Medizinische Meisterschaft: Ulm vergibt Titel beim Paul Ehrlich Contest!
In der Medizin-Olympiade um die schnellsten Diagnosen, die erstmals an der Universität Ulm stattfand, haben Medizinstudierende aus Deutschland, der Schweiz und Österreich ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Der Wettbewerb erinnert an das Lebenswerk von Paul Ehrlich, der vor 117 Jahren das erste Antibiotikum entdeckte und als Mitbegründer der modernen Chemotherapie gilt. Insgesamt nahmen 16 Teams an diesem Wettbewerb teil, der von Professor Thomas Wirth eröffnet wurde.
Die Veranstaltung ging am 25. und 26. Juni im Hörsaal des Trainingshospitals „ToTrainU“ über die Bühne. Studierende mussten in fünfköpfigen Teams vielfältige medizinische Herausforderungen bewältigen, wie beispielsweise die Deutung von CT- und MRT-Bildern, Differenzialdiagnosen und praktischen Aufgaben. Dabei wurde insbesondere auf die Teamarbeit und die Anwendung von Wissen über das reguläre Curriculum hinaus Wert gelegt, so Dr. Michael Schön, der die Veranstaltung organisiert hat.
Wettbewerbsformat und Herausforderungen
Der Paul Ehrlich Contest umfasste verschiedene Runden, darunter Blickdiagnosen und komplekser klinischer Fälle. In den Differenzialdiagnosen-Runden hatten die Teams jeweils drei Minuten Zeit, um Befunde und Diagnosen zu erarbeiten. In der Endrunde leitete Dr. Axel Schunk von der Charité Berlin, was zusätzlichen Druck und Herausforderungen mit sich brachte. Die Studierenden mussten geschult und gut vorbereitet in die Wettbewerbsarenen gehen, was die monatelange Vorbereitung der Teams deutlich machte.
Die gesamte Veranstaltung ermöglichte es den Teilnehmern, ihr Fachwissen, Kombinationsvermögen und ihre Reaktionsschnelligkeit unter Beweis zu stellen. Dabei konnten die Wettkämpfer auch praktische Fähigkeiten im Rahmen von Reanimation und Narkoseeinleitungen präsentieren, was das interaktive Element des Wettbewerbs unterstrich.
Ergebnisse und Auszeichnungen
Die Ergebnisse des Wettbewerbs 2026 zeigten, dass die Universitätsklinik Innsbruck als Gesamtsieger hervorging, gefolgt von München und Berlin. Die Platzierungen im Überblick:
| Platz | Universität |
|---|---|
| 1. | Innsbruck |
| 2. | München |
| 3. | Berlin |
| 4. | Frankfurt |
| 5. | Ulm |
| 6. | Aachen |
Das Ulmer Team konnte sich im Finale behaupten und landete auf dem fünften Platz. Besonderes Augenmerk lag auf Johanna Lauterbach, die einen eingeklemmten Nervus radialis diagnostizierte und einen simulierten operativen Eingriff live sowohl in den Hörsaal als auch in den Anatomie-Präpariersaal übertrug.
Die Veranstaltung ist Teil einer Tradition, die seit 2016 an wechselnden Universitäten in der DACH-Region stattfindet. Der Paul Ehrlich Contest fördert die Vernetzung und den Austausch zwischen Medizinstudierenden und bietet eine Plattform für eine praxisnahe medizinische Ausbildung, die weit über den klassischen Lehrplan hinausgeht.
uni-ulm.de berichtet, dass der Wettbewerb nicht nur den akademischen Austausch fördert, sondern auch Spaß und Lernerfahrung für alle Teilnehmer bietet. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie solche Wettbewerbe die zukünftige medizinische Ausbildung nachhaltig beeinflussen können.
