Hannover feiert Krebsforscher: Goldschmidt und Heide ausgezeichnet!
Die Förderstiftung MHH plus hat am 29. Juni 2026 herausragende Persönlichkeiten der Krebsforschung ausgezeichnet. Bei einer feierlichen Zeremonie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurden Dr. Janna Heide und Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt geehrt. Diesem Anlass wohnten zahlreiche Fachleute und Wissenschaftler bei, unter der Leitung von MHH-Präsidentin Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner.
Die Auszeichnungen umfassen den Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis sowie die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille. Letztere wurde an Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt verliehen, einem angesehenen Hämatologen und Onkologen, der die GMMG-Studiengruppe am Universitätsklinikum Heidelberg und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) leitet. Goldschmidt hat sich international einen Namen als Experte für das Multiple Myelom gemacht, eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, die durch eine unkontrollierte Vermehrung von Plasmazellen gekennzeichnet ist.
Forschungspreis für innovative Ansätze
Dr. Janna Heide erhielt den Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Ihre Forschungsarbeit konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Wirkstoffe, die in biologische Prozesse des Bindegewebes eingreifen könnten. Sie arbeitet an einem NNMT-Inhibitor, um neue Behandlungsmöglichkeiten für verschiedene Krebserkrankungen, einschließlich Eierstock-, Brust- und Dickdarmkrebs, zu erforschen. Der Name NNMT steht für Nicotinamid-N-Methyltransferase, ein Enzym, das in Tumorbindegewebszellen aktiv sein kann.
Der Johann-Georg-Zimmermann-Preis hat eine lange Tradition. Er wurde erstmals 1973 vergeben und hat sich seitdem als eine der renommiertesten Auszeichnungen in der Krebsforschung in Deutschland etabliert. Der Preis fördert sowohl den wissenschaftlichen Nachwuchs, als auch langjährige Forschungsleistungen. Nachwuchswissenschaftler bis 40 Jahre können für den Forschungspreis nominiert werden, während die Medaille an Persönlichkeiten vergeben wird, die sich besonders um die Bekämpfung von Krebserkrankungen verdient gemacht haben.
Neues Format und Zukunftsperspektiven
Ein bemerkenswerter Bestandteil der diesjährigen Preisverleihung war der neu eingeführte Johann-Georg-Zimmermann Exchange Hub. Hier hatten Promovierende der MHH die Gelegenheit, mit Dr. Janna Heide über Karrierefragen zu diskutieren. Diese Initiative zielt darauf ab, den Austausch zwischen etablierten Wissenschaftlern und aufstrebenden Forschern zu fördern.
Die Finanzierung des Preises erfolgt seit 2022 durch die Förderstiftung MHH plus in Zusammenarbeit mit dem Comprehensive Cancer Center Niedersachsen (CCC-N). Die Bewerbungsfrist für den Forschungspreis 2025 endet am 31. Januar 2026. Ehemalige Preisträger sind unter anderem Harald zur Hausen und Hartmut Goldschmidt selbst. Dies unterstreicht die kontinuierliche Bedeutung des Johann-Georg-Zimmermann-Preises in der deutschen Krebsforschung und zeigt, wie wichtig die Förderung junger Talente für die zukünftige Entwicklung in diesem medizinischen Bereich ist.
Insgesamt signalisiert die Auszeichnung von Dr. Janna Heide und Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt nicht nur eine Anerkennung ihrer individuellen Leistungen, sondern dient auch als Ansporn und Inspirationsquelle für die gesamte Forschungscommunity, die sich für die Bekämpfung von Krebserkrankungen einsetzt. Weitere Informationen zu den Preisen und der Ausschreibung finden sich unter pathologie-dgp.de und auf der Seite der Deutschen Krebsgesellschaft.
