Franken-PubQuiz: Zwischen Kilian, Karlsgraben und königlicher Geschichte
Am 13. Oktober 2026 wird es im Foyer der Zentralbibliothek am Hubland wieder knifflig: Die Universitätsbibliothek Würzburg veranstaltet ab 19 Uhr die zweite Ausgabe ihres Franken-PubQuiz. Das Motto lautet „Des wess doch kenner!?“ – und dürfte spätestens bei der dritten unerwarteten Frage ziemlich ernst genommen werden.
In Raum 4 treten Teams mit zwei bis fünf Personen gegeneinander an. Gefragt wird in fünf Kategorien rund um Franken: Geschichte und Geografie, Brauchtum, Kultur, aktuelles Geschehen in Franken und weitere regionale Themen. Nach jeder Kategorie werden die Antworten aufgelöst und die Punkte verteilt. In den Pausen können sich die Teilnehmenden Getränke holen – wichtig, wenn das Gedächtnis bei der Frage nach irgendeinem fränkischen Detail plötzlich auf Durchzug schaltet.
Quizzen, zuhören, nachfragen
Moderiert wird der Abend von Mitarbeiterinnen der Fränkischen Landeskunde. Zwischen den Quizrunden gibt es Hintergrundinformationen und Geschichten über Franken. Außerdem werden ausgewählte Lösungen erläutert und Bezüge zu Objekten der Franconica-Sammlung der Universitätsbibliothek Würzburg vorgestellt.
Das Angebot richtet sich an neu Zugezogene ebenso wie an Menschen, die schon lange in Franken leben. Für Teams mit bis zu fünf Personen sind laut Veranstaltungsinformationen noch zwei Plätze frei. Falls diese vergeben sind, ist eine Anmeldung für die Warteliste möglich. Die Teamanmeldung läuft über die Veranstaltungsplattform Eveeno. Zur Veranstaltung gehören außerdem Hinweise zur Barrierefreiheit und zum Zugang zur Zentralbibliothek am Hubland.
Eine Region mit ziemlich viel Geschichte
Wer beim Quiz in Geschichte landet, könnte weit zurückmüssen. Bis zum frühen 6. Jahrhundert lag die Region Ostfranken zwischen thüringischem und alamannischem Einfluss. Eine zeitweise Ausdehnung Thüringens in Teile Oberfrankens gilt als möglich, ist für die Maingebiete aber nicht sicher belegt. Vor der fränkischen Eroberung bestanden in Oberfranken vermutlich eher Beziehungen zu böhmischen Kulturgruppen; eine elbgermanische Bevölkerungsgruppe prägte die Region.
Die Franken besiegten die Alamannen um 507 und die Thüringer zwischen 529 und 534. Damit wurde auch das heutige Franken in ihr Herrschaftsgebiet eingegliedert, zunächst allerdings nur lose. Seit dem 6. Jahrhundert siedelten Franken, vor allem vom Untermain aus, in der Region. Im 7. Jahrhundert erreichten fränkische Siedler den Obermainbogen und die Regnitz. Spätestens ab der Mitte des 7. Jahrhunderts kamen von Osten her auch Slawen in die nordöstlichen Gebiete.
König Dagobert I. setzte Hruodi in Würzburg als Herzog der Mainlande ein. Gelegentlich wird Hruodi mit dem Thüringer Herzog Radulf gleichgesetzt, wahrscheinlicher gilt diese Deutung jedoch nicht. Plausibler ist, dass schon damals ein eigenes fränkisches Herzogtum als Gegengewicht zum mächtigen Thüringer Herzogtum entstand.
Aus dieser Zeit stammen Reihengräberfelder unter anderem in Westheim, Dittenheim, Gnotzheim, Hellmitzheim, Hettstadt, Kleinlangheim, Klepsau, Neubrunn, Niedernberg, Sulzheim, Weißenburg und Zeuzleben. Einzelgräber oder Grabbeigaben wurden auch in Bad Staffelstein, Hirschaid und Eggolsheim entdeckt. Die Mehrheit der Bevölkerung blieb bis weit ins Frühmittelalter heidnisch, während die königliche Führungsschicht vermutlich bereits christlich war. Bodenfunde aus Niedernberg, Pflaumheim und Großwallstadt belegen christliches Leben in Unterfranken schon im frühen 7. Jahrhundert.
Um 685 sollen der irische Bischof Kilian und seine Begleiter Kolonat und Totnan in die Würzburger Gegend gekommen sein und die Bevölkerung missioniert haben. Der Überlieferung zufolge wurden sie wegen ihrer Missionstätigkeit getötet. Kilian wurde später als „Apostel der Franken“ verehrt und heiliggesprochen. Ganz glatt ist die Quellenlage allerdings nicht: Die frühesten Erwähnungen stammen erst aus späterer Zeit, zeitgenössische irische Quellen fehlen.
Unter Bonifatius wurde 741 oder Anfang 742 das Bistum Würzburg gegründet. Um 742 oder etwas später gründete Willibald das Bistum Eichstätt, das südöstliche fränkische sowie bayerische und alamannische Gebiete umfasste. Einen eigenständigen Namen hatte die Region bis etwa zum 8. Jahrhundert nicht. Ab dem 9. Jahrhundert wurde das Maingebiet als Ostfranken, lateinisch „Francia Orientalis“, bezeichnet. So hieß zugleich auch das gesamte ostfränkische Teilreich.
Herzöge, Könige und ein umstrittener Kanal
Unter Karl dem Großen wurde nahe dem heutigen Graben bei Treuchtlingen eine schiffbare Verbindung zwischen Altmühl und Schwäbischer Rezat geplant. Sie sollte Rhein und Donau verbinden. Ob die als Fossa Carolina oder Karlsgraben bezeichnete Anlage tatsächlich fertiggestellt wurde, ist bis heute umstritten.
Ab der Mitte des 9. Jahrhunderts entstand das Stammesherzogtum Franken, eines von fünf Stammesherzogtümern des Ostfränkischen Reiches. Das heutige Franken bildete davon nur den östlichen Teil. Zum damaligen Franken gehörten außerdem Westfranken mit Hessen, Rheinhessen, der Pfalz und Nordbaden sowie Teile Thüringens südlich des Rennsteigs.
Im 9. Jahrhundert besaßen die älteren Babenberger, auch Popponen genannt, großen Einfluss im Maingebiet. Nach dem Bruch mit den karolingischen Königen entzog Ludwig das Kind den Babenbergern Güter und vergab sie an die Konradiner. In der anschließenden Babenberger Fehde kämpften beide Familien gegeneinander; die meisten Babenberger Besitzungen, darunter Bamberg, wurden eingezogen.
Nach dem Tod Ludwigs des Kindes im Jahr 911 wurde der fränkische Herzog Konrad I. in Forchheim zum König des Ostfrankenreiches gewählt. Die regionale Herrschaft über Franken übertrug Konrad seinem Bruder Eberhard. Der fiel 939 in der Schlacht bei Andernach gegen König Heinrichs Sohn Otto den Großen. Danach wurde kein neuer Herzog eingesetzt, das Herzogtum Franken unmittelbar dem König unterstellt.
Franken wurde damit Stammland und Machtbasis der ostfränkischen beziehungsweise deutschen Könige. Eine ähnlich starke Regionalgewalt wie Sachsen, Bayern oder Schwaben entwickelte sich hier nicht. Otto I. stattete die Schweinfurter Grafen, vermutlich Nachfahren der Babenberger, mit wichtigen Ämtern und Grafschaften aus. Unter Otto I. und seinen unmittelbaren Nachfolgern blieb Franken überwiegend königstreu. Otto der Große hielt sich häufig in der Region auf, unter anderem 957 in der Pfalz Zenna, dem heutigen Langenzenn, zu einem Treffen mit seinem aufständischen Sohn Liudolf.
973 übertrug Otto II. Bamberg an den bayerischen Herzog Heinrich den Zänker. Der begann dennoch einen Aufstand und unterlag. Unter Otto III. erhielt Heinrichs Sohn Heinrich II. das bayerische Herzogtum zurück und wurde 1002 zum König gewählt. Zuvor hatte er sich die Unterstützung der Schweinfurter Grafen zugesichert, erfüllte nach seiner Wahl jedoch ein Versprechen an Heinrich von Schweinfurt nicht. Der schloss sich den Gegnern des Königs an, verlor die Schweinfurter Fehde aber. Die Burgen Hersbruck, Creußen, Kronach, Burgkunstadt und Banz durfte er behalten; seine Grafenämter und königlichen Lehen waren weg.
Heinrich II. gründete 1007 das Bistum Bamberg und stattete es mit umfangreichen Gütern aus. Bamberg wurde zur bevorzugten Königspfalz und zu einem wichtigen Reichszentrum. Im Bamberger Dom liegen die sterblichen Überreste Heinrichs II. und Papst Clemens’ II.; dort befindet sich das einzige Papstgrab nördlich der Alpen. Weil Teile des Bistums Würzburg an Bamberg übertragen wurden, erhielt Würzburg unter anderem die Meininger Mark mit dem Königsgut Meiningen als Lehen.
Staufer, Städte und Kleinstaaterei
Um 1050 baute Heinrich III. Nürnberg als neues königliches Machtzentrum aus, um den Einfluss Bambergs zu begrenzen. Ehemals bambergische Gebiete wie Langenzenn und Gebiete südlich von Forchheim wurden Nürnberg zugeordnet, bambergische Wälder zu Reichswäldern. Das Marktrecht von Fürth wurde von Bamberg nach Nürnberg verlegt. Unter Heinrich IV. fielen Forchheim und Fürth wieder an Bamberg zurück.
Während der Aufstände Bayerns, Schwabens und Sachsens gegen Heinrich IV. wurde Franken zu einer wichtigen königlichen
