Das neueste Projekt „Neustart:Schule“ zielt darauf ab, Schüler*innen besser auf unterschiedlichste Krisensituationen vorzubereiten. Die Initiative wurde von Forschenden der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Gymnasium Essen ins Leben gerufen. Partner sind Institutionen aus den Bereichen Energieversorgung, Bevölkerungsschutz, Verwaltung, Bundeswehr und Kirche.

Das Hauptziel des Projekts ist es, Schüler*innen resiliente Fähigkeiten zu vermitteln, damit sie besser mit Krisen wie Stromausfällen, Extremwetterereignissen und Cyberangriffen umgehen können. Das Konzept basiert auf einem Simulationsspiel, das die Erfahrungen eines kommunalen Krisenstabs in einer Kleinstadt während eines Stromausfalls simuliert.

Realsimulation als Lernmethode

Teilnehmende Schüler*innen im Alter von 15 und 16 Jahren übernehmen dabei verschiedene Rollen. Sie müssen Entscheidungen treffen und die Folgen ihres Handelns erleben. Die erste Realsimulation fand am 14. Juli 2026 in Essen statt, unterstützt von dem Energieversorger Westnetz. Am Folgetag besuchten die Schüler*innen weitere Organisationen, unter anderem die Kraftwerksschule, das Technische Hilfswerk, die Feuerwehr und die kirchliche Notfallseelsorge.

Das Projekt untersucht, wie sich Realsimulationen auf schulische Bildungsprozesse übertragen lassen. Die Zusammenarbeit unterschiedlichster Bereiche wird als Schlüssel für eine erfolgreiche Integration von Resilienzthemen in die Bildung angesehen. Jugendoffiziere der Bundeswehr, Freiwillige des Technischen Hilfswerks und Ausbilder der Kraftwerksschule fungieren als Spielleiter*innen und unterstützen die Lehrkräfte.

Notwendigkeit von Krisenmanagement im schulischen Kontext

Die besprochene Notwendigkeit für effektives Krisenmanagement gewinnt an Bedeutung, insbesondere angesichts der Erfahrungen aus einem im Januar beobachteten Stromausfall in Berlin. Laut Informationen von ZFRK war dieser Vorfall in der Wahrnehmung der Bevölkerung gravierend, obwohl nur etwa 3% der Bürger*innen betroffen waren. Rückblickend zeigt sich, dass die kommunikative Handhabung während des Ereignisses erneut hinter den Erwartungen zurückblieb.

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In den letzten zehn Jahren gab es in Berlin insgesamt 73 Angriffe auf die kritische Infrastruktur. Die Mehrheit der Bevölkerung war zwar nicht direkt betroffen, hätte aber potenziell unterstützend agieren können. Das riesige Potenzial zur Krisenbewältigung wurde in diesem Fall jedoch nicht im vollen Umfang genutzt.

Die Notwendigkeit spezialisierter Einheiten, die für die Beobachtung und Steuerung von Informationsflüssen verantwortlich sind, wurde dabei betont. Fehlende klare Zuständigkeiten sowie ineffiziente Ressourcennutzung bei der militärischen Essensversorgung während des Stromausfalls verdeutlichen, wie wichtig eine durchdachte Krisenstrategie ist.

Strategien für die Zukunft

Im Kontext einer resilienderen Stadtentwicklung fordern Experten wie Broemme zentrale Rollen wie Chief Risk Manager und Chief Disaster Manager. Die Resilienz soll institutionell verankert und strategisch geleitet werden. Gleichzeitig wird die Eigenverantwortung der Bevölkerung für Krisenvorsorge hervorgehoben. Die Vorbereitungen müssen beginnen, um in Krisensituationen besser umzugehen.

Die Sicherheit von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften hat höchste Priorität. Ein umfassendes Konzept für Notfall- und Krisenmanagement in Schulen muss verschiedene Szenarien berücksichtigen. In diesem Zusammenhang sind präventive Maßnahmen, Interventionen sowie Nachsorge unerlässlich, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Nach einer Krisensituation ist außerdem eine professionelle psychologische Betreuung notwendig.

Wie auf Klassenalarm beschrieben, sollten Krisenteams eine klare Aufgabenverteilung und enge Abstimmung mit externen Einsatzkräften haben. Insbesondere nach einem Krisenfall sind transparente und schnelle Kommunikationsstrukturen von Bedeutung, um Fehlinformationen zu vermeiden.

Mit den zukunftsweisenden Initiativen wie „Neustart:Schule“ und den Lehren aus vorherigen Krisen wird versucht, die Resilienz in Bildungseinrichtungen wesentlich zu verbessern. Durch die richtigen Vorbereitungen kann das Risiko minimiert und die Handlungsfähigkeit in Notlagen gestärkt werden.