Am 7. Juli 2026 wurde die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Wissenschaft erneut hervorgehoben. An Universitäten wird KI zunehmend als „neue*r Kolleg*in“ wahrgenommen, was sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Im Rahmen des Universitätsverbands UniWinD wurde das Netzwerk „KI als neue*r Kolleg*in?“ gegründet, das sich speziell mit der Qualifizierung von Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen in Deutschland beschäftigt. Die Universität Paderborn ist Teil dieses Netzwerks und arbeitet eng mit dem Paderborn PhD & Postdoc Support Office sowie dem Jenny Aloni Network für Early Career Researchers (JANE) zusammen, wie die Universität Paderborn berichtet.

Das Netzwerk gewährt interessierten Promovierenden und Postdocs die Möglichkeit zur Anmeldung über ein Formular, wobei der Anmeldeschluss am 15. Juli liegt. Geplante Formate umfassen regelmäßige Online-Austausch-Runden und themenbezogene kleine Sprintgruppen. Diese Sprintgruppen sind darauf ausgerichtet, innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens konkrete Ergebnisse zu erarbeiten, die der UniWinD-Community zugutekommen. Dr. Alexandra Wiebke von der Universität Paderborn ist Teil des Koordinationsteams, das die Themen bündelt, Aktivitäten plant und Ergebnisse sichert.

Nutzerorientierte KI-Anwendungen im Fokus

Das übergeordnete Ziel des Netzwerks ist es, praktische KI-Bausteine für den Arbeitsalltag bereitzustellen und einen Raum für kollegialen Austausch zu schaffen. UniWinD, das mittlerweile 88 Mitgliedseinrichtungen in Deutschland umfasst, hat den Fokus auf die Nachwuchsförderung gelegt. Es strebt die Optimierung der Qualifizierungsbedingungen für Promovierende und junge Wissenschaftler:innen in der Postdocphase an und möchte diesen bessere Karrierechancen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Hochschulen bieten, wie auch UniWind.org ausführlich thematisiert.

Auf staatlicher Ebene hat Deutschland seit 2018 eine umfassende KI-Strategie verfolgt. Hierbei wurden die jährlichen Investitionen in KI vom BMFTR von 2017 bis heute mehr als verzwanzigfacht. Aktuell fördert das Ministerium 50 Maßnahmen zur Erforschung, Entwicklung und Anwendung von KI, wobei die Schwerpunkte auf Forschung, Kompetenzentwicklung, Infrastrukturen und dem Transfer in die Anwendung liegen. Im Rahmen des KI-Aktionsplans soll das deutsche KI-Ökosystem gestärkt werden, wobei insbesondere die Schnittstelle zu Bildung, Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft im Fokus steht.

Der KI-Aktionsplan sieht zudem die Einführung von mindestens 20 weiteren Initiativen vor. Für die laufende Legislaturperiode plant das BMFTR Investitionen von über 1,6 Milliarden Euro in KI. Dieses Engagement soll sicherstellen, dass Deutschland seine exzellenten Forschungs- und Kompetenzbasen in wirtschaftliche Erfolge umsetzt und dabei einen spürbaren Nutzen für die Gesellschaft schafft. Fragen zu den Alleinstellungsmerkmalen von KI „Made in Germany“ sowie zur Verzahnung mit bestehenden Stärken sollen in einem fundierten Diskurs behandelt werden.

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Ein Blick auf laufende Entwicklungen

Insgesamt zeigt sich, dass sowohl auf universitärer als auch auf staatlicher Ebene erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um das Potenzial von Künstlicher Intelligenz auszuschöpfen. Während UniWinD mit seinem Netzwerk vor allem junge Wissenschaftler:innen unterstützt, verfolgt die Bundesregierung mit ihrem KI-Aktionsplan das Ziel, die technische und wissenschaftliche Basis Deutschlands weiter zu vertiefen. Der Diskurs über mögliche Risiken von KI und die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen soll durch wissenschaftlich fundierte Ansätze bereichert werden.