Kampf gegen Desinformation: Neues Projekt stärkt Europas digitale Souveränität!
Am 7. Juli 2026 startete die Universität Kassel das innovative Verbundprojekt „SOURCE“. Ziel dieses Projekts ist, Desinformationskampagnen im Internet wirksam zu bekämpfen. Partner aus verschiedenen Bereichen der Forschung und Praxis arbeiten an der Schaffung einer europaweit nutzbaren Forschungs- und Analyseinfrastruktur, die große Mengen an Web- und Social-Media-Daten automatisiert erfasst. Die Universität Kassel berichtet, dass neuartige KI-Verfahren zur Analyse von Inhalten und Verbreitungswegen eingesetzt werden. Diese Technologien sollen unauthentische Informationskampagnen sichtbar machen und die digitale Souveränität Europas stärken.
Desinformation stellt heute eine signifikante Bedrohung für sozialen Zusammenhalt und demokratische Prozesse dar. Die Herausforderungen liegen besonders in der frühzeitigen Erkennung und Analyse von koordinierten Informationskampagnen, die durch die enorme Menge an Online-Inhalten erschwert werden. Die Verbreitung generativer Künstlicher Intelligenz verstärkt diese Problematik zusätzlich.
Forschung und Kooperation
Der Projektleiter, Prof. Dr. Martin Potthast von der Universität Kassel, erläutert, dass das Ziel des Projekts darin besteht, Werkzeuge zur frühzeitigen Erkennung von Desinformation zu entwickeln. Die Universität Kassel bringt ihre Expertise im Fachgebiet „Deep Semantic Learning“ ein, das von hessian.AI gefördert wird. Die Schwerpunkte des Fachgebiets liegen in der inhaltsbasierten Desinformationserkennung, der Detektion KI-generierter Texte, stilometrischen Analysen, Text Watermarking und Argumentation Mining.
Die Projektkoordination liegt bei der Universität Passau, während weitere Partner das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die Open Search Foundation e.V. sowie die Alliance4Europe gGmbH sind. Der offizielle Startschuss für das Projekt fiel am 27. April 2026 in Form eines Auftaktworkshops in Passau, und die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre. Für die Umsetzung erhält die Universität Kassel eine Förderung in Höhe von 580.000 Euro.
Umfangreiche Forschungsförderung
Parallel zu diesem Projekt fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) intensive Forschungsarbeiten im Bereich Desinformation. Besonders der Zusammenhang zwischen künstlicher Intelligenz, Deepfakes und gesellschaftlicher Resilienz steht im Fokus. Am 16. März wurde bekannt gegeben, dass über 40 Millionen Euro für die Desinformationsforschung eingeplant sind.
Die Projekte werden im Rahmen der Förderrichtlinie „Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren“ gefördert. In der ersten Runde wurden bereits 11 interdisziplinäre Projekte ausgewählt, und im Jahr 2026 sollen zehn weitere Forschungsprojekte starten. Dorothee Bär, die Bundesministerin für Forschung, betont die Notwendigkeit der Forschungsförderung in dieser kritischen Thematik und die daraus erwachsenden Chancen für die Gesellschaft.
Die geförderten Forschungsprojekte sind vielfältig und reichen von KI-gestützten Dialogsystemen zur Prüfung von Texten und Bildern bis hin zu Monitoring- und Analyseinfrastrukturen zu Desinformation in mehreren Sprachen. Diese Projekte zielen darauf ab, die Medienkompetenz der Bürger zu stärken und sie besser vor desinformierenden Inhalten zu schützen.
