Am 30. April 2026 überreichte Ministerin Ina Brandes einen Förderbescheid für das Projekt „hpcBasisCluster2.NRW“ an der Universität zu Köln. Mit einem Gesamtvolumen von rund 9,9 Millionen Euro zielt dieses Projekt darauf ab, neue Hochleistungsrechenkapazitäten für ein Hochschulkonsortium in Nordrhein-Westfalen (NRW) aufzubauen. Davon entfallen 9 Millionen Euro auf den Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur, während 900.000 Euro aus Eigenmitteln der beteiligten Hochschulen stammen, wie uni-koeln.de berichtet.
Das Cluster wird nicht nur leistungsfähige Prozessoren bereitstellen, sondern auch den Zugang zu zentralen Hochleistungsrechnern ermöglichen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) für Forschung und Lehre. Der hpcBasisCluster wird schrittweise an der Universität zu Köln aufgebaut, wo er als stärkster Hochleistungsrechner im Bereich Grundversorgung (Tier-3) in NRW positioniert ist und zu den größten Systemen seiner Klasse bundesweit zählt.
Geplante Anwendungen und Aufbau
Die Einsatzmöglichkeiten des neuen Systems sind vielfältig und reichen von der Verarbeitung großer Datenmengen zur Erforschung des Universums über quantenchemische Berechnungen bis hin zu komplexen medizinischen Simulationen. Der Aufbau des Systems erfolgt in zwei Stufen: Die erste Stufe soll bis Ende 2026 in Betrieb genommen werden, während die zweite Stufe bis Ende 2027 folgen wird. Durch diese schrittweise Inbetriebnahme wird der Zugang zu den Rechenkapazitäten für Forscher und Studierende vereinfacht, wie die Infos von news.rub.de hervorhebt.
Besonders innovativ ist der Fokus des Systems auf spezielle KI-Ressourcen, die etwa 80 Prozent der Kapazitäten ausmachen werden. Zudem werden Risiken durch politische Abhängigkeiten und externe Zugriffe minimiert, was die Sicherheit und Verfügbarkeit der Rechenressourcen erhöht. Für die gesamte hpcBasisCluster-Nutzung sollen die Kapazitäten landesweit zugänglich gemacht werden.
Erweiterung des HPC-Standorts in NRW
Parallel dazu wird die Universitätsallianz Ruhr, unter Federführung der Universität Duisburg-Essen, als neuer viertes NRW-weites Zentrum für Hochleistungsrechnen etabliert. Duisburg-Essen wird sich dabei auf Biologie, Biochemie und angewandte Mathematik konzentrieren, während Köln den Basis-Service für HPC-Leistungen bereitstellt. Paderborn fokussiert sich auf Physik und Chemie und Aachen auf Ingenieurwissenschaften.
Das neue HPC-Ökosystem in Duisburg-Essen wird in einem Technologie-Quartier im Data Center der Universität eingerichtet. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2028 geplant. Zudem hebt Prof. Dr. Barbara Albert die langfristigen Vorteile der Bündelung von HPC-Ressourcen hervor, was sowohl die Effizienz steigern als auch innovative Forschungsansätze fördern könnte.
Die Investitionen in die Hochleistungsrechenkapazitäten in Nordhrein-Westfalen stärken nicht nur die wissenschaftliche Infrastruktur des Landes, sie bieten auch Chancen für interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Hochschulen.