Am 21. Mai 2023 wurde der „CAMPUS PREIS: Forschen für nachhaltige Zukunft“ an der Universität Bremen vergeben. Mit dieser Auszeichnung werden herausragende Abschlussarbeiten gewürdigt, die sich mit wichtigen Themen der Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Der Preis, der nun seit zehn Jahren verliehen wird, fördert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit umweltrelevanten Fragestellungen.
In diesem Jahr wurden die Preisträger Shadi Attarha für seine Dissertation und Lana Draghinazzi für ihre Masterarbeit ausgezeichnet. Attarha beschäftigt sich in seiner Dissertation mit der Fehlererkennung in Sensoren der smarten Landwirtschaft. Sein Forschungsziel ist die Vermeidung von Messproblemen, um die Nachhaltigkeit zu fördern. Diese Arbeit ist besonders relevant im Kontext der vernetzten Sensoren im Internet der Dinge (IoT), da durch diese Technologien der Einsatz von Ressourcen wie Energie, Wasser und Dünger effizienter gestaltet werden kann. Attarhas innovative Algorithmen zur Echtzeit-Datenqualitätsüberprüfung sind plattformunabhängig und stehen interessierten Forschern frei zur Verfügung. Darüber hinaus kooperiert er mit Partnern aus Sri Lanka, Kamerun und Thailand.
Nachhaltige Technologien im Fokus
Draghinazzis Masterarbeit behandelt die Herstellung umweltfreundlicher Schmierflüssigkeiten aus Algen. Ihr Ziel ist es, Impulse für nachhaltige Technologien zu setzen und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu fördern. Aktuell basieren viele Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralöl und enthalten toxische Additive. Draghinazzi schlägt Alginat aus Braunalgen als ökologische und erneuerbare Alternative vor. Ihre Forschung zeigt, dass alginatbasierte Fluide vergleichbare Eigenschaften wie konventionelle Hydrauliköle erreichen können. Die Ergebnisse dieser Masterarbeit werden bereits in der industriellen Entwicklung verwendet und bilden eine solide Grundlage für zukünftige Forschungsprojekte.
Der CAMPUS PREIS ist mit insgesamt 3.000 Euro dotiert und wird von der KELLNER & STOLL-STIFTUNG FÜR KLIMA UND UMWELT, dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), der Universität Bremen sowie Alumni der Universität Bremen ausgelobt. Die thematischen Schwerpunkte des Preises umfassen nachhaltige Ressourcennutzung, Umweltschutz, Klimaschutz und den Schutz der Meere. Die Preisträger setzen hier mit ihren Arbeiten bedeutende Impulse für die weitere Forschung und Entwicklung.
Die Rolle der Digitalisierung in der Nachhaltigkeit
Im Kontext der aktuellen Herausforderungen an die Umwelt ist auch die Digitalisierung von essenzieller Bedeutung. Das Umweltbundesamt berichtet, dass digitale Technologien die Kommunikation, Arbeit und die Organisation tiefgreifend verändern. Die zunehmende Vernetzung kann die Energie- und Ressourceneffizienz steigern und die Prozesse optimieren. Dabei ist es wichtig, die Auswirkungen solcher Veränderungen zu analysieren, um zu erkennen, wie digitale Veränderungen sowohl Chancen als auch Risiken für die Umwelt bergen können.
Die steigende Nachfrage nach digitalen Techniken kann den Verbrauch natürlicher Ressourcen und die Energieverwendung erhöhen. Daher ist es notwendig, die Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung zur Minderung von Treibhausgasemissionen im Energiebereich eingehend zu untersuchen. Die Digitalisierung sollte als umweltpolitisches Querfeldthema behandelt werden, das die gemeinsame Verantwortung aller involvierten Akteure erfordert. Koordiniertes, globales Handeln ist hierbei unerlässlich, um negative Auswirkungen zu minimieren und die Ziele der Agenda 2030 zu erreichen.
Die Verleihung des CAMPUS PREIS ist somit nicht nur eine Würdigung individueller Forschungsleistungen, sondern auch ein Appell an alle Akteure, die Herausforderungen der Digitalisierung und der Nachhaltigkeit gemeinsam anzugehen, um eine zukunftsfähige Welt zu gestalten.