Am 30. April 2026 wurde in Berlin ein bedeutender Bericht zur Förderung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Deutschland überreicht. Der Co-Vorsitzende der Expertenkommission „Wettbewerb und Künstliche Intelligenz“, Prof. Dr. Rupprecht Podszun von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, übergab das Dokument an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. Diese Initiative, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen für KI in Deutschland und Europa entscheidend zu verbessern.
Der Abschluss der Arbeiten der Kommission sowie die Vorstellung zentraler Handlungsempfehlungen fanden am 28. April statt. Hierbei wurden sieben Prinzipien und 20 klare Empfehlungen erarbeitet, die darauf abzielen, den KI-Standort Deutschland zu stärken. Diese Empfehlungen werden von der Wissenschaft als grundlegend für die Zukunft der digitalen Wirtschaft in Deutschland angesehen.
Zentrale Handlungsfelder
Die Expertenkommission hat verschiedene zentrale Handlungsfelder identifiziert. Hierzu zählen unter anderem:
- Infrastruktur und digitale Souveränität: Der Aufbau wettbewerbsfähiger KI-Infrastrukturen und die Verbesserung der Standortfaktoren sind essenziell.
- Finanzierung: Der Vorschlag zur Schaffung eines Staatsfonds „Deutsches Zukunftskapital“ in Höhe von etwa 300 Milliarden Euro soll innovative Projekte vorantreiben.
- Daten: Die Vereinfachung des Datenschutzes und der Aufbau offener Datenräume, insbesondere für Gesundheitsdaten, sind von großer Bedeutung.
- Wettbewerb und (De-)Regulierung: Hierbei spielt die Durchsetzung des Digital Markets Act eine zentrale Rolle.
- Talent und Transfer: Die Einrichtung eines Fast Track für Fachkräfte sowie die Förderung von KI-Kompetenzen in Schulen stehen im Fokus.
Zusätzlich wird die Bundesregierung aufgefordert, essentielle Basis-Infrastrukturen für KI wie Rechenzentren und Cloud-Computing zu priorisieren. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Fragmentierung innerhalb Deutschlands zu vermeiden und ein einheitliches, europäisches Denken zu fördern, wie bundeswirtschaftsministerium.de berichtet.
Marktwirtschaftliche Ansätze und Bürokratieabbau
Ein zentrales Anliegen der Empfehlungen ist, dass alle Bundeshaushaltspositionen die Integration von KI als festem Bestandteil behandeln sollten, statt sie als Sonderposten zu betrachten. Die Kommission plädiert für einen unbürokratischen Zugang zu Fördermitteln und Daten für Unternehmen, insbesondere für KMU und Start-ups. Hierbei soll der Staat als Ankerkunde für die europäische KI-Infrastruktur agieren, um den Ausbau weiter voranzutreiben.
Darüber hinaus wurde die Notwendigkeit betont, die regulatorischen Hürden zu senken und administrative Bürokratie abzubauen, um KI-Innovationen nicht zu behindern. Hierzu gehört auch die Schaffung eines Modells im Bereich Life Sciences, das als Beispiel für erfolgreiche KI-Anwendungen in regulierten Bereichen dienen soll. Diese Ansätze legitimieren die Hoffnung auf eine nachhaltige Förderung von KI in Deutschland, wie aus dem Bericht der Heinrich-Heine-Universität hervorgeht.
Der umfassende Abschlussbericht ist unter www.jura.hhu.de/ki-kommission abrufbar und bietet eine detaillierte Grundlage für die künftige Gestaltung der KI-Strategie in Deutschland.