Die begonnene Erkundungsphase in der Tromm-Region im Odenwald hat die geologischen Voraussetzungen für ein innovatives Untertage-Forschungslabor zur Geothermie bestätigt. Laut dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben die Bohrungen einen Übergang von Graniten zu Gneisen aufgezeigt, was vielversprechende Bedingungen für die Forschung zur tieferen Geothermie schafft. Dieses Felslabor ist Teil des Projekts GeoLaB, das darauf abzielt, die Nutzung von Erdwärme als CO2-arme Energiequelle in Deutschland voranzubringen.

Unter der Leitung von Dr. Bastian Rudolph vom KIT betrachtet das Projektteam die Eignung des Untergrunds als einen wichtigen Meilenstein. Der nachhaltige Zugriff auf tiefe, heiße, kristalline Gesteine wird als Schlüssel zur Erschließung eines bedeutenden Potenzials von Erdwärme angesehen, vor allem in Anbetracht, dass über die Hälfte des Energieverbrauchs in Deutschland auf die Wärmeerzeugung entfällt. Diese Technologie könnte in Zukunft eine entscheidende Rolle in der Energieversorgung spielen, wie auch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt.

Technische Herausforderungen und Forschungsschwerpunkte

Tiefengeothermie gilt als grundlastfähig, regenerativ und klimaneutral, jedoch sind technische Herausforderungen und wirtschaftliche Risiken bei der Nutzung besorgniserregend. Um diese Hürden zu überwinden, wird an Forschungsfragen gearbeitet, die sich auf die Lokalisierung von Wärmequellen im Untergrund und die Entwicklung von Monitoringkonzepten für sichere Tiefenbohrungen konzentrieren. Ergebnisse dieser Studien sollen als Werkzeuge dienen, um Planung und Durchführung von Tiefengeothermieprojekten zu verbessern.

Die erste Erkundungsphase umfasste zwei Bohrungen kombiniert mit seismischen Kampagnen und der Erstellung eines digitalen Zwillings des Untergrunds. Die geologischen Einsichten zeigen drei unterscheidbare Zonen: Granit, eine Übergangszone und metamorphes Gestein (Gneis). Dies lässt auf günstige Bedingungen für die Geothermieforschung schließen, die noch weiter untersucht werden müssen.

Zukünftige Schritte und nachhaltige Initiativen

Geplant ist, dass nach dem Abschluss der Erkundungsphase der Prozess zur Planung und Genehmigung des Felslabors beginnt. Entsprechend werden weitere Erkundungsbohrungen und geophysikalische Untersuchungen durchgeführt. Ein zentrales Anliegen dabei ist der Schutz von Trink- und Grundwasser, welcher durch fortlaufendes Monitoring sichergestellt wird.

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GeoLaB stellt nicht nur eine strategische Investition der Helmholtz-Gemeinschaft dar, sondern bietet auch Qualifikationsmöglichkeiten für Nachwuchsforschende im Bereich der Geothermie. Ziel ist es, auf diese Weise die Erschließung tiefer Geothermie in Deutschland voranzubringen und das Potenzial von bis zu 25% des deutschen Wärmebedarfs zu nutzen.

Während derzeit weniger als 1% der regenerativ erzeugten Wärme in Deutschland aus Tiefengeothermie stammt, besteht die Hoffnung, dass durch innovative Forschungsprojekte wie GeoLaB diese Zahl in den kommenden Jahren deutlich steigen kann. Die Nutzung von Geothermie könnte Deutschland nicht nur unabhängiger von Energieimporten machen, sondern auch zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen.