Julius-Maximilians-Universität Würzburg vor Entscheidung über den Status als Exzellenzuniversität
Heute, am 2. Oktober 2026, wartet die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) auf eine Entscheidung mit erheblichem Gewicht: Wird sie Exzellenzuniversität? Am Nachmittag wollen Wissenschaftsrat und Deutsche Forschungsgemeinschaft bekannt geben, welche Hochschulen den Titel erhalten. An der Universität sind etwa 25.000 Studierende eingeschrieben.
Für die JMU könnte eine positive Entscheidung zusätzliche Millionenförderung bedeuten. Universitätspräsident Paul Pauli verbindet damit bessere Bedingungen für Forschung, Lehre, Studium und Wissenstransfer, mehr internationale Sichtbarkeit und eine stärkere Anziehungskraft für Forschende und Studierende aus aller Welt. Der Titel wäre zugleich Anerkennung bisheriger Leistungen und würde zusätzliche Mittel für die Weiterentwicklung der Spitzenforschung bereitstellen.
Entscheidung auf Grundlage internationaler Gutachten
Über die Anträge entscheidet die Exzellenzkommission auf Grundlage von Gutachten internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Ihr gehören außerdem die für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Minister von Bund und Ländern an. Das Verfahren umfasst neben der Evaluation der bisher geförderten Exzellenzuniversitäten und des Exzellenzverbunds auch ein Neuausschreibungsverfahren für antragstellende Universitäten und Universitätsverbünde.
Der Titel ist allerdings kein Gütesiegel für jeden Hörsaal. Die Förderung bedeutet nicht automatisch, dass alle Lehrveranstaltungen oder Studiengänge besser sind als an anderen Hochschulen. Im Mittelpunkt steht vor allem die Forschung. Exzellenzuniversitäten zählen zur Spitzengruppe deutscher Hochschulen; verbunden sind damit jährlich 10 bis 15 Millionen Euro von Bund und Ländern. Die Förderung soll im Januar beginnen und sieben Jahre laufen, anschließend erfolgt eine erneute Prüfung.
Die Entscheidung fällt im Rahmen der Exzellenzstrategie, eines gemeinsamen Programms von Bund und Ländern zur Stärkung der universitären Spitzenforschung. Als dauerhaftes Förderprogramm soll die ExStra wissenschaftliche Spitzenleistungen fördern, Profilbildung und Kooperationen im Wissenschaftssystem unterstützen sowie den Wissenschaftsstandort Deutschland und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken. Dabei geht es sowohl um Leistungsspitzen in der Forschung als auch um die Qualität des Hochschul- und Wissenschaftssystems in der Breite.
Zwei Förderlinien, ein großes Programm
Die Exzellenzstrategie arbeitet mit zwei Förderlinien. Exzellenzcluster fördern international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an deutschen Universitäten und Universitätsverbünden. Exzellenzuniversitäten erhalten eine dauerhafte institutionelle Förderung, um ihre internationale Spitzenstellung in der Forschung zu stärken.
Seit Januar 2026 werden 40 Exzellenzcluster an 43 deutschen Universitäten gefördert. Für diese Förderlinie ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft zuständig. Seit 2019 werden außerdem zehn Universitäten und ein Universitätsverbund als Exzellenzstandorte gefördert; für die Förderlinie Exzellenzuniversitäten ist der Wissenschaftsrat zuständig.
Der finanzielle Rahmen wächst: Für die Förderung von Exzellenzclustern und Exzellenzuniversitäten stehen derzeit jährlich 533 Millionen Euro zur Verfügung. Ab 2026 steigt das Gesamtbudget auf 687 Millionen Euro pro Jahr. Grundlage ist eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern.
39 Expertinnen und Experten gestalten das Verfahren
Ausgestaltet wird das Förderprogramm vom Committee of Experts, das die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz eingesetzt hat. Es besteht aus 39 Personen mit ausgewiesener Forschungserfahrung in verschiedenen Wissenschaftsgebieten. Viele bringen zusätzlich langjährige Erfahrung im Ausland, im Hochschulmanagement, in der Lehre oder in der Wirtschaft mit.
Vorgeschlagen werden die Mitglieder der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz gemeinsam vom DFG-Senat und von der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats. Über die Anträge entscheidet in beiden Förderlinien die Exzellenzkommission. Sie besteht aus dem Committee of Experts sowie den für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder.
Bayern kennt das Gefühl, zur Spitzengruppe zu gehören, bereits: Die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Technische Universität München sind schon Exzellenzuniversitäten. Beide Münchner Universitäten nehmen nicht am Wettbewerb um die neuen Plätze teil. Für Würzburg bleibt es heute trotzdem spannend – und vermutlich wird auf dem Campus so mancher Blick öfter als sonst aufs Handy fallen.
Am 2. Oktober 2026 wird bekannt gegeben, welche Universitäten und Universitätsverbünde neu als Exzellenzstandorte ausgewählt und künftig gefördert werden. Weitere Informationen zum Programm sowie zu den aktuell geförderten Exzellenzclustern und Exzellenzuniversitäten gibt es auf www.exzellenzstrategie.de.
