Die heutige Eröffnung einer neuen Ausstellung im Botanischen Garten Osnabrück markiert den Beginn der diesjährigen Aktionswoche für mehr Artenschutz und Biodiversität. Diese Veranstaltung, die bis zum 22. November 2023 im Nordamerika-Areal sowie auf der Obstwiese hinter dem Heilpflanzengarten zu sehen ist, hat sich dem Fokus auf die Pflanzenvielfalt und deren Lebensräume verschrieben. Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Bedeutung der Artenvielfalt zu schaffen und praktische Tipps zur Förderung dieser Vielfalt im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu geben, wie uni-osnabrueck.de berichtet.

Im Rahmen der Ausstellung können Besucher kleine Lebensräume erkunden, die für Pilze, Insekten und Wirbeltiere essenziell sind. Dazu zählen beispielsweise Hecken, Steinmauern und alte Bäume. Neben einem Rundgang lädt die Grüne Schule am 14. Juni um 11 Uhr zu einem Sonntagsspaziergang ein. Ein weiteres Highlight stellt die Veranstaltung am 18. Juni um 18 Uhr dar, die sich mit dem Thema „Wilde Pflanzenvielfalt Niedersachsens: Schutzbedürftige Arten und ihre Lebensräume“ beschäftigt. Treffpunkt für die Veranstaltungen ist An der Linde.

Hintergrund zur Artenvielfalt

Professor Dr. Sabine Zachgo, Direktorin des Botanischen Gartens Osnabrück, weist auf die alarmierende Lage in Deutschland hin: Rund ein Drittel aller wildlebenden Pflanzen-, Tier- und Pilzarten sind im Rückgang oder bereits verschwunden. Diese Ausstellung sowie die gesamten Aktivitäten sind Initiativen des Verbands Botanischer Gärten e.V., der sich mit 92 Mitgliedsgärten im deutschsprachigen Raum für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzt. Dabei orientiert sich der Verband an den 17 Zielen der nachhaltigen Entwicklung der UN sowie an der Nationalen Strategie für biologische Vielfalt, die umfassende Maßnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt vorsehen, wie auf bfn.de ausführlich dargelegt wird.

Ein weiterer Aspekt der Biodiversitätsstrategie ist die World Flora Online (WFO), die nicht nur durch wissenschaftliche Institutionen, sondern auch durch die „Globale Strategie zum Schutz der Pflanzen“ entstanden ist. Diese Strategie wurde 2002 von der UN-Konvention über die biologische Vielfalt formuliert und verfolgt das Ziel, bis 2020 eine ständig aktualisierte, frei zugängliche Datenbank über alle bekannten Pflanzenarten aufzubauen. Seit 2020 bemühen sich 52 Botanische Gärten, Daten zu Klassifikation, Benennung, Verbreitung und Gefährdung von Landpflanzenarten zu sammeln, wie fu-berlin.de erklärt.

Die dringende Notwendigkeit des Handelns

In Deutschland gelten etwa 30 % der Pflanzenarten als gefährdet. Der Verlust von Pflanzenvielfalt hat nicht nur dramatische Auswirkungen auf unsere Ökosysteme, sondern auch auf die menschliche Zivilisation. Die Bedeutung der Biodiversität für die Stabilität von Ökosystemen und deren Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen kann nicht unterschätzt werden. Jährlich werden etwa 2000 neue Blütenpflanzenarten beschrieben, was deutlich macht, dass unsere Kenntnisse über die Flora im Umbruch sind.

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Um den Herausforderungen des Artensterbens zu begegnen, erfordert die Umsetzung der Nationalen Strategie für biologische Vielfalt (NBS) 2030 ein starkes gesellschaftliches Bewusstsein und die Unterstützung aller Akteure. Ein öffentlicher Konsultationsprozess, der am 15. Juni 2023 gestartet wurde, ermöglicht es Bürger*innen und Interessengruppen, die Ziele und Maßnahmen zu kommentieren. Bis 2030 werden insgesamt 21 Handlungsfelder definiert, die auch den effektiven Schutz der Artenvielfalt umfassen.

Diese Aktionswoche im Botanischen Garten Osnabrück ist somit nicht nur eine lokale Veranstaltung, sondern Teil eines umfassenden globalen und nationalen Anliegens zur Förderung der Artenvielfalt und zum Schutz gefährdeter Pflanzenarten in einem sich wandelnden Umweltkontext.