Am 11. Juni 2026 widmete sich die Universität Heidelberg in einer besonders aufschlussreichen Veranstaltung den Herausforderungen, vor denen liberale Demokratien weltweit stehen. Dabei wird betont, dass autoritär-populistische Kräfte an Einfluss gewinnen und die politische Polarisierung in vielen Ländern zunimmt. In diesem Kontext erläuterte Prof. Aurel Croissant, Politikwissenschaftler an der Universität Heidelberg, das Konzept der demokratischen Resilienz.
In seinem Vortrag stellte Prof. Croissant die zentrale Frage in den Raum: Warum bewältigen einige Demokratien Belastungen erfolgreich, während andere daran scheitern? Seine Analyse basiert auf Beispielen aus Europa, Nordamerika und Asien. Ein besonderes Augenmerk galt den Herausforderungen sowie den Stärken der deutschen Demokratie. Seine Forschung umfasst die Theorie und Messung der Widerstandsfähigkeit demokratischer Systeme, was in der gegenwärtigen politischen Landschaft von großer Bedeutung ist. Die Vorträge sind Teil der Ruperto Carola Ringvorlesung, die sich mit gesellschaftlich relevanten Forschungsfragen befasst, um diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Demokratische Resilienz im Fokus
Die Ruperto Carola Ringvorlesung bringt in der aktuellen Reihe verschiedene disziplinäre Perspektiven zusammen, um die Herausforderungen für Demokratien zu beleuchten. Das Anliegen von Prof. Croissant und seinen Kollegen ist es, mit der interessierten Öffentlichkeit über die Zukunft des demokratischen Zusammenlebens ins Gespräch zu kommen. Nach Croissants Vortrag werden vier weitere Vorträge von Wissenschaftlern der Universitäten Heidelberg und Tübingen folgen. Diese behandeln unter anderem die verfassungsrechtlichen Grundlagen einer wehrhaften Demokratie, die Auswirkungen von Verschwörungstheorien sowie die Bedeutung von Demokratiebildung.
Die Veranstaltungen finden montags in der Aula der Alten Universität statt und beginnen jeweils um 18.15 Uhr. Interessierte haben die Möglichkeit, die Vorträge im Nachgang auf heiONLINE abzurufen. Dies unterstreicht das Bestreben der Universität, zeitgemäße und relevante Diskurse über die aktuellen Herausforderungen der Demokratie zu fördern und ein breites Publikum zu erreichen.