Im Juni 2026 lädt das StadtLabor Münster zu einer spannenden Vortrags- und Workshopreihe mit dem Titel „Mapping from below“ ein. Diese zweigeteilte Reihe ist eine Fortsetzung der erfolgreichen Lecture Series „We are not above – Mapping the earth from inside“, die im Jahr 2025 stattfand. Diese Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem Kollektiv orangotango und zielt darauf ab, neue Perspektiven auf die Kartographie und deren gesellschaftliche Bedeutung zu eröffnen.

Die Reihe umfasst zwei zentrale Themen, die sich intensiv mit der Visualisierung und der Wahrnehmung von Umwelt und sozialen Konflikten beschäftigen. Der erste Vortrag, „Maps of Anger“, findet am Dienstag, den 2. Juni, um 18 Uhr im Geo1, Lernatelier, statt. Philippe Rekacewicz von der Universität Wageningen und visionscarto wird die Ursachen von Wut über Ungerechtigkeiten und Gewalt untersuchen. Ziel des Vortrags ist es, diese Emotionen visuell darzustellen und darüber zu diskutieren, wie Design, Farben und Zielgruppen die Wahrnehmung dieser Themen beeinflussen.

Amphibische K/arten und feministische Perspektiven

Der zweite Vortrag mit dem Titel „Amphibische K/arten“ wird am Donnerstag, den 18. Juni, um 17 Uhr im Gruppenraum 1 der B-Side Münster stattfinden. Referentin Katrin Singer von der Universität Hamburg und dem Kollektiv Kartattack thematisiert die Entstehung der Kartographie sowie oft übersehene Aspekte dieser Praxis. Ihr Fokus liegt auf der Bedeutung von Flüssen und Flusslandschaften für unser Wissen und unsere Wahrnehmung der Welt. Besonders interessant ist der feministisch-relationale Zugang zur Kartographie, der kreative und künstlerisch-ethnographische Methoden einbezieht, um mehrperspektivische Erfahrungen von Raum, Zeit und Leben zu fördern.

Diese hochaktuellen Themen sind auch in einem breiteren geographischen Kontext relevant. Das Geodatenzentrum bietet umfassende Anwendungen, Landkarten und Software an, die kostenlos im Rahmen des Geodatenzugangsgesetzes zur Verfügung gestellt werden. Laut dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) ist die Bereitstellung von amtlichen Geobasisdaten und Webdiensten eine zentrale Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland, um die Translation von Wissenssystemen zu unterstützen. Die Geodaten sind nicht nur für die Wissenschaft von Bedeutung, sondern auch für die allgemeine Öffentlichkeit, die Zugang zu verschiedenen Geoinformationen erhält.

Open Data und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

Die Daten des BKG sind in unterschiedlichen Formaten wie GeoJSON, Shapefile oder CSV verfügbar, was eine breite Nutzung in verschiedenen Webangeboten ermöglicht. So können Karten in eigene Webseiten eingebettet oder Daten mit spezifischen Parametern angepasst werden. Das Angebot wird durch Lizenzhinweise ergänzt, die weitere Informationen zur Nutzung und Verbreitung der Geodaten enthalten. Insbesondere der Unfallatlas und der Regionalatlas Deutschland veranschaulichen, wie Geodaten zur Analyse und Diskussion von Raum und gesellschaftlichen Themen eingesetzt werden können.

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Die kommenden Veranstaltungen im StadtLabor Münster bieten nicht nur einen tiefen Einblick in die Thematik der Kartographie, sondern fordern auch zur kreativen Auseinandersetzung mit Raum und gesellschaftlichen Konflikten auf. Sowohl die Vorträge von Rekacewicz und Singer als auch die bereitgestellten Geodaten des BKG zeigen, wie wichtig es ist, neue Perspektiven einzunehmen und Vielfalt in der Kartierung zu fördern.