Am 30. April 2026 sehen sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen zunehmend rechtspopulistischen Äußerungen und diskriminierenden Störversuchen gegenüber. Diese Herausforderungen betreffen nicht nur die Akzeptanz der Wissenschaft, sondern auch die Sicherheit aller Beteiligten. Vor diesem Hintergrund organisiert die UniverCity Bochum einen Workshop, speziell für Mitarbeitende der Mitgliedsinstitutionen. Der Workshop ist für den 22. Oktober 2026 geplant und wird von 14 bis 18.30 Uhr stattfinden, während der genaue Ort abhängig von der Anzahl der Teilnehmenden bekannt gegeben wird. Anmeldungen sind bis zum 28. August 2026 möglich.
Geplant sind drei zentrale Bausteine für den Workshop. Hierbei wird Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann, Rektorin der Evangelischen Hochschule Bochum (EvH), eine wissenschaftliche Einordnung zu Neutralitätsgebot, Wissenschaftsfreiheit und demokratischer Verantwortung geben. Sie wird zudem einen Handlungsleitfaden vorstellen, der den Teilnehmenden als Werkzeug dienen soll. Im zweiten Teil wird Prof. Dr. Isolde Karle, Prorektorin für Diversität, Inklusion und Talententwicklung an der Ruhr-Universität Bochum, die Schutz- und Fürsorgeverantwortung für Studierende und Mitarbeitende aus institutioneller Perspektive beleuchten. Der dritte Baustein wird darauf fokussieren, wie Hochschulen und Forschungseinrichtungen sicher in eskalierenden Situationen handeln können, was Zuständigkeiten und Zusammenarbeit mit externen Stellen betrifft.
Herkunft der Herausforderungen
Die EvH Bochum hat bereits im November 2025 Leitlinien zum Umgang mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus verabschiedet. Diese Leitlinien sind ein direktes Ergebnis des gesellschaftlichen Klimas, das sich durch die zunehmende Sichtbarkeit und den Einfluss rechtspopulistischer und rechtsextremer Positionen auszeichnet. Ziel der Leitlinien ist es, eine demokratische Kultur zu fördern, Vielfalt zu stärken und den Schutz aller Hochschulmitglieder sicherzustellen. Diese Zusicherungen ernüchtern, da Betroffene aus dieser Gemeinschaft sich bei diskriminierenden Äußerungen Unterstützung erwarten können.
Die Leitlinien umfassen drei zentrale Handlungsbereiche. Erstens verfolgt die EvH Bochum das Ziel eines „Sicheren Campus“, auf dem diskriminierungsfreier Raum gewährleistet ist. Rechtspopulistische Äußerungen werden dort benannt und sanktioniert. Zweitens fördert die Hochschule die „Lehre mit Haltung“, um Studierende auf den Umgang mit derartigen Argumentationen im Berufsalltag vorzubereiten. Damit haben gefährdete Gruppen einen soliden Schutz. Drittens sieht sich die Hochschule als Ort der politischen Bildung und gesellschaftlichen Auseinandersetzung, wobei Forschung zu Themen wie sozialer Ungleichheit, Rassismus und Migration von rechtspopulistischen Angriffe als Ziel betrachtet wird.
Handlungssicherheit und Demokratische Verantwortung
Im Kontext des Workshops und der Leitlinien ist es entscheidend, die Handlungsfähigkeit der Lehrenden und Mitarbeitenden zu stärken. Im Workshop wird ein externer Fachbeitrag zu sicherheitsrelevanten Fragen erwartet, Details dazu werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Die Hochschule betont, dass es kein politisches Neutralitätsgebot gibt, das die kritische Auseinandersetzung mit antidemokratischen Ideologien einschränkt. Diese Haltung unterstreicht die Verantwortung, die Wissenschaftler und Mitarbeitende in diesen Zeiten tragen.
Insgesamt sollen diese Maßnahmen nicht nur ein Sicherheitsgefühl vermitteln, sondern auch ein starkes Zeichen für die Vielfalt und den offenen Diskurs an den Hochschulen setzen.