Am 20. Mai 2026 feierte die Universität Mannheim ihren Universitäts­tag im Rittersaal des Schlosses. Die Veranstaltung zog rund 180 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft an. Rektor Prof. Dr. Thomas Fetzer dankte den Mitgliedern der Universität für ihr Engagement und hob die Notwendigkeit hervor, die Strukturen der Universität zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die neu entwickelte Forschungs­strategie, die internationale Spitzenforschung durch die Zusammenarbeit in kleinen Teams und großen Forschungs­verbünden fördert. Dies wurde durch verschiedene Initiativen bekräftigt, die die Universität in den kommenden Jahren umsetzen möchte.

Ein Schlüsselprojekt in dieser Strategie ist das im Februar 2026 gegründete Center for Advanced Studies (CAS). Es bietet Professor*innen Fellowships für innovative Forschungsfragen, um kreative und herausragende wissenschaftliche Leistungen zu unterstützen. Zudem wird das interne Förderprogramm UMAXplore, das im November 2026 starten soll, Wissenschaftler*innen bei der Entwicklung von Verbund­projekt­initiativen unterstützen. Die schnelle Zunahme von rund 21.000 Bewerbungen für das Herbst-/Wintersemester 2025/26 zeigt die hohe Attraktivität des Studienangebots der Universität.

Forschungsinitiativen und Internationalisierung

Die Universität Mannheim hat ihre Forschungs­schwerpunkte in einem partizipativen Prozess neu definiert. Dies umfasst vier zentrale Themenfelder, die sowohl die Grundlagenforschung als auch angewandte Wissenschaft berücksichtigen. Zudem hat die Universität eine Vorreiterrolle im Bereich digitaler Prüfungen übernommen und einen gesamtuniversitären Strategie­prozess gestartet, um das Studienangebot im Bereich Künstliche Intelligenz zukunftsfest zu gestalten. Zu diesem Zweck werden vier neue Professuren beantragt.

Die Internationalisierungsstrategie der Universität umfasst auch die europäische Hochschul­allianz ENGAGE.EU. Diese Kooperation soll dazu dienen, die internationale Vernetzung der Studierenden und Wissenschaftler*innen zu fördern. Um die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft zu unterstreichen, betonte Rektor Fetzer die Notwendigkeit, sich aktuellen globalen Herausforderungen zu stellen.

Honorierung herausragender Leistungen

Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden mehrere Auszeichnungen verliehen. Die Universitäts­medaille ging an Klaus Greinert, Prof. Dr. Rosemarie Tracy und Prof. Dr. Jens Wüstemann. Klaus Greinert gilt als Initiator des Spitzensport-Stipendiums Metropolregion Rhein-Neckar. Prof. Dr. Rosemarie Tracy hat die Mannheimer Sprachwissenschaften erheblich international geprägt und war aktiv in der akademischen Selbstverwaltung. Prof. Dr. Jens Wüstemann war Präsident der Mannheim Business School und trug maßgeblich zum Wachstum und zur Infrastrukturentwicklung bei.

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Zudem wurden Dr. Julia Görtz und Prof. Dr. Valentin Lang für herausragende Lehrleistungen mit dem Lehr­preis der Universität Mannheim ausgezeichnet. Der Festvortrag zu diesem Anlass wurde von Prof. Dr. Thomas Bräuninger gehalten, der sich mit dem Thema Informations­krieg und der Entstehung von Verschwörungs­theorien befasste.

Exzellenzstrategie in Baden-Württemberg

Die Universität Mannheim ist auch Teil der übergeordneten Exzellenzstrategie des Landes Baden-Württemberg, die jährlich über 30 Millionen Euro in zwei Förderlinien bereitstellt. Diese Initiative soll Universitäten durch Anschubfinanzierungen unterstützen, um die Wettbewerbsfähigkeit im Rahmen der Exzellenzstrategie zu stärken. Im Mai 2025 wurden 13 Exzellenzcluster an baden-württembergische Landesuniversitäten vergeben, und der Förderbeginn für diese Cluster war der 1. Januar 2026.

Zusätzlich wurden die Universitäten Freiburg, Heidelberg, Tübingen und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit mindestens zwei Exzellenzclustern antragsberechtigt. Die Universitäten Heidelberg, Tübingen und KIT wurden am 11. März 2026 erfolgreich evaluiert und werden bis mindestens 2033 als Exzellenzuniversitäten gefördert. Der Antrag der Universität Freiburg soll am 2. Oktober 2026 entschieden werden. Ziel der Exzellenzstrategie ist es, die Universitätsprofile zu schärfen und die Vernetzung im Wissenschaftssystem zu fördern, was die zukünftige Forschung und Lehre in der Region entscheidend beeinflussen könnte.