Am 21. April 2026 gab die Universität Göttingen eine herausragende Nachricht bekannt: Prof. Dr. Holger Militz wurde mit dem renommierten Marcus-Wallenberg-Preis ausgezeichnet. Diese prestigeträchtige Ehrung wird von der schwedischen Marcus-Wallenberg-Stiftung vergeben und gilt als die höchste Auszeichnung im Bereich Forstwirtschaft. Der Preis wird für außergewöhnliche Beiträge zur Holzmodifizierungstechnologie verliehen, eine Disziplin, in der Militz maßgeblich tätig ist.
Die Bekanntgabe dieser Auszeichnung fand in einer Festveranstaltung an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen statt. Die offizielle Preisverleihung wird im Oktober in Stockholm stattfinden, wo der König von Schweden die Auszeichnung persönlich übergeben wird. Dies unterstreicht die hohe gesellschaftliche Wertschätzung, die dieser Preis genießt.
Forschungsschwerpunkt Holzmodifizierung
Holger Militz, Jahrgang 1960, hat einen bemerkenswerten Werdegang in der Holzwissenschaft hinter sich. Nach seinem Studium an der Universität Hamburg promovierte er 1990 an der Universität Wageningen in den Niederlanden. In seinen bisherigen Tätigkeiten, darunter Stationen bei TNO und der Agrarwissenschaftlichen Universität Wageningen, widmet sich Militz der Modifizierung von Holz, um dessen Eigenschaften gezielt für industrielle Anforderungen zu verändern.
Seine Forschung hat nicht nur die Dimensionsstabilität des Holzes verbessert, sondern auch dessen Widerstandsfähigkeit gegen biologische Schäden. So entwickelt er Holzprodukte mit außergewöhnlicher Haltbarkeit, Formstabilität, Recycelbarkeit und Ungiftigkeit. Diese Fortschritte haben erheblichen Einfluss auf die Industrie und den nachhaltigen Einsatz von Holz.
Der Marcus-Wallenberg-Preis im Überblick
Der Marcus-Wallenberg-Preis wurde erstmals 1981 verliehen und honoriert seither herausragende Leistungen im Bereich der Forstwirtschaft. Bis 2024 wurden insgesamt 40 Preise an 70 Laureaten vergeben. Dieser Preis ist nach dem schwedischen Industriellen Marcus Wallenberg Jr. benannt und wird jährlich im Herbst im Rahmen eines Symposiums in Stockholm vergeben. Hier präsentieren die Preisträger ihre Arbeiten und leisten damit einen Beitrag zur laufenden Forschung.
Das Symposium, das 2026 stattfindet, trägt das Thema „Von Baumgenomen zu zukünftigen Wäldern“ und wird Präsentationen zu Waldgenomik aus unterschiedlichen Perspektiven umfassen. Die Hauptpräsentation wird von Dr. Gerald Tuskan gehalten, dem Preisträger des Vorjahres, der für seine bahnbrechende Arbeit in der Sequenzierung von Baumgenomen ausgezeichnet wurde. Dies zeigt, wie eng die Forschungsgebiete von Militz und Tuskan miteinander verknüpft sind und wie beide Wissenschaftler die Zukunft der Forstwirtschaft mit ihren Innovationen prägen.
Die Auszeichnung von Holger Militz ist nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern auch eine Anerkennung der Bedeutung der Holzwissenschaft für nachhaltige Entwicklungen in der Forstindustrie. Militz ist ebenfalls Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien und wurde bereits mit anderen Preisen, darunter dem Schweighofer-Preis und dem Josef-Umdasch-Forschungspreis, geehrt. Die diesjährige Preisverleihung wird das Engagement und die Innovation im Bereich der Holzmodifizierung weiterhin ins Licht rücken und die Relevanz der Forschung für die Dorstwirtschaft unterstreichen.