Am 30. Juni 2026 gab die Universität Bonn bekannt, dass sie drei ERC Proof of Concept Grants erhalten hat, die innovative Projekte zur Lösung gesellschaftlicher Probleme fördern werden. Diese Fördermittel sind besonders wertvoll, da sie es den Forschern ermöglichen, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse in die praktische Anwendung zu überführen. Dr. Daniela Treutlein, die Leiterin des Transfer Centers enaCom, betonte die Bedeutung dieser Grants für die Entwicklung neuer Lösungsansätze.

Die geförderten Projekte zeigen ein breites Spektrum an innovativen Ansätzen. Zum einen hat das Projekt **NOVA: Non-verbal Objective VR-based Diagnostic Assessment for Anxiety Disorders** zum Ziel, die Diagnose von Angststörungen zu verbessern. Unter der Leitung von Prof. Dr. Dominik Bach, dem Leiter des Centre for Artificial Intelligence and Neuroscience, wird eine Virtual-Reality-Umgebung verwendet, um Angstsituationen zu simulieren. Dieser vollautomatisierte und objektive Ansatz basiert auf den Forschungsergebnissen aus einem ERC Consolidator Grant aus dem Jahr 2018.

Innovative Projekte der Universität Bonn

Ein weiteres gefördertes Projekt namens **Pi-LOOP: Iterative Pi-Guided Polyaromatic Synthesis** zielt darauf ab, ein Verfahren zur Herstellung polyaromatischer Verbindungen aus einfachen Bausteinen zu entwickeln. Die Juniorprofessorin Dr. Ala Bunescu vom Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie leitet dieses Projekt, das langfristig eine automatisierte iterative Synthese anstrebt, um die Entwicklung neuer funktioneller Moleküle zu beschleunigen. Die Grundlagen dafür wurden durch einen ERC-Starting-Grant im Jahr 2022 gelegt.

Das dritte geförderte Projekt, **RAD-AI-INFRA: From Research Infrastructure to Radiology AI Platform**, steht unter der Leitung von Prof. Dr. Philipp Vollmuth von der Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Bonn. Hier wird eine Softwareinfrastruktur entwickelt, die die datenschutzkonforme Nutzung großer radiologischer Datenbestände ermöglicht. Dies ist besonders relevant für die Entwicklung moderner KI-Systeme, insbesondere im Hinblick auf aktuelle europäische Regulierungen wie das EU-KI-Gesetz.

Erweiterte Möglichkeiten der ERC-Finanzierung

Zusätzlich zu den Projekten der Universität Bonn informiert ERC über die vielfältigen Fördermöglichkeiten, die Forscher in Europa zur Verfügung stehen. So wurde am 4. Juni 2026 der Call für die ERC Plus Grants eröffnet, mit einem Gesamtbudget von 210 Millionen Euro. Einzelne Preise können bis zu 7 Millionen Euro betragen und sind für Projekte mit einer Dauer von 4 bis 7 Jahren gedacht.

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Die ERC Proof of Concept Grants, zu denen die Universität Bonn zählt, stellen 150.000 Euro für eine Dauer von 18 Monaten zur Verfügung. Dies ermöglicht es den Forschenden, ihre wissenschaftlichen Entdeckungen in marktfähige Lösungen zu verwandeln, was die Chancen auf eine tatsächliche Implementierung in der Industrie erhöht. Diese Förderformate sind entscheidend, um die Kluft zwischen Forschung und Anwendung zu schließen und innovative Lösungen für drängende gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.

Weitere Projekte, die durch den ERC gefördert werden, umfassen verschiedene technologische Innovationen, um beispielsweise Kriegsschäden effizient zu bewerten oder erschwinglichen Erdbebenschutz in Entwicklungsländern zu bieten. Forscher wie Andre Groeger und Michalis Vassiliou nutzen hochauflösende Satellitenbilder und kostengünstige Innovationsmethoden, um nachhaltig zur Problemlösung beizutragen. Diese Projekte zeigen eindrücklich, wie ERC-Forschung nicht nur akademische Ziele verfolgt, sondern auch unmittelbare gesellschaftliche Relevanz hat.

Für detaillierte Informationen zu den aktuellen und zukünftigen Fördermöglichkeiten besuchen Sie das EU Funding Portal, wo Ressourcen für Forscher verfügbar sind, die an der Entwicklung bedeutsamer wissenschaftlicher Initiativen interessiert sind.