Vom 11. bis 15. Mai 2026 besuchte eine Delegation des DaZ-Teams der Katholischen Universität (KU) die Universität Prishtina im Kosovo. Dieses Treffen zielte darauf ab, die bereits 2025 bestehende Partnerschaft weiter zu stärken und die internationale Vernetzung zwischen den beiden Bildungseinrichtungen zu fördern. Besonders im Fokus stand die Vertiefung des „Interinstitutional Agreement“ zwischen dem DaZ-Studiengang der KU und dem DaF-Studiengang der Universität Prishtina.
Ein einleitendes Arbeitstreffen bildete den Rahmen für die Planung gemeinsamer Projekte und die Abstimmung der Bachelor- und Masterstudiengänge. Dabei lag ein besonderer Schwerpunkt auf der Lehre: Seminare mit Studierenden des Fachs Deutsch als Fremdsprache wurden organisiert. Diese beschäftigten sich mit wichtigen Themen wie der Didaktik der Mehrsprachigkeit, effektiver Wortschatzarbeit und dem Einsatz von Medien im Unterricht. Dr. Dagmar Silberstein äußerte positive Rückmeldungen zu den Deutschkenntnissen und der Motivation der Studierenden vor Ort.
Akademischer und kultureller Austausch
Ein Höhepunkt der Reise war eine Exkursion nach Prizren, wo die Projektpartnerin Prof. Dr. Milote Sadiku einen fachlichen Austausch und Einblicke in die Kultur des Kosovo ermöglichte. Neben den Lehrveranstaltungen unterstützte die Delegation die Studierenden auch bei der Themenfindung sowie der methodischen Ausrichtung ihrer Masterarbeiten.
Die Reise stärkte nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den beiden Universitäten, sondern hob auch den Wert solcher internationalen Partnerschaften hervor. Momentan verbringen zwei Germanistik-Studierende aus Prishtina das Sommersemester an der KU, während für das Wintersemester 2026/27 bereits der Aufenthalt von vier weiteren Studierenden aus dem Kosovo an der KU geplant ist, gefördert durch das Erasmus+ Programm.
Bedeutung der Internationalisierung
Gemäß den Informationen der European External Action Service ist die Internationalisierung der Hochschulbildung für das Kosovo nicht mehr ein bloßer Luxus, sondern unerlässlich. Das Erasmus+ International Credit Mobility (ICM) bietet den Studierenden und Mitarbeitern im Kosovo wertvolle Möglichkeiten, sich mit der europäischen akademischen Welt zu vernetzen.
Mobilität ermöglicht es Studierenden, ein oder mehrere Semester im Ausland zu studieren, während akademisches Personal an Partneruniversitäten lehren oder Erfahrungen austauschen kann. Nutzen ziehen sowohl die Einzelpersonen, die ihre akademischen und beruflichen Horizonte erweitern, als auch die Institutionen, die von neuen Erkenntnissen und Praktiken profitieren.
Zwischen 2021 und 2023 haben insgesamt 2398 Studierende und akademisches Personal Europa besucht, während 1304 Personen nach Kosovo gekommen sind. Im Jahr 2024 rangiert Kosovo an dritter Stelle unter den vier westlichen Balkanländern hinsichtlich der Mobilitätsströme. Mobilität fungiert als Maß für die Offenheit der Institutionen für internationale Kooperationen und die Etablierung englischsprachiger Programme.
Die Hochschulen im Kosovo sollten mehr in Informationen, Motivation und internationale Partnerschaften investieren. Rückkehrende Studierende und Professoren dienen als „Botschafter des Wissens“ und können das Bildungsniveau der Institutionen heben. Um das Erasmus+ Programm als nationale Strategie für Entwicklung und Internationalisierung zu nutzen, ist es von zentraler Bedeutung, dass das internationale Profil der Hochschulen gestärkt und die Bildungsqualität verbessert wird.
Das Kosovo Erasmus+ Office, finanziert von der Europäischen Union, unterstützt die internationale Dimension des Erasmus+ Programms und ist ein wichtiger Akteur in der Erweiterung von Mobilitätsmöglichkeiten sowie dem Zugang zu diesen Programmen.