Prof. Dr. Frank Bremmer, Leiter der Arbeitsgruppe Angewandte Physik und Neurophysik an der Philipps-Universität Marburg, hat eine bedeutende Ernennung erhalten. Er wurde zum Adjunct Professor (Research) an der Monash University in Melbourne, Australien, ernannt. Diese Ernennung markiert einen wichtigen Schritt in der über zehnjährigen wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit der Monash University, besonders in den Bereichen visuelle Verhaltens- und Neurowissenschaften. Die Zusammenarbeit wird durch zwei bedeutende Forschungsprojekte der Europäischen Union unterstützt: das PLATYPUS-Projekt (2017–2023) sowie das laufende Projekt PLACES (2023–2027), welches sich auf die sensorische Informationsverarbeitung im Gehirn konzentriert.
Die Kooperation zwischen den Instituten verstärkt die internationalen Beziehungen und fördert gemeinsame Forschungsinitiativen sowie den Austausch von Studierenden. Laut uni-marburg.de ist das Ziel des PLACES- Forschungskonsortiums, das Verständnis darüber zu vertiefen, wie das Gehirn sensorische Informationen unter (quasi) natürlichen Bedingungen verarbeitet.
Forschungsprojekte und Kooperationen
Das PLATYPUS-Projekt hat den Fokus auf kooperative Forschung durch den Austausch von Personal zwischen den Partnerlabors gelegt. Dies begann im Juli 2017 mit gegenseitigen Besuchen zur Einrichtung der Forschungsstruktur. Unter den beteiligten Wissenschaftlern war Krischan Koerfer, der 2022 nach der Rückkehr zur Western Sydney University an der Wahrnehmung nicht-starrer Bewegungen und oculomotorischer Kontrolle arbeitete. Das Projekt war jedoch von Herausforderungen betroffen, darunter die Unterbrechungen während der COVID-19-Pandemie, die 2021 zu einem Stopp der Secondment-Aktivitäten führten.
Im Rahmen der Kooperation haben zahlreiche Forscher wichtige Experimente an verschiedenen Universitäten durchgeführt. Zum Beispiel besuchte Markus Lappe im Jahr 2019 die Monash University, um ein Modell zur Anpassung der Augenposition zu entwickeln, welches dann mit experimentellen Daten der Universität Münster verglichen wurde. Der Austausch fand auch im Rahmen von Forschungsreisen statt, bei denen mehrere Mitglieder des Teams an verschiedenen Partneruniversitäten tätig waren, um spezifische Forschungsfragen zu adressieren, darunter Größenwahrnehmung und Wahrnehmung von Blickbewegungen.platypus-rise.eu bietet einen umfassenden Überblick über solche Projekte und den Austausch unter den Forschern.
Stärkung der internationalen Forschung
Die Adjunct Professorship wird voraussichtlich die Forschungsbeziehungen zwischen der Philipps-Universität Marburg und der Monash University weiter intensivieren. Dies könnte nicht nur die Fördermittel für zukünftige Forschungen erhöhen, sondern auch den Austausch zwischen Studierenden in diesen zwei renommierten Institutionen ankurbeln. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit aus den Bereichen Neurowissenschaften, Physik und Verhaltensforschung wird als Schlüssel angesehen, um innovative Ansätze in der Forschung zu entwickeln und das Verständnis für komplexe neuronale Prozesse zu erweitern.
Insgesamt unterstreicht die Ernennung von Prof. Dr. Frank Bremmer nicht nur seine individuellen Leistungen, sondern auch die Bedeutung internationaler Kooperationen in der Wissenschaft. Die Arbeiten aus Marburg setzen einen wesentlichen Beitrag dazu, wie Forscher weltweit die Mechanismen hinter menschlicher Wahrnehmung und Verhalten besser verstehen können.