Eine herausragende wissenschaftliche Auszeichnung wurde an der 17. International Religious Tourism and Pilgrimage Conference vergeben, die kürzlich im malerischen Kloster Montserrat in Spanien stattfand. Das Paper „Pilgrimage as Biographical Resource: A Process-Based Typology of Camino de Santiago Pilgrims“, verfasst von Prof. Dr. Andreas Braun und Peter Kirchmann, erhielt den Best Paper Award. Diese Ehrung würdigt sowohl die wissenschaftliche Qualität als auch den innovativen Ansatz ihrer Studie, die die biografische Relevanz des Jakobswegs für Pilger untersucht. [Business School Berlin] berichtet, dass das Paper auf 313 Erfahrungsberichten von deutschsprachigen Pilgern basiert.

Prof. Dr. Andreas Braun präsentierte die Forschungsergebnisse und identifizierte dabei sechs idealtypische Muster, die persönliche Ausgangssituationen, prägende Erfahrungen, wahrgenommene Veränderungen sowie die Rückkehr in den Alltag der Pilger verbinden. Die Analyse zeigt auf, dass das Pilgern bedeutende biografische Funktionen erfüllen kann, wie zum Beispiel:

  • Unterstützung bei der Bewältigung von Krisen
  • Vertiefung von Spiritualität
  • Stärkung der Selbstwirksamkeit
  • Fokussierung auf das Wesentliche
  • Erleben von Gemeinschaft
  • Integration in die eigene Identität und Lebensführung

Einblick in die Konferenz

Die Atmosphäre des Klosters Montserrat bot einen eindrucksvollen Rahmen für den Austausch unter internationalen Wissenschaftlern, die sich mit den Themen Pilgerreisen und religiösem Tourismus beschäftigen. Organisiert wurde die Konferenz von Silvia Aulet von der Universitat de Girona und ihrem Team, während die wissenschaftliche Leitung in den Händen von Kevin Griffin von der Technological University Dublin und Razaq Raj von der Leeds Beckett University lag. Die Konferenz diente nicht nur der Präsentation von Forschungsergebnissen, sondern förderte auch die Vernetzung innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft.

Zusätzlich zu den bereits vorgestellten Ergebnissen wurde in einem studentischen Projekt untersucht, wie der Jakobsweg jungen Menschen nach der COVID-19-Pandemie helfen kann, Resilienz zu entwickeln. Qualitative Forschungen zeigen, dass der Camino de Santiago durch seine vielfältige Natur, historische und religiöse Stätten sowie regionale kulturelle Besonderheiten ein einzigartiges touristisches Erlebnis darstellt. Junge Pilger neigen dazu, das traditionelle Konzept des Pilgerns neu zu definieren – mit einem Fokus auf Selbstreflexion und körperliche Herausforderungen.

Junge Pilger und das Phänomen der „Camino Families“

Die Forschung beschreibt das Phänomen der „camino families“, bei dem lose Gruppengefüge von Einzelpersonen und das Zusammentreffen verschiedener Generationen entstehen. Dies wird als Initiativen für soziale Nachhaltigkeit und Resilienz angesehen. Junge Pilger empfinden oft Demut und zielen darauf ab, auf Luxus zu verzichten; für sie ist der Weg wichtiger als das Ziel. Krisen werden daher zu Anlässen, über Themen wie Nachhaltigkeit nachzudenken und neue Weichen zu stellen.

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Die Natur-Atmosphäre des Caminos fungiert als Resonanz- und Begeisterungsraum für Pilger. Um diesen Raum zu schützen und die positive Entwicklung des Pilgerns zu fördern, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen touristischen und kirchlichen Akteuren erforderlich. Abschließend lässt sich sagen, dass das Pilgern auf dem Camino de Santiago nicht nur eine spirituelle Reise darstellt, sondern auch als eine wichtige Möglichkeit gesehen wird, in Krisenzeiten Mut zu finden und Orientierung zu suchen. [euangel] hebt hervor, dass Pilgern ein tiefergehendes Verständnis für Bedürfnisse und Herausforderungen in der modernen Welt schafft.