Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat bekannt gegeben, dass die Forschungsgruppe „Menschenrechtsdiskurse in der Migrationsgesellschaft“ (MeDiMi) für eine zweite Förderphase von 2027 bis 2031 unterstützt wird. Diese Entscheidung basiert auf der Notwendigkeit, die Rolle der Menschenrechte im Kontext von Migration und sozialer Integration eingehender zu analysieren. Die interdisziplinäre Forschungsgruppe umfasst Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Universitäten Gießen, Marburg und der Freien Universität Amsterdam, wobei die Justus-Liebig-Universität Gießen den Großteil der finanziellen Mittel erhält – rund 3,6 Millionen Euro von insgesamt bis zu 4,4 Millionen Euro, die für die gesamte Forschungsgruppe bereitgestellt werden, wie uni-marburg.de berichtet.

In der ersten Förderphase von 2022 bis 2026 hat die Forschungsgruppe das Phänomen der „Vermenschenrechtlichung“ aus einer Vielzahl akademischer Perspektiven, darunter Rechts-, Sozial- und Kulturwissenschaften, untersucht. Diese erneute Förderung wird insbesondere durch neue gesellschaftliche Herausforderungen motiviert, wie die gestiegene Infragestellung der Menschenrechte für Migrantinnen und Migranten im aktuellen politischen Klima.

Forschungsschwerpunkte und Teilprojekte

Ein zentrales Element des Projekts ist das Teilprojekt, das sich mit den Menschenrechtsdiskursen im deutschen Migrationsrecht befasst. Unter der Leitung von Prof. Dr. Frederik von Harbou fokussiert es sich auf die Themen Gesundheit, Nachhaltigkeit, sowie soziale Rechte und Einbürgerung von Migrant:innen in Deutschland. Ziel ist es, ein neues Verständnis für die Rolle der Menschenrechte in der zeitgenössischen Gesellschaft zu entwickeln, während empirische Daten aus Gesetzgebungs- und Gerichtsverfahren erfasst und ausgewertet werden, wie eah-jena.de ergänzt.

Die Forschungsgruppe MeDiMi ist in zehn Teilprojekte unterteilt, die an verschiedenen Standorten in Deutschland und den Niederlanden durchgeführt werden. Hierzu gehören nicht nur die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Philipps-Universität Marburg, sondern auch die Vrije Universiteit Amsterdam und die Goethe-Universität Frankfurt am Main. Es werden entscheidende gesellschaftliche Bereiche beleuchtet, in denen die „Vermenschenrechtlichung“ sowohl juristisch als auch politisch und soziokulturell stattfindet.

Der gesellschaftliche Kontext

Die stellvertretende Sprecherin der Forschungsgruppe, Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel, hebt die Bedeutung der interdisziplinären Annäherung an das Thema der Zugehörigkeit in Migrationsgesellschaften hervor. Die Gruppe möchte nicht nur theoretische Aspekte der Menschenrechte diskutieren, sondern auch deren Relevanz im alltagsweltlichen Kontext analysieren. In diesem Zusammenhang nimmt die wachsende Bedeutung der Menschenrechte in den rechtlichen Diskursen, wie dem des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, einen zentralen Platz ein, wie auch medimi.de anmerkt.

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JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz unterstreicht die Wichtigkeit dieser Forschungsaktivitäten, insbesondere in der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion um Migrationsfragen. Durch die Fächerübergreifende Herangehensweise unterstützt die DFG nicht nur die wissenschaftliche Forschung, sondern auch das gesellschaftliche Verständnis und die rechtliche Behandlung von Migration und Menschenrechten.