In einem wegweisenden Schritt für die Kirchenmusikszene arbeiten Kirchenmusiker der Universität Greifswald an einem innovativen digitalen Verzeichnis für Orgelmusik, das den Namen DOMuCat (Digital Organ Music Catalog) trägt. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und hat zum Ziel, Organist*innen eine gezielte Und einfache Suche nach geeigneten Musikstücken für Gottesdienste und Konzerte zu ermöglichen.

In der Welt der Orgelmusik stellt die Auswahl passender Werke oft eine besondere Herausforderung dar. Viele Kompositionen sind speziell für bestimmte Orgeltypen geschrieben, wobei sich die Auswahl häufig nach kirchlichen Festen oder Liedern richtet. Das DOMuCat soll diesem Bedarf Rechnung tragen, indem es ein umfassendes Verzeichnis von Komponisten, Werken und technischen Anforderungen erfasst. Die Datenbank bündelt Informationen aus bestehenden Verzeichnissen und erweitert sie um wichtige Metadaten.

Funktionen und Möglichkeiten des Verzeichnisses

Nutzer*innen des DOMuCat können gezielt nach Werken suchen, die sowohl dem Anlass als auch der verfügbaren Orgel entsprechen. Damit bietet das Projekt nicht nur Hilfestellung bei der Auswahl der Musik, sondern eröffnet auch neue Perspektiven für die Forschung im Bereich der Orgelmusik. Es ermöglicht die Untersuchung von Entwicklungen und Zusammenhängen, die bisher schwer zugänglich waren.

Das Projekt wird unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Schneider und Dr. Friedrich Kühn betreut. Technisch unterstützt wird es vom Centre for Digital Music Documentation der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, geleitet von Dr. Kristina Richts-Matthaei mit Mitarbeit von Clara Seibold, M. A.

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Eine ökumenische Initiative

Die Entwicklung des Digitalen Orgelmusikverzeichnisses ist ein gemeinschaftliches Projekt, das Unterstützung von mehreren Hochschulen, Forschungseinrichtungen und kirchlichen Partnern erhält. Dazu gehören unter anderem die Forschungsprojekte „Hymnological Database“ der Universitäten Straßburg und Mainz, sowie die Gesellschaft der Orgelfreunde und die Evangelische Kirche in Deutschland. Die langfristige Orientierung des Projekts beinhaltet zudem eine Nutzerbeteiligung, die die Aufnahme von freier Orgelmusik und Bearbeitungen aus anderen Kulturkreisen umfasst.

Ein hohes Interesse an einer digitalen Plattform für liturgisch passende Orgelmusik zeigt sich durch die geplante Erfassung von Choralvorspielen zu evangelischen Wochenliedern und katholischen Hochfesten. Benutzer können künftig die Datenbank nach liturgischen Anlässen, Schwierigkeitsgraden, Komponistinnen sowie gesuchten Liedern filtern. Die Umsetzung erfolgt unter einer Open-Source-Lizenz, die die Wahrung der Urheberrechte sichert.

Die Erstvorstellung des DOMuCat findet am 6. Juni im Rahmen des Ostseeraum-Kolloquiums statt, einem Netzwerk musikwissenschaftlicher Einrichtungen an der deutschen Ostseeküste. Mit der Bereitstellung dieser umfassenden digitalen Ressource erhoffen sich die Initiatoren eine Erleichterung der Recherchearbeit für Kirchenmusiker*innen aller Ausbildungsstufen.

Für weitere Informationen steht Dr. Friedrich Kühn vom Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft an der Universität Greifswald zur Verfügung. Er ist unter der Telefonnummer +49 3834 420 3528 erreichbar.