Am 1. Oktober 2026 hat Dr. med. Adjmal Turjalei die Leitung der Klinik für Innere Medizin am St. Marien-Hospital in Düren-Birkesdorf übernommen. Der 48-Jährige ist Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, verfügt über langjährige klinische Erfahrung und bringt Schwerpunkte in der interventionellen Pneumologie, der Thoraxonkologie sowie bei interstitiellen Lungenerkrankungen mit.

Für das Krankenhaus kommt der Wechsel zu einem passenden Zeitpunkt. Die Pneumologie ist dort längst etabliert: Zum Angebot gehören pneumologische Endoskopien, also Lungenspiegelungen, die Versorgung von Menschen mit seltenen Lungenerkrankungen und die Diagnostik und Behandlung von Lungenkrebs. Nach der Krankenhausplanung des Landes Nordrhein-Westfalen ist das St. Marien-Hospital die einzige Klinik im Kreis Düren mit der Leistungsgruppe „Komplexe Pneumologie“. Damit besitzt es den Versorgungsauftrag für die spezialisierte Diagnostik und Behandlung schwerer und komplexer Lungenerkrankungen. Außerdem ist das Haus kooperierendes Lungenkrebszentrum für den Kreis Düren.

Erfahrung aus Köln, Hamburg und dem Intensivbereich

Turjalei will seine Erfahrung vor allem in drei Feldern einbringen. In der interventionellen Pneumologie werden Erkrankungen der Lunge und Atemwege mit endoskopischen Verfahren untersucht und teilweise auch behandelt. Die Thoraxonkologie befasst sich mit Tumorerkrankungen im Brustkorb, insbesondere mit Lungenkrebs. Bei interstitiellen Lungenerkrankungen geht es um teils seltene Erkrankungen des Lungengewebes und des Lungenstützgerüsts; hier liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der ambulanten Versorgung.

Zu seinen Qualifikationen zählt außerdem die Zusatzbezeichnung internistische Intensivmedizin. Turjalei beherrscht flexible und starre Bronchoskopien, den endobronchialen Ultraschall und gezielte Gewebeentnahmen. Beim endobronchialen Ultraschall werden über die Atemwege Strukturen im Brustkorb untersucht und Gewebeproben entnommen. In der internistisch-pneumologischen Intensiv- und Beatmungsmedizin behandelt er schwere akute Lungenerkrankungen ebenso wie chronisch lungenkranke Menschen, die ein Beatmungsgerät benötigen.

Vor seinem Wechsel nach Düren war Turjalei geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin und Pneumologie des St. Marien-Hospitals in Köln. Zuvor arbeitete er unter anderem in der Lungenheilkunde und Beatmungsmedizin der Asklepios Klinik Hamburg Harburg. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Universität zu Köln sowie bei Auslandsaufenthalten in Spanien und der Schweiz. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie.

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Innere Medizin als gemeinsames Dach

Als Chefarzt trägt Turjalei zugleich Verantwortung für das gesamte Spektrum der Inneren Medizin am St. Marien-Hospital. Neben der Pneumologie gehören dazu Gastroenterologie, Kardiologie, Onkologie und internistische Intensivmedizin. Die Abteilung bündelt außerdem Schlafmedizin sowie Intensiv- und Notfallmedizin. Für Patientinnen und Patienten, die gleichzeitig an mehreren Erkrankungen leiden, ist diese Verbindung der Fachbereiche praktisch relevant – die Probleme halten sich schließlich selten an Abteilungsgrenzen.

Die Abteilung beschreibt ihre Versorgungsstruktur als Verbindung eines ganzheitlichen Therapieansatzes mit Präzisionsmedizin. Neben fachlicher Kompetenz zählt sie die persönliche Betreuung der Patientinnen und Patienten zum Therapieerfolg. Als Teamvorteile nennt sie eine intensive Betreuung und die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Zum Leitungsteam gehört neben Chefarzt Turjalei, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie mit Zusatzqualifikation Intensivmedizin, die Sektionsleiterin Dr. med. Petra Hünnighausen. Sie ist Fachärztin für Gastroenterologie, Innere Medizin, Infektiologie und Allgemeinmedizin und verfügt über Zusatzqualifikationen in spezieller Schmerztherapie, Palliativmedizin, Sportmedizin und Ernährungsmedizin; außerdem ist sie ABS-Expertin.

Leitender Oberarzt ist Dr. med. Sascha Zschernitz, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie mit Zusatzqualifikation Intensivmedizin und der Bezeichnung Hypertensiologe DHL®. Zum ärztlichen Team gehören außerdem Oberarzt Dr. med. Christian Schäfer, Facharzt für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Pneumologie und Somnologie, sowie Oberärztin Dr. med. Verena Völker, Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie.

Wenn der Verdacht auf Lungenkrebs besteht

Lungenkarzinome gehören zu den häufigen Krebserkrankungen. Als wichtigster Risikofaktor gilt inhalativer Tabakkonsum. Die Einteilung erfolgt histologisch anhand einer Gewebeprobe: unterschieden werden nicht-kleinzellige Lungenkarzinome, kurz NSCLC, und kleinzellige Lungenkarzinome, SCLC.

Bei einem Verdacht folgt eine umfangreiche Diagnostik mit CT, MRT und PET-CT sowie Untersuchungen der Lungen- und Herzfunktion. Das Tumorstadium wird nach dem TNM-System bestimmt: T beschreibt die Ausdehnung des Primärtumors, N den Befall von Lymphknoten und M mögliche Fernmetastasen. Daraus ergeben sich die Stadien I bis IV. Stadium I bezeichnet einen peripheren Tumor der Kategorien T1 oder T2 ohne Lymphknotenbefall, also N0, und gilt als prognostisch am günstigsten. In Stadium II sind intrapulmonale Lymphknoten befallen, N1. Stadium III umfasst mediastinalen Lymphknotenbefall, N2 oder N3, und/oder höhere T-Stadien. Stadium IV liegt bei Fernmetastasen oder Tumorzellen im Pleuraerguss vor.

Für Behandlung und Prognose zählen neben dem histologischen Typ und dem Tumorstadium auch der Allgemeinzustand und die Begleiterkrankungen. Genetische und nicht-genetische Marker werden zunehmend genutzt, um die Prognose einzuschätzen und eine systemische Therapie auszuwählen. Im Lungenkrebszentrum Mittelhessen wird die stadiengerechte Behandlung nach aktuellen Leitlinien in einer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt. Grundlegende Behandlungssäulen sind Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie und Immuntherapie; die konkrete Entscheidung richtet sich nach den Krankheitsdaten jedes einzelnen Patienten.

Von der Operation bis zur palliativen Versorgung

Ob eine Operation möglich ist, hängt unter anderem vom Tumorstadium, der Lage des Tumors, seiner Histologie und den Begleiterkrankungen ab. Zur Einschätzung der Operabilität wird die Lungenfunktion bestimmt. Tumorausmaß und notwendige Resektion müssen gegen die verbleibende Lungenfunktion abgewogen werden. Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand – zugleich soll möglichst viel gesundes Lungengewebe erhalten bleiben.

Das Spektrum reicht von minimalinvasiver Endoskopie und Laserchirurgie bis zu erweiterten Eingriffen mit Herz-Lungen-Maschine. Die präoperative Diagnostik klärt, wie viel Lungengewebe entfernt werden kann. Minimalinvasive Verfahren belasten den Körper im Vergleich zu offenen Operationen weniger und können auch bei älteren oder gesundheitlich stark eingeschränkten Patienten eingesetzt werden.

Bei großen oder zentral gelegenen Tumoren kommen gewebeschonende Verfahren infrage: Tumortragende Lungenanteile werden entfernt, gesunde Gefäß- und Bronchusanteile wieder zusammengefügt und resezierte Bereiche rekonstruiert. So lässt sich bei manchen Tumoren die vollständige Entfernung eines Lungenflügels, eine Pneumonektomie, vermeiden. Auch Menschen, die früher als inoperabel galten, können dadurch eine kurative Behandlung erhalten. Wächst ein Tumor in Herz oder große Gefäße ein, sind Operationen unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine möglich; dafür besteht eine Kooperation mit der Kerckhoff-Klinik.

Zielgerichtete Strahlung kann kurativ eingesetzt werden oder bei fortgeschrittener Erkrankung Beschwerden behandeln und kontrollieren. In der Chemotherapie werden Medikamente entweder mit kurativer Absicht oder palliativ zur Verzögerung des Krankheitsfortschritts eingesetzt. Je nach Ausdehnung ist sie nach einer Operation, also adjuvant, oder vor einer Operation, neoadjuvant, möglich. Verwendet werden die verfügbaren Therapieprotokolle und Substanzen.

Auch Immun- und zielgerichtete Therapien spielen eine wachsende Rolle. Das Lungenkrebszentrum ist Behandlungspartner im Nationalen Netzwerk für Genomische Medizin, nNGM. Molekulare Analysen können genetische Veränderungen im Tumor sichtbar machen, für die zielgerichtete Therapien verfügbar sind. Immuntherapien nutzen Oberflächenmarker der Tumorzellen, damit das Immunsystem die Krebszellen besser erkennt und zerstört. Die entsprechenden Untersuchungen und Therapieverfahren werden regelmäßig angew