In einer Zeit, in der der Austausch zwischen Kulturen und das Verständnis für indigene Wissensformen stetig an Bedeutung gewinnen, organisiert Jun.-Prof. Dr. Yolanda López García an der TU Chemnitz eine Reihe von Gastvorträgen. Diese Vorträge stehen im Rahmen der Lehrveranstaltung „Kritische Interkulturelle Kompetenz“ und dienen dazu, Perspektiven indigener Gemeinschaften in den Fokus zu rücken. Der nächste öffentliche Vortrag findet am 11. Juni 2026 statt, wenn Wenceslao Quispe, ein Vertreter der Q’ero-Nation, zu Gast sein wird.
Quispe wird Einblicke in die indigenen Formen von Führung geben und auf die Relevanz von Territorium und Kultur eingehen. Zudem beleuchtet er die aktuellen Herausforderungen, vor denen indigene Gemeinschaften stehen. Der Vortrag ist für die interessierte Öffentlichkeit geöffnet und findet in spanischer Sprache mit deutscher Übersetzung statt.
Virtuelle Austausche und interkulturelle Begegnungen
Ein weiteres Highlight der Veranstaltungsreihe ist der virtuelle Austausch am 9. Juli 2026, der Informationen über lokale Lebensweisen, nachhaltige Wirtschaftsformen und alpine Ökosysteme vermitteln soll. Interessierte müssen sich bis zum 1. Juli 2026 per E-Mail an yolanda.lopez@phil.tu-chemnitz.de anmelden. Diese Formate zielen darauf ab, kritische Interkulturalität durch Begegnungen und Dialoge erfahrbar zu machen.
Die Auftaktveranstaltung am 21. Mai 2026 fand bereits mit Yenny Jara-Ramerth und Josef Ramerth von Noqanchis – Zusammenstehen e. V. statt. Dieses Gespräch beleuchtete die andine Philosophie und die Relevanz interkultureller Begegnungen.
Indigene Wissensformen und Nachhaltigkeit
Indigene Völker spielen eine entscheidende Rolle im Erhalt der globalen Biodiversität. Sie bewahren etwa 80 % dieses wichtigen Erbes und verfügen über spezifisches Wissen zu natürlichen Systemen und umweltfreundlichen Praktiken, die über Generationen weitergegeben werden. Weitere Informationen dazu bieten die Ansätze des Innovationszentrums IMIK, das sich für ein Leben im Einklang mit der Natur einsetzt.
IMIK verfolgt das Ziel, diverse und selbsterhaltende Systeme zu erhalten, Ressourcen schonend zu nutzen und klimaresiliente Regionen zu schaffen. Zudem unterstützt die Organisation bei der Konzeption von Entwicklungsprojekten und fördert die Einbeziehung indigener Stimmen in diesen Prozess.
Ein wichtiger Aspekt der Arbeit von IMIK ist die „radikale Partizipation“, die darauf abzielt, die westliche Dominanz im wissenschaftlichen Wissenssystem infrage zu stellen. Um diesen Zielen gerecht zu werden, evaluiert IMIK Entwicklungsprojekte und analysiert Partizipationsstrukturen. Durch Vorträge und Workshops strebt die Organisation eine breitere Bewusstseinsbildung und Aufmerksamkeit für die Belange indigener Völker an.
Die laufende Reihe an der TU Chemnitz sowie die Initiativen von IMIK zeigen, wie essenziell der Austausch zwischen indigenem Wissen und akademischen Diskursen ist. Diese Plattformen ermöglichen es, die Herausforderungen und Perspektiven indigener Gemeinschaften sichtbar zu machen und zu verstehen.