Die Temperaturen steigen und mit ihnen die Herausforderungen für unsere Gesundheit. Angesichts der Zunahme von Hitzetagen und extremen Hitzeereignissen weltweit, auch hierzulande, wird die Sicherheit der Arzneimitteltherapie bei hohen Temperaturen zunehmend wichtig. Die Universitätsklinikum Köln weist darauf hin, dass zwischen 2018 und 2020 rund 20.000 Todesfälle in Deutschland mit Hitzefolgen assoziiert waren. Ein alarmierender Hinweis auf die Gesundheitsrisiken, die insbesondere bei der Einnahme bestimmter Medikamente zunehmen.

Ein Forschungsprojekt unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Beate Müller vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität zu Köln hat die CALOR-Liste ins Leben gerufen. Diese Liste wird Gesundheitsfachkräfte unterstützen, um die Risiken im Umgang mit Medikamenten während Hitzewellen zu erkennen. Experten stellen fest, dass bestimmte Arzneimittel die Schweißproduktion, die Hautdurchblutung und das Durstgefühl beeinflussen können, was für Menschen mit mehreren Erkrankungen besonders gefährlich ist.

Die CALOR-Liste im Detail

Die CALOR-Liste, die für Sommer 2026 angekündigt ist, umfasst über 25 Wirkstoffklassen, die bei Hitze problematisch werden können. Dazu zählen unter anderem Diuretika, Antihistaminika, Laxanzien und auch schmerzlindernes Ibuprofen. Diese Mittel können die Thermoregulation stören und sollten bei hohen Temperaturen kritisch betrachtet werden. Insbesondere bei älteren Menschen und Kindern empfehlen die Experten die Einführung von Trinkprotokollen. Anpassungen in der Medikation sollten immer in Rücksprache mit Ärzten erfolgen, um gefährliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Das Projekt verfolgt nicht nur das Ziel, eine einfache Liste bereitzustellen. Durch einen mehrstufigen Prozess werden die Erfahrungen von Ärzten, Apotheken und Pflegepersonal dokumentiert, um die Liste bestmöglich zu validieren. Die PTA hebt hervor, dass diese CALOR-Liste eine bedeutende Ergänzung zur bestehenden Heidelberger Hitze-Liste darstellen soll, die oft nicht die umfassenden Überlegungen bietet, die für die Sicherheit der Patienten nötig sind.

Ein Schritt in die Zukunft

Mit der CALOR-Liste wollen die beteiligten Institutionen, darunter auch die Medizinische Hochschule Hannover und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, die Arzneimitteltherapiesicherheit vor den Herausforderungen des Klimawandels stärken. Der finale Entwurf der Liste wurde bereits auf dem Deutschen Kongress für Patientensicherheit in Berlin präsentiert. Dabei wurde beobachtet, dass nur 16% der Hausärzte Therapien während Hitzewellen anpassen – ein besorgniserregender Wert, der verdeutlicht, wie wichtig die Aufklärung und Sensibilisierung durch die CALOR-Liste ist.

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Die finale Version wird voraussichtlich bis Ende 2026 auch laienverständliche Materialien für Patienten beinhalten, um sicherzustellen, dass jeder die geeigneten Maßnahmen bei hohen Temperaturen kennt. So wird das Gesundheitssystem auf künftige heiße Sommer besser vorbereitet sein.