HSBI startet mit 10.465 Studierenden ins Wintersemester
Die Hochschule Bielefeld (HSBI) beginnt das Wintersemester mit 10.465 Studierenden. 2.358 davon sind Studienanfängerinnen und Studienanfänger – beinahe so viele wie im Rekordjahr zuvor. Dabei hatte die Hochschule wegen des fehlenden Abiturjahrgangs in Nordrhein-Westfalen zunächst mit einem Rückgang gerechnet.
Begrüßt wurden die Erstsemester am Campus Bielefeld von Oberbürgermeisterin Christiana Bauer, am Campus Minden von Bürgermeister Peter Kock. Am Campus Gütersloh hatte die Begrüßung bereits im August stattgefunden. Die Zahlen wurden zum 15. September erhoben und können sich durch Nachrückverfahren noch verändern.
Gesundheit, Pflege und ein Studium neben dem Beruf
HSBI-Präsidentin Ingeborg Schramm-Wölk führt die Entwicklung unter anderem auf das praxis- und anwendungsorientierte Studienangebot, die Informationsangebote und flexible Studienmodelle zurück. Die Hochschule passe ihr Lehrangebot laufend an aktuelle Anforderungen an. Angeboten werden Vollzeit-, praxisintegrierte, duale und berufsbegleitende Studienmodelle.
Besonders deutlich zeigt sich die Nachfrage am Fachbereich Gesundheit. Dort stieg die Zahl der Studierenden von 497 auf 586. Für das Pflegestudium schrieben sich 193 Menschen ein; der Studiengang wird seit zwei Jahren vergütet.
Neu ist außerdem der Studiengang „Angewandte Therapiewissenschaften Ergo- und Physiotherapie“. Er richtet sich unter anderem an bereits ausgebildete Ergo- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten und lässt sich mit einer Berufstätigkeit verbinden. Für Menschen, die nicht einfach noch einmal komplett aus dem Berufsleben aussteigen können oder wollen, ist das kein kleiner Unterschied.
In Bielefeld waren laut HSBI auch die Bachelorstudiengänge Soziale Arbeit, Wirtschaftspsychologie und Betriebswirtschaftslehre stark gefragt. Für alle drei gingen mehr Bewerbungen als Studienplätze ein.
Zum Studienstart gehören Einführungsveranstaltungen, Beratungsstände, ein Rahmenprogramm und Tutorien. Oberbürgermeisterin Bauer verwies zudem auf die Bedeutung der HSBI für Bielefeld als Bildungs-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort sowie auf ihre Verbindungen zur regionalen Wirtschaft und zu verschiedenen Einrichtungen.
Englisch in Gütersloh, kooperative Modelle in Minden
Am Campus Gütersloh wächst die Nachfrage nach englischsprachigen Bachelorstudiengängen. Für „Mechatronics and Automation“ gingen 366 Bewerbungen auf 30 Studienplätze ein, für „Industrial Engineering“ waren es 245 Bewerbungen. Insgesamt studieren in Gütersloh 682 Personen, darunter 205 in englischsprachigen Studiengängen.
Am Campus Minden sind rund 1.327 Studierende in zwölf Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben. Dort gibt es neben dem Vollzeitstudium auch praxisintegrierte und kooperative Studienmodelle. Mit internationalen Studienangeboten will die HSBI die Attraktivität des Standorts erhöhen und zugleich zur Deckung des Fachkräftebedarfs beitragen.
Wie Hochschuldaten erfasst werden
Für Hochschulen, die Daten melden müssen, stellt die Statistikseite des Landes Nordrhein-Westfalen Informationen und Erhebungsmaterialien zu verschiedenen Statistiken bereit. Für Meldungen per CSV gibt es Videoanleitungen: zur Erstellung einer CSV-Datei für IDEV oder .CORE sowie zum Import einer CSV-Datei in .CORE.
Hinzu kommen eine Anleitung zur Datenübermittlung per .CORE am Beispiel der Studierendenstatistik als PDF mit 1,37 MB und eine Terminübersicht im XLSX-Format mit 44,1 KB. Über das Erhebungsportal sind allgemeine Informationen und der Zugang zum sicheren Datenaustausch erreichbar. Die Website stellt Ergebnisse der Hochschulstatistiken außerdem als Eckdaten bereit; das Dashboard „Hochschulen NRW“ zeigt Daten zu Hochschulen, Studierenden und Personal.
Zu den Bundesstatistiken gehören die Studierendenstatistik – .CORE, die Schnellmeldung Studierendenstatistik – IDEV, die Prüfungsstatistik – .CORE, die Promovierendenstatistik – .CORE, die Gasthörerstatistik – .CORE, die Personalstatistik – .CORE, die Habilitationsstatistik – .CORE, die Statistik zum Deutschlandstipendium – .CORE und die Statistik der Hochschulräte. Für diese Verfahren gibt es Zugänge zum Meldeverfahren, Musterdateien, weitere Unterlagen und Kontakte.
Bei den Auftragsstatistiken listet die Seite die Berufungserhebung – IDEV, die ECTS-Statistik – IDEV, die Gender-Pay-Gap-Erhebung – IDEV und „NRWege ins Studium“ – IDEV auf.
Für die landesspezifischen Schlüsseltabellen stehen mehrere Dateien bereit: die Studienfachmerkmalskombination für Studierenden- und Prüfungsstatistik, Stand 11.08.2026, als XLSX-Datei mit 4,42 MB und als TXT-Datei mit 1,85 MB. Dazu kommt die Studienfachmerkmalskombination für die Studierenden- und Prüfungsstatistik des Wintersemesters 2026/27, Stand 11.08.2026, als TXT-Datei mit 930,74 KB sowie die Studienfachzuordnung zur bundeseinheitlichen Fächersystematik, Stand 11.08.2026, als XLSX-Datei mit 138,41 KB.
Rechtsgrundlage der Bundesstatistiken ist unter anderem das Hochschulstatistikgesetz. Die einzelnen Verfahren machen aus den frisch eingeschriebenen Studierenden am Ende Tabellen, Kennzahlen und Zeitreihen – der Weg dorthin ist deutlich weniger sichtbar als der erste Tag auf dem Campus.
Was später aus einem Studienstart wird
Eine Einschreibung sagt zunächst nur, dass jemand angefangen hat. Der Statistische Bericht zur Studienverlaufsstatistik des Statistischen Bundesamts blickt deshalb weiter und enthält unter anderem Abschlussquoten. Gemeint ist der Anteil der Studienanfängerinnen und -anfänger im 1. Fachsemester, die ein Bachelorstudium innerhalb von acht Semestern oder ein Masterstudium innerhalb von sechs Semestern nach Fachstudienbeginn erfolgreich abschließen.
Die Studienverlaufsstatistik wurde 2017 eingeführt. Für Staatsexamensstudiengänge liegen noch nicht genügend Berichtszeiträume vor, um Abschlussquoten zu berechnen. Geplant sind deshalb sowohl Abschlussquoten für Staatsexamensstudiengänge als auch längere Beobachtungszeiträume für Bachelor- und Masterstudiengänge.
Vor ihrer Einführung berechnete und veröffentlichte das Statistische Bundesamt sogenannte Erfolgsquoten. Dafür wurden Aggregatdaten der Prüfungsstatistik zu Absolventinnen und Absolventen nach dem Merkmal „Jahr der Ersteinschreibung“ mit Aggregatdaten der Studierendenstatistik zu Studienanfängerinnen und Studienanfängern zusammengeführt. Auf dieser Grundlage wurde der Anteil der erfolgreichen Studierenden ermittelt.
Diese Erfolgsquoten basierten auf Aggregatdaten und erlaubten nur hochaggregierte Auswertungen. Als Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher gelten ehemalige Studierende, die ihr Erststudium ohne Hochschulabschluss beendet haben. Das aktuelle Datenangebot der Hochschulstatistik umfasst bislang vor allem Kennzahlen zum Studienerfolg. Im Statistischen Bericht und in der Datenbank GENESIS-Online stehen Erfolgsquoten zum Anteil der Studierenden mit einem ersten Hochschulabschluss zur Verfügung.
Über das Merkmal „Jahr der Ersteinschreibung“ lassen sich durch den Vergleich der Summen von Studienanfängerinnen und Studienanfängern sowie Absolventinnen und Absolventen hochaggregierte Aussagen zum Studienerfolg treffen. Die neue Studienverlaufsstatistik soll künftig fachlich und regional differenziertere Angaben ermöglichen – ebenso die Berechnung von Studienabbruchquoten auf Basis amtlicher Mikrodaten.
Eine bereits verfügbare alternative Datenquelle zu Studienabbrecherinnen und Studienabbrechern ist die Absolventenbefragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW GmbH). Und während in Bielefeld, Minden und Gütersloh gerade die ersten Wochen mit Tutorien, Beratungsständen und vollen Stundenplänen beginnen, läuft die statistische Beobachtung eines Studiums oft noch Jahre weiter.
