Am 23. April 2026 wurde in Flensburg die Ausstellung „Standing for Freedom / Poser pour la liberté“ eröffnet, die sich mit der Thematik der Wissenschaftsfreiheit und des Wissenschaftsexils in Europa auseinandersetzt. Die Ausstellung präsentiert 15 eindrucksvolle Portraitaufnahmen von Wissenschaftler*innen, die im Exil leben und arbeiten. Diese Portraits wurden zwischen Dezember 2018 und September 2020 in einem spannenden kreativen Prozess von Pascale Laborier von der Universität Paris-Nanterre in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Pierre-Jérôme Adjedj und den abgebildeten Forschenden erstellt, was einen besonderen interdisziplinären Austausch widerspiegelt. Die Portraits zeigen nicht nur die Gesichter der Wissenschaftler*innen, sondern überlagern ihre Bilder mit Transparenzen von Szenen aus den Herkunftsländern sowie aus Frankreich. Diese Technik hebt die komplexen Lebensrealitäten der Exilforschenden hervor.
Die Ausstellung ist an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und Kunst angesiedelt und thematisiert die geschichtlichen und gegenwärtigen Herausforderungen, die mit Wissenschaft im Exil verbunden sind. Neben der Darstellung von Forschung in Lebensgefahr und aktiver Solidarität wird auch die Community der Forschenden in den Mittelpunkt gerückt. Die Portraits wurden im Rahmen des PAUSE-Programms erschaffen, das gefährdeten Wissenschaftler*innen Unterstützung bietet, und betonen die Bedeutung von solidarischen Netzwerken in Zeiten von Verfolgung und Bedrohung.
Hintergrund und Unterstützung
Die Einladung zur Ausstellung kam vom EUF-Zentrum CaNoFF (Campus Nord für Frankreich und Frankofonie) und wurde finanziell durch das Institut français d’Allemagne in Berlin unterstützt. Die Ausstellung ist bis zum 8. Mai 2026 im Foyer des HELSINKI-Gebäudes zu sehen. In einem Jahr, in dem die Wissenschaftsfreiheit und Forschungssicherheit in Deutschland in den Fokus rücken, bietet diese Ausstellung einen wichtigen Diskussionsrahmen. Laut kmk.org sind Forschungssicherheit und Freiheit der Wissenschaft grundlegende Prinzipien für die Integrität und den Fortschritt der wissenschaftlichen Forschung. Diese Konzepte sind entscheidend für eine offene und innovative Wissenschaftslandschaft, die zum gesellschaftlichen Fortschritt beiträgt.
Im Dezember 2025 einigten sich das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, die Wissenschaftsministerien der Länder und verschiedene Allianzorganisationen auf Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit in Deutschland. Diese Initiative wurde von der Wissenschaftsministerkonferenz gefordert, um Hochschulen und Forschungseinrichtungen besser gegen Spionage, Sabotage und ungewollten Wissenstransfer zu schützen, ohne die Hochschulautonomie und Wissenschaftsfreiheit zu gefährden.
Die im Jahr 2025 festgelegten Ziele beinhalten die Schaffung einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit, die Transparenz und gemeinsame Standards etablieren soll. Diese Entwicklungen sind als Antwort auf die Notwendigkeit zu verstehen, die Widerstandsfähigkeit deutscher Wissenschaftsorganisationen in einem zunehmend globalisierten Umfeld zu stärken.
Die Ausstellung „Standing for Freedom“ erweist sich somit nicht nur als künstlerische, sondern auch als wichtige wissenschaftspolitische Plattform, die die Bedürfnisse und Herausforderungen von Wissenschaftler*innen im Exil sichtbar macht und gleichzeitig die fundamentalistischen Prinzipien von Wissenschaftsfreiheit und Forschungssicherheit unterstreicht.