Kölner Universität erhält Auszeichnung für herausragendes Gleichstellungskonzept
Die Universität zu Köln wurde am 24. Juni 2026 im Rahmen des Professorinnenprogramms mit dem Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“ ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigt das umfassende Gleichstellungskonzept der Universität, das darauf abzielt, die Chancengleichheit von Frauen in wissenschaftlichen Karrieren zu fördern. Vertreter des Bundesministeriums für Forschung und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW überreichten die Auszeichnung an den Rektor der Universität, Professor Dr. Joybrato Mukherjee.
Die Auszeichnung ist mehr als nur ein Titel; sie eröffnet der Universität die Möglichkeit, bis zu drei Anschubfinanzierungen für die Erstberufung von Frauen auf unbefristete W2- oder W3-Professuren zu beantragen. Jedes Berufungsverfahren muss dabei dem Prinzip der Bestenauslese folgen. Dies zeigt die konsequente Strategie der Universität, talentierte Frauen in akademische Führungspositionen zu bringen.
Finanzielle Unterstützung und langfristige Perspektiven
Das finanzielle Engagement für Gleichstellungsmaßnahmen ist beträchtlich. Die Finanzierung der neuen Professuren erfolgt über fünf Jahre durch den Bund, wodurch insgesamt 1,2 Millionen Euro für Gleichstellungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Zusammen mit zusätzlichen Fördermitteln des Landes und dem Eigenanteil der Universität wird ein Gesamtvolumen von rund 2,4 Millionen Euro bis 2030 bereitgestellt.
Das Professorinnenprogramm 2030, das im November 2022 beschlossen wurde, zielt darauf ab, die Anzahl der Professorinnen zu erhöhen und die Gleichstellung an Hochschulen zu stärken. Insgesamt stehen für das Programm über einen Zeitraum von acht Jahren 320 Millionen Euro zur Verfügung, was es zu einer tragenden Säule der Gleichstellungsförderung in Deutschland macht. Bisher hat das Programm über 1.000 Professuren gefördert, um der „Leaky Pipeline“ entgegenzuwirken, einem Phänomen, bei dem Frauen in akademischen Positionen systematisch weniger vertreten sind.
Die Rolle der Wissenschaft und weitere Maßnahmen
Hochschulen sind aufgefordert, Gleichstellungskonzepte einzureichen, die extern begutachtet werden. Im Rahmen des Professorinnenprogramms müssen sie konkrete Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen entwickeln. Dabei wird auch der Fokus auf Gender-Controlling gelegt, um die Fortschritte messbar zu machen. Die Universität zu Köln ist eine von zwölf Hochschulen, die in der zweiten Auswahlrunde zum Professorinnenprogramm 2030 überzeugen konnten.
Zusätzlich zu den Anschubfinanzierungen wird eine W1-Professur mit Aussicht auf Verstetigung in Wirtschaftsgeographie und Globalem Süden eingerichtet, die am 1. September 2026 besetzt wird. Professorin Dr. Gesa Finke, die im Rahmen des Programms für Musikwissenschaft berufen wurde, ist ein weiteres Beispiel für den erfolgreichen Ansatz der Universität.
Die weiterhin bestehende Kluft zwischen weiblichen und männlichen Bildungsabschlüssen, insbesondere in der akademischen Laufbahn, zeigt, dass trotz positiver Entwicklungen nach wie vor Handlungsbedarf besteht. In Deutschland sind nur 30% der Professoren weiblich, obwohl 46% der Doktorandinnen und 36% der Habilitandinnen Frauen sind. Daher sind kontinuierliche Anstrengungen erforderlich, um die Repräsentation von Frauen in wissenschaftlichen Führungspositionen zu verbessern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auszeichnung der Universität zu Köln ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung in der Wissenschaft darstellt. Durch die Kombination aus finanzieller Unterstützung und strukturierten Programmen wird ein nachhaltiger Beitrag zur Chancengleichheit von Frauen in der Wissenschaft geleistet. Für die weiteren Fortschritte sind jedoch langfristige Strategien und konsequente Umsetzung notwendig, um die Zielvorgaben des Professorinnenprogramms 2030 erfolgreich zu erreichen.
Weitere Informationen über das Professorinnenprogramm und die Rolle der Gleichstellung in der Wissenschaft finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Forschung, der Universität zu Köln sowie der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz.
