Künstliche Intelligenz revolutioniert Psychiatrie: Neue Wege zur Behandlung!
Am 1. Juli 2026 wird Prof. Dr. Eleonora Russo am Universitätsmedizin Mainz als DFG Mercator Fellow tätig. Dies wurde von der Universitätsmedizin Mainz bekannt gegeben. Prof. Russo, die derzeit am BioRobotics Institute der Scuola Superiore Sant’Anna in Pisa, Italien, tätig ist, wird in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie erwartet. Ihr Gastgeber ist Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kelsch, Professor für Systemische Neurowissenschaften und Leitender Oberarzt an der Klinik.
Das Mercator Fellowship ist Teil eines umfangreichen Forschungsprojekts, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Im Rahmen dieses Projekts wird die Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Psychiatrie untersucht, insbesondere zur Erforschung psychischer Erkrankungen und der Resilienz. Ziel des Projekts, benannt nach „Neuronalen Mechanismen des kontextabhängigen Lernens“, ist es, herauszufinden, wie Hirnnetzwerke Reize im Kontext interpretieren.
Forschungsschwerpunkt und Methodik
Ein zentrales Anliegen der Forschung sind ungenügende Lernprozesse, die zu Angst, Stress und Vermeidung im Alltag führen können. Prof. Russo und ihr Team setzen Methoden des maschinellen Lernens ein, um neurokognitive Prozesse zu entschlüsseln. Dabei kombiniert sie experimentelle Daten mit mathematischen Modellen, inspiriert von den neuronalen Netzen des menschlichen Gehirns.
Die Ergebnisse dieses Projekts sollen dazu beitragen, psychologische und neuromodulatorische Therapien für psychische Erkrankungen zu verbessern. Dieser innovative Ansatz steht im Einklang mit den allgemeinen Forschungszielen der Künstlichen Intelligenz, die besonders in der Arbeit des Hector Instituts für Künstliche Intelligenz in der Psychiatrie (HITKIP) betont werden. Dort werden moderne KI-Technologien entwickelt, die auf biologisch informierten Ansätzen basieren, um Ursachen psychischer Erkrankungen aufzudecken und damit präventive Strategien zu verbessern.
Akademischer Werdegang von Prof. Russo
Prof. Russo hat Physik an der Universität Pisa studiert und in Neurowissenschaften promoviert. Ihre frühere Forschungstätigkeit umfasste eine Postdoktorandenstelle am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, wo sie Techniken des maschinellen Lernens entwickelte. Seit 2021 leitet sie die Nachwuchsgruppe „Komplexe Systeme in der Psychiatrie“ an der Universitätsmedizin Mainz und wurde 2023 Assistenzprofessorin an der Scuola Superiore Sant’Anna, wo sie das Brain Dynamics Laboratory führt.
Das DFG Mercator Fellowship, das sie nun erhält, ist eine hochselektive Auszeichnung, die darauf abzielt, den internationalen wissenschaftlichen Austausch zu fördern. Damit wird erneut der bedeutende Beitrag der Künstlichen Intelligenz in der psychologischen Forschung unterstrichen, wie auch die Relevanz von Methoden wie maschinellem Lernen und Datenanalyse in der modernen Wissenschaft. Diese Technologien werden zur Analyse und Verarbeitung vielseitiger Daten verwendet, die in den Bereichen Psychiatrie und Neurowissenschaften von entscheidender Bedeutung sind, um mechanistische Einblicke in psychische Erkrankungen zu gewinnen.
Die Integration unterschiedlichster Datenquellen ist dabei das Herzstück ehrgeiziger Projekte, wobei sich das HITKIP insbesondere der Charakterisierung biologischer und umweltbedingter Faktoren widmet, die das Risiko psychischer Erkrankungen beeinflussen. Im Fokus stehen auch innovative Ansätze zur Entwicklung moderner Algorithmen, die letztlich eine Verbesserung der klinischen Versorgung der Patienten ermöglichen sollen.
Weitere Informationen zu den Forschungsaktivitäten können auf den Webseiten der Universitätsmedizin Mainz und der DFG eingesehen werden: Universitätsmedizin Mainz, DFG, HITKIP.
