Klinikum Bielefelds Krebszentrum bestätigt: DKG rezertifiziert viszeralonkologische Versorgung
Am Klinikum Bielefeld-Mitte gibt es erneut gute Nachrichten aus der Krebsmedizin: Das Viszeralonkologische Zentrum wurde im Oktober 2026 erfolgreich auditiert. Auch der Schwerpunkt Endokrine Malignome erhielt wieder die Bestätigung durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG).
Für Geschäftsführer Michael Ackermann ist die Rezertifizierung ein Zeichen für die hohe Qualität der onkologischen Versorgung und Behandlung am Klinikum. Das Viszeralonkologische Zentrum war erstmals 2020 durch die DKG zertifiziert worden. Nach Angaben des Klinikums bestätigt die erneute Anerkennung die kontinuierliche Weiterentwicklung und das universitäre Niveau der medizinischen Versorgung.
Viele Fachrichtungen, ein Behandlungsplan
Patientinnen und Patienten profitieren laut Universitätsprofessor Dr. med. Marcel Binnebösel von moderner Diagnostik und Therapie, einem erfahrenen interdisziplinären Behandlungsteam und hohen Fallzahlen – darunter viele komplexe Fälle. Binnebösel leitet das Zentrum gemeinsam mit Prof. Dr. med. Jan Heidemann, dem Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie. Als Ansprechpartner werden beide auch auf der Website des Zentrums genannt; Binnebösel ist dort als Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie aufgeführt.
Das Viszeralonkologische Zentrum ist Bestandteil des Krebszentrums des Klinikums Bielefeld und umfasst mehrere spezialisierte Organkrebszentren. Behandelt werden Tumorerkrankungen dieser Organe in hoher Fallzahl. Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen besprechen jeden Fall individuell und erstellen einen maßgeschneiderten Behandlungsplan. Beteiligt sind unter anderem Gastroenterologie und Onkologie, Chirurgie, Radiologie, Strahlentherapie und Pathologie.
Zur Versorgung gehört dabei mehr als die medizinische Behandlung allein. Pflegerische Unterstützung, Physiotherapie und psychoonkologische Betreuung stehen ebenso zur Verfügung. Speziell geschultes Personal hilft bei der Anpassung an die veränderte Lebenssituation und bei der Rückkehr in den Alltag. Der Sozialdienst organisiert bei Bedarf Anschlussheilbehandlungen, Unterstützung für zu Hause und erforderliche Hilfsmittel. Eine spezialisierte Ernährungsberatung informiert insbesondere über mögliche Ernährungserfordernisse nach Operationen – ein Detail, das im Klinikalltag schnell sehr praktisch wird.
Wegen der Ergebnisqualität wurde das Zentrum im reduzierten Auditzyklus überwacht. Laut Klinik ist dieser Zyklus etablierten Zentren mit herausragenden Behandlungsergebnissen vorbehalten.
Gespräch mit Experten an der Universität
Wer Fragen zur Krebsbehandlung hat oder einfach zuhören möchte, kann am ersten Patienteninformationstag „UK OWL gegen Krebs“ mit Experten des Klinikums ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung findet am Samstag, 14. November, an der Universität Bielefeld statt. Allgemeine Informationen gibt es von 11 bis 16 Uhr im Erdgeschoss des Hauptgebäudes.
Marcel Binnebösel hält dort den Vortrag „Moderne Therapien des Magen- und Speiseröhrenkrebses – von der Immuntherapie zur Robotik“. Beginn ist um 11:45 Uhr im Hörsaal H15. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen stehen unter ukowl-gegen-krebs.de.
Der Blick auf die Männergesundheit
Wie sich zertifizierte Krebsversorgung weiterentwickelt, zeigt auch ein aktueller Bericht aus einem anderen Bereich: Movember veröffentlichte erstmals einen zusammenfassenden Bericht zur Männergesundheit auf Grundlage der deutschen PCO-Studie, also der Prostate Cancer Outcome-Studie.
Ausgewertet wurden Daten aus den vergangenen neun Jahren von 47.466 Teilnehmern. 162 Prostatakrebszentren lieferten Daten – das entspricht 80 Prozent aller zertifizierten Zentren im deutschsprachigen Raum. Drei Entwicklungen stehen im Mittelpunkt: Robotische Eingriffe werden bei der Behandlung zunehmend eingesetzt, Operationen beeinflussen Sexualfunktion und Harnkontinenz, und die von Patienten gemeldeten Behandlungsergebnisse, die sogenannten Patient-Reported Outcomes, sind für eine hochwertige Versorgung wichtig.
Sarah Weller, Global Director of Prostate Cancer bei Movember, erklärte, die Daten hätten die Forschung vorangebracht und die Versorgung messbar verbessert. Movember dankte der Deutschen Krebsgesellschaft, dem Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe, OnkoZert, ClarData und den 162 beteiligten Zentren.
