Am 17. Juni 2026 wird die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt einen öffentlichen Vortrag in ihrer Veranstaltungsreihe „Perthes im Gespräch“ abhalten. Unter dem Titel „’Hermann Wagner ist mein einziger Freund‘ – Männerfreundschaft, Loyalität und die Arbeit im Perthes Verlag um 1900“ wird die Historikerin Charlotte Prauß um 17 Uhr im Ahnensaal des Perthes-Forums über die tiefen persönlichen Bindungen und deren Einfluss auf die Verlagsarbeit referieren. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Im Zentrum des Vortrags steht die Freundschaft zwischen Hermann Wagner und Bernhard II. Perthes. Wagner, der von Mitte der 1870er-Jahre bis 1880 als freier Mitarbeiter im Perthes Verlag tätig war, wurde 1880 Professor für Geografie am Göttinger Lehrstuhl. Nach dem Tod von August Petermann im Jahr 1878 entwickelte sich Wagner zu einem engen Vertrauten von Bernhard Perthes, der den Verlag 1881 übernahm. Diese persönlichen Beziehungen prägten nicht nur die Dynamik innerhalb des Verlags, sondern beeinflussten auch die Produktion geografischen Wissens jener Zeit.

Männerfreundschaften und ihre Einflussnahme

Die Referentin Charlotte Prauß, Promotionsstudentin an der Justus-Liebig-Universität Gießen, untersucht in ihrem Vortrag, wie männliche Freundschaften und Loyalitäten die organisatorischen Strukturen des Verlags beeinflussten und welche Abhängigkeiten sich daraus entwickelten. Ein besonders bedeutender Aspekt ist die Tatsache, dass Joachim Perthes, der Sohn von Bernhard, 1913 bei Wagner promovierte, was die lange Tradition der persönlichen und beruflichen Verbindungen innerhalb dieser Verlagswelt verdeutlicht.

Am Ende der Veranstaltung wird der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. zu einem kleinen Empfang einladen, der den Teilnehmern die Möglichkeit bietet, sich auszutauschen und weitere Einblicke in das Thema zu gewinnen.

Die Veranstaltung könnte zudem für ein breiteres Publikum von Interesse sein, da sie erstmals auch digital besucht werden kann. Damit wird der Zugang zu diesem historischen und bildenden Thema erleichtert, was besonders in Zeiten wachsender digitaler Interaktionen von Bedeutung ist.

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Historische Einblicke in den Perthes Verlag

Der Perthes Verlag, gegründet von August Petermann, wurde bereits im 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der geografischen Publikation. Unter den Veröffentlichungen finden sich bedeutende Werke, wie das „Geographische Jahrbuch“ sowie verschiedene genealogische und literarische Ausgaben, die alle unter dem Markennamen Gotha, Justus Perthes bekannt sind. Die Editionen aus dem Jahr 1898 zeigen nicht nur den literarischen Reichtum, sondern illustrieren auch die hohe Fertigungsstandards des Verlags in einer Zeit, in der der Druck und die Erschaffung geografischen Wissens eine fundamentale Rolle in der Wissensvermittlung spielten.

Wichtige Titel des Verlags umfassen:

  • Gothaischer Genealogischer Hofkalender
  • Gothisches Jahrbuch
  • Werke von Johanna Spyri und Ditlev Monrad

Die Vielfalt dieser Publikationen spiegelt die breite Palette an Themen wider, die der Verlag abdeckte, und die Qualität der Druckerzeugnisse lässt auf den hohen Standard schließen, den die Verleger zu jener Zeit anstrebten.

Zusammengefasst bietet der bevorstehende Vortrag eine spannende Gelegenheit, die Verflechtungen von Freundschaft, Loyalität und professioneller Integration im historischen Kontext des Perthes Verlags zu erforschen, was durch die detaillierte Auseinandersetzung der Referentin verdeutlicht wird.