Am 5. Mai 2026 wird die Vorfreude auf das bevorstehende Jubiläum eines bedeutenden Kulturakteurs spürbar. Henryk Bereska, der am 17. Mai 2026 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, wird im Rahmen einer festlichen Veranstaltung gewürdigt. Die Jubiläumsfeier mit dem Titel „Im Fluss der Worte“ wird von der Karl Dedecius Stiftung in Zusammenarbeit mit der Europa-Universität Viadrina und dem Karl Dedecius Archiv am Collegium Polonicum organisiert.
Das Ganztagesprogramm verspricht eine Vielzahl an kulturellen Höhepunkten, beginnend mit einem Figurentheater um 10 Uhr, das auf einem polnischen Märchen von Stanisław Wasylewski basiert und von Bereska übersetzt wurde. Ab 11 Uhr und 18 Uhr nehmen die Gäste an „Poetendampfer“-Literaturfahrten auf der Oder teil, moderiert von Marta Bąkiewicz und Wolfgang de Bruyn. Diese Veranstaltungen bieten eine ideale Gelegenheit, das literarische Schaffen Bereskas und seiner Zeitgenossen hautnah zu erleben.
Kulturelle Vielfalt und Austausch
Das Geburtstagsfest wird von 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Collegium Polonicum fortgeführt. Hier werden die Gäste die Eröffnung der Ausstellung „Ohne Applaus … Vom Übersetzen als stiller Kunst. Henryk Bereska 1926–2005“ erleben. Zudem sind eine szenische Lesung, die Texte von Bereska beinhaltet, sowie ein Kurzvortrag von Prof. Ines Geipel zum Editionsprojekt der „Kolberger Hefte“ Teil des Programms. Ein Empfang im Innenhof ermöglicht den Austausch mit Wegbegleitern Bereskas.
Alle Veranstaltungen finden in deutscher und polnischer Sprache statt und der Eintritt ist frei. Die Reihe wird durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Interreg und Euroregion Pro Europa Viadrina gefördert, was die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unterstreicht.
Ehrung eines bedeutenden Literaten
Henryk Bereska, geboren 1926 in Roździeń bei Katowice, war ein bedeutender Übersetzer und Schriftsteller, der 2005 verstarb. Sein literarisches Werk umfasst über 100 Übersetzungen polnischer Literatur ins Deutsche, wodurch er Autoren wie Zbigniew Herbert und Tadeusz Różewicz einer breiteren Leserschaft zugänglich machte. Bereska studierte Slawistik und Germanistik in Ost-Berlin und begab sich anschließend auf eine bemerkenswerte Karriere im Aufbau-Verlag.
Über seine beruflichen Leistungen hinaus veröffentlichte Bereska eigene Gedichte, Aphorismen und Essays und wurde mit dem angesehenen Transatlantik-Preis im Jahr 2005 ausgezeichnet. Sein literarischer Nachlass wird im Karl Dedecius Archiv am Collegium Polonicum aufbewahrt, was für die Bewahrung und Wertschätzung seines Schaffens spricht. Diese Feierlichkeiten sind eine verdiente Hommage an seinen Einfluss auf die deutsch-polnische Literatur.