Am 11. Juni 2026 trafen sich in Aden, Jemen, Prof. Dr. med. dent. Ahlam Hibatullah, Dekanin der Zahnmedizinischen Fakultät der Universität Aden, und Prof. Dr. Elizabeth Prommer, Rektorin der Universität Rostock. Das Hauptanliegen dieses Treffens war die Wiederaufnahme der langjährigen Kooperation zwischen den beiden Institutionen, die seit über zwei Jahrzehnten besteht. Ein zentraler Fokus liegt auf dem Wissenstransfer zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im Jemen, insbesondere für Kinder, die an Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (LKGS) leiden. Laut uni-rostock.de sind die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften durch die Universitätsmedizin Rostock entscheidend, um die Überlebenschancen und die Lebensqualität dieser Kinder zu verbessern.

Die Kooperation zwischen der Universitätsmedizin Rostock und der Universität Aden hat ihre Wurzeln in der ambulanten und operativen Versorgung von Kindern mit LKGS, die im Jahr 2004 in Aden begann. Fünf Jahre später wurde das Spaltzentrum Aden, das erste Fachzentrum für kraniofaziale Fehlbildungen auf der Arabischen Halbinsel, eröffnet. Zielgerichtete Maßnahmen, wie die Ausbildung lokaler Mediziner, wurden in diesem Rahmen eingeführt, um die medizinische Expertise im Jemen zu stärken. Prof. Hibatullah leitet das Spaltzentrum in Aden und hat ihre Fachzahnarztweiterbildung in Rostock absolviert, was die Bedeutung der bilateralen Zusammenarbeit unterstreicht.

Wachsender Bedarf an medizinischer Expertise

Die politischen und sozialen Herausforderungen im Jemen verursachen erhebliche Schwierigkeiten im Gesundheitssektor. Dennoch werden neue Ausbildungsformate angestrebt, um der anhaltenden instabilen Lage zu begegnen. Dr. med. Ahmed Alwali und PD Dr. Mark Philipp von der Universitätsmedizin Rostock besuchten im März 2026 die Universität Aden zur Evaluierung von Ausbildungsangeboten für minimalinvasive viszeralchirurgische Verfahren. Der Empfang in Aden war überaus herzlich, was die Wertschätzung für die Kooperation zwischen beiden Institutionen widerspiegelt.

Im Rahmen der Bemühungen um eine bessere medizinische Versorgung im Jemen engagieren sich Zahnmediziner des Universitätsklinikums Rostock im ersten jemenitischen Behandlungszentrum für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Bereits im November 2008 reiste ein erstes Team nach Aden, um Kindern zu helfen. Diese Initiative wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unterstützt und zielt darauf ab, nicht nur Patienten zu behandeln, sondern auch einheimische Mediziner weiterzubilden. So reiste im Dezember 2025 Klinikdirektor Professor Dr. Karsten Gundlach nach Aden, um ein Seminar für 19 Mediziner aus dem Jemen, Äthiopien und Kuba abzuhalten, dessen Ziel die Verbesserung der interdisziplinären Patientenversorgung war, wie med.uni-rostock.de berichtet.

Auszeichnung und zukünftige Einsätze

Am Ende des Seminars wurde Professor Gundlach mit der Medaille der Universität Aden ausgezeichnet. Diese Ehrung reflektiert den Erfolg der bisherigen Zusammenarbeit und das Engagement der Rostocker Fachleute, die im Jahr 2007 den Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Universitäten unterzeichneten. Diese Maßnahme stellte einen Meilenstein dar und führte zur Eröffnung des ersten Zentrums für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten im Jemen im Jahr 2008. Laut adra.de wird das nächste Rostocker Team der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie im März 2027 in Aden erwartet, um die laufenden Projekte weiterzuführen.

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Insgesamt zeigt die langjährige Kooperation zwischen den Universitäten Rostock und Aden, wie vielschichtig und nachhaltig internationale Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich sein kann, insbesondere in einem von Krisen betroffenen Land wie dem Jemen. Der Austausch von Wissen und die Ausbildung lokal ansässiger Mediziner stehen dabei im Mittelpunkt, um die medizinische Versorgung und die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.