euro zugesprochen werden.

Die ERC Advanced Grants stellen eine hochdotierte Fördermaßnahme des Europäischen Forschungsrats (ERC) dar. Sie sind für etablierte Forscher gedacht, die herausragende wissenschaftliche Leistungen nachweisen können. Diese Auszeichnungen belegen nicht nur die individuelle Forschungsstärke, sondern auch die internationale Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Rheinland-Pfalz.

Die Projekte im Detail

Edward Lemke wird mit seinem Projekt **Molecular Shape Microscopy (MShapeM)** die Dynamiken der Protein-Konformationen in lebenden Zellen erforschen. Das Ziel ist, diese Prozesse in Echtzeit mit Nanometerauflösung darzustellen. Um dies zu erreichen, integriert er Fortschritte aus den Bereichen Protein- und RNA-Bioengineering, Farbstoffchemie sowie Super-Resolution-Mikroskopie. Seine Benchmark-Anwendung wird sich auf die Untersuchung hochdynamischer großer Proteine konzentrieren und die Erstellung so genannter „molekularer Actionfilme“ ermöglichen, die wichtige Einblicke in biologische Prozesse geben können.

Andreas Walther hingegen wird das Projekt **Protoecologies between Artificial Cells and Mammalian Cells (ProtoEco)** leiten. Hierbei liegt der Fokus auf der Entwicklung künstlicher Zellen, die mit natürlichen Zellen interagieren können, um biohybride Gemeinschaften zu schaffen. Diese Gemeinschaften sollen materielle, energetische und signaltechnische Wechselwirkungen ermöglichen. Eine der Hauptanwendungen des Projekts ist die Schaffung neuer Ansätze für die Tumormikroumgebung sowie die Entwicklung intelligenter Biomaterialien und adaptiver Immuntherapien.

Würdigung und Ausblicke

Die Vergabe dieser Grants wurde von Professor Dr. Stefan Müller-Stach, dem Vizepräsidenten der JGU, und Minister Clemens Hoch gefeiert. Sie gratulierten den Forschern und erkannten die Bedeutung ihrer Arbeit für die Wissenschaft an. Für Edward Lemke ist dies nicht die erste Auszeichnung dieser Art; bereits 2019 erhielt er einen ERC Advanced Grant, während er 2015 zudem einen ERC Consolidator Grant in Empfang nahm. Andreas Walther wurde 2020 mit einem ERC Consolidator Grant und 2015 mit einem ERC Starting Grant ausgezeichnet.

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Die hervorragenden Leistungen von Lemke und Walther repräsentieren nicht nur persönliche Erfolge, sondern auch einen bedeutenden Fortschritt für die JGU als Zentrum für Spitzenforschung. Die ERC Advanced Grants belegen eindrucksvoll die Innovationskraft und den wissenschaftlichen Einfluss der Universität auf internationaler Ebene.