Die Demokratie steht in der aktuellen Zeit zunehmend unter Druck. Das zeigt sich deutlich auf der 3. Tagung des Zentrums Religion, Kirche, Gesellschaft im Wandel (ZRKG), die am 27. Mai 2026 stattfand. Diese Tagung, mitorganisiert von Professor Dr. Rico Behrens, Professor für Politische Bildung an der KU, thematisierte den tiefgreifenden Strukturwandel der Öffentlichkeit, insbesondere im Kontext von Konflikten und Krisensituationen.
Unter dem Fokus auf soziale Gerechtigkeit, Militärkonflikte, Migration sowie die Klimakrise behandelten die Teilnehmer die Frage, warum die liberale Demokratie zunehmend als in der Krise wahrgenommen wird. Die Tagung erkannte auch die Gefahr, die nationalistisch-autoritäre Bewegungen für das demokratische System darstellen. Angesichts dieser Herausforderungen wurde das Ziel formuliert, Wege zu finden, gesellschaftliche Konflikte fair auszutragen.
Interdisziplinäre Ansätze und der Einfluss von Religion
In einem interdisziplinären Rahmen aus Politikwissenschaft, Theologie und Kommunikationswissenschaft wurde die Notwendigkeit offener und kontroverser Debatten angesprochen. Diese seien in Zeiten der Polarisierung besonders wichtig, um die gesellschaftliche Kohäsion zu stärken. Religion spielte hierbei eine zentrale Rolle und wurde als Querschnittsthema in Krisen und Konflikten hervorgehoben.
Die Teilnehmer diskutierten außerdem, weshalb religiöse Überzeugungen als wichtige Ressourcen für den konstruktiven Umgang mit Krisen dienen können. Dies schließt auch den Bedarf an theologischer Kritik und religionssensibler Aufklärung ein. Der Austausch der unterschiedlichen Werte und Haltungen wird als notwendig erachtet, um gemeinsame Wege in Krisenzeiten zu finden.
Medienverantwortung und demokratische Streitkultur
Ein wichtiger Aspekt der Tagung war der Einfluss von Medien und Journalismus. Die Wandel durch soziale Medien, die oft zu einer Fragmentierung des Diskurses führen, wurde kritisch beleuchtet. Hierbei wurde auch die Verantwortung der großen Plattform-Konzerne angesprochen. Es stellte sich die Frage, wie man den Schutz und die Neuübung einer demokratischen Streitkultur gewährleisten kann, um den Herausforderungen der heutigen Zeit zu begegnen.
Das Programm der Tagung umfasste wissenschaftliche Vorträge, Diskussionen, Workshops und Postersessions. Eine öffentliche Lesung des Autors Ilija Trojanow ist für den 1. Juni 2026 geplant und findet im ehemaligen Kapuzinerkloster statt. Für Panels und Vorträge ist eine Anmeldung erforderlich, die über die Adresse ZRKG-Conference@ku.de erfolgen kann.
Die Tagung zeigt, wie wichtig der interreligiöse Dialog ist, um die Grundlagen einer stabilen Demokratie zu festigen. Nach Angaben von Weltethos ist dieser Dialog unverzichtbar, da er Brücken zwischen unterschiedlichen Weltanschauungen schlägt und zur Förderung von sozialer Gerechtigkeit beiträgt.
Zusätzlich veröffentlicht DIFIS wissenschaftlich fundierte Publikationen, die dazu dienen, die Öffentlichkeit über sozialpolitische Fragestellungen zu informieren. Diese Publikationen entstehen im Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik und beinhalten auch die relevanten Erkenntnisse, die aus der Tagung hervorgehen könnten.