Ein Kabelbrand hat am späten Nachmittag in der Universitätsmedizin Mainz einen größeren Stromausfall ausgelöst. Die Stromversorgung auf dem Klinikgelände fiel aus, zeitweise war das gesamte Gelände stromlos. Für den Betrieb wurde auf Notstrom umgeschaltet.

Derzeit nimmt die Uniklinik keine neuen Patienten auf – auch die zentrale Notaufnahme bleibt vorerst außen vor. Zwei schwangere Frauen wurden vorsorglich in ein anderes Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Feuerwehr war die Patientenversorgung nicht gefährdet.

Rund 80 Einsatzkräfte vor Ort

Rund 80 Einsatzkräfte sind im Einsatz. Die Universitätsmedizin Mainz ist das größte Krankenhaus in Rheinland-Pfalz. Nach eigenen Angaben beschäftigt die Klinik rund 9.000 Menschen und versorgt jährlich etwa 395.000 Patienten ambulant und stationär.

Der Artikel der Allgemeinen Zeitung wurde am 26. September 2026 um 20:53 Uhr veröffentlicht.

Warum Notstrom nicht einfach alles sofort übernimmt

Bei einem Stromausfall stellen Krankenhäuser ihren Betrieb nicht augenblicklich vollständig wieder her. Die Systeme werden kontrolliert und nach einer vorab festgelegten Reihenfolge nacheinander gestartet. Das soll verhindern, dass das Stromsystem überlastet wird, und während der Übergangsphase Spannung und Frequenz stabil halten.

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Die Notstromversorgung ist üblicherweise in drei Bereiche eingeteilt. Zur Lebenssicherheit (Life Safety Branch) gehören Notbeleuchtung, Brandmelder und zentrale Kommunikationssysteme. Der Bereich Kritische Bereiche (Critical Branch) umfasst Intensivstationen, Operationssäle und weitere Bereiche der direkten Patientenversorgung. Zur Ausstattung (Equipment Branch) zählen etwa Klimaanlagen, Aufzüge und Kühlanlagen.

Wenn Kliniken sich gegenseitig helfen müssen

Bei einem längeren Stromausfall braucht es außerdem eine enge Koordination zwischen Krankenhäusern. Unter Umständen kann sogar die Evakuierung eines Krankenhauses notwendig werden. Dafür benötigen Kliniken vereinbarte Protokolle: für den Transport von Patienten, für die Kommunikation mit Rettungsdiensten und für die Abstimmung mit aufnehmenden Krankenhäusern.

In Mainz blieb es am 26.09.2026 zunächst bei der Umschaltung auf Notstrom und der vorsorglichen Verlegung der beiden schwangeren Frauen. Neue Patienten werden derzeit nicht aufgenommen.