An der Universität Leipzig sind am 28.10.2026 die digitalen Leitungen gekappt. Die Hochschule ist Ziel eines Hackerangriffs geworden und hat vorsorglich alle Server mit Internetverbindung offline genommen. Damit soll verhindert werden, dass weiterer Schaden entsteht.

Für Studierende und Mitarbeitende ist das im Alltag sofort spürbar: Die Internetseite der Universität ist betroffen, ebenso das E-Mail-System. Nachrichten können derzeit weder empfangen noch versendet werden. Wer auf eine wichtige Mail wartet oder noch schnell etwas an ein Seminar schicken wollte, schaut momentan ins Leere.

Was bisher über den Angriff bekannt ist

Ob Daten abgeflossen sind, ist nach Angaben der Universität bislang unklar. Ebenso steht nicht fest, ob die Angreifer überhaupt in die Systeme eindringen konnten. Die Hochschule führt deshalb umfangreiche Analysen durch. Vieles ist offen, und genau das macht die Lage so zäh.

Für Beschäftigte, Studierende und die Öffentlichkeit hat die Universität eine Ersatz-Webseite eingerichtet: www.uni-leipzig.de. Dort veröffentlicht sie laufend Informationen zum Hackerangriff und zu möglichen Auswirkungen auf den Hochschulbetrieb. Auch Kontaktmöglichkeiten sind dort zu finden, darunter eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse. Aktuelle Hinweise gibt es zusätzlich über den Instagram-Kanal der Universität.

Warum Hochschulen besonders gefordert sind

Einen hundertprozentigen Schutz vor Cyberangriffen gibt es nicht. Hochschulen und Universitäten stehen dabei wegen ihrer Größe, ihrer heterogenen Strukturen und der zahlreichen Nutzerzugänge vor besonderen Herausforderungen. Viele Menschen, viele Systeme, viele Türen – digital wie organisatorisch.

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Schutz beginnt nicht erst bei komplizierter Software. Serverräume müssen abschließbar und vor unbefugtem Zugriff geschützt sein. Zu den grundlegenden technischen Maßnahmen gehören regelmäßige Schwachstellenscans, eine Zwei- oder Mehr-Faktor-Authentifizierung und ein funktionierendes Patchmanagement.

Auch der Mensch bleibt ein entscheidender Faktor. Mitarbeitende und Studierende sollten zu Cybergefahren geschult werden; außerdem braucht es eine zentrale Anlaufstelle für Fragen und Probleme zur IT-Sicherheit. Reicht das Budget für einen externen IT-Dienstleister nicht aus, können Hochschulen eigenes Personal ausbilden und Sicherheitswissen intern aufbauen.

Was in einem Sicherheitskonzept stehen sollte

Nach außen sollte eine Hochschule ein einheitliches IT-Sicherheitskonzept umsetzen. Im eigenen Netzwerk braucht es eine konsequente Segmentierung, damit einzelne Bereiche voneinander getrennt und im Angriffsfall gezielter geschützt werden können.

Ein Rollenkonzept verteilt Zugriffsrechte sinnvoll und stellt sicher, dass nur vorgesehene Personen über Administratorrechte verfügen. Zentrale Verwaltungsfunktionen und andere betrieblich kritische Bereiche sollten besonders gesichert und von anderen Netzwerksegmenten isoliert werden.

Und falls es doch passiert – ein erprobter Notfallplan gehört in jedes Sicherheitskonzept. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, stellt dafür praktische Hilfen wie Checklisten mit wichtigen Handlungsschritten bereit. An der Universität Leipzig laufen derweil die Analysen weiter, während viele Postfächer stillstehen.