Kürbiszeit in Franken: Selbsterntefelder, Hofläden und das Fest in Altendorf
Die Kürbissaison in Franken hat begonnen. Die ersten Früchte sind bereits erntereif, und rund um Nürnberg öffnen Felder, Höfe und Hofläden ihre Tore für alle, die Kürbisse selbst ernten, kaufen oder einfach schon einmal nach herbstlicher Dekoration stöbern möchten. Wer heute, am 4. Oktober 2026, von der Uni Würzburg aus loszieht, findet in der Region einige Ziele – vom Selbsterntefeld bis zum Kürbisfest.
In Erlangen-Hüttendorf wartet Huckepack an der Vacherstraße 30, 91056 Erlangen-Hüttendorf, mit einem Selbsterntefeld. Laut Ernteplan sind die Kürbisse reif. Geöffnet ist täglich von 10 bis 19 Uhr, voraussichtlich bis Ende Oktober. Dazu kommen ein Hofladen, ein Café mit Kuchen und Pumpkin Spice Latte sowie eine Naturspielwiese. Bei Huckepack Erlebnisernten wachsen außerdem saisonales Obst, Gemüse und Kräuter direkt auf dem Feld; im Herbst dürfen Besucher ihre Kürbisse selbst ernten. Saisonale Themenfeste gibt es ebenfalls – ein Ausflug, der sich vor allem für Familien und für eine kleine Pause im Grünen eignet.
Selbst pflücken oder direkt ab Hof kaufen
Bei Jerry’s Kürbisacker in Litzlohe bei Pilsach, Lohweg 7 im Landkreis Neumarkt und knapp außerhalb Frankens, suchen sich Besucher ihre Kürbisse selbst aus und pflücken sie. Ob Suppe, Dekoration oder Halloween-Schnitzen: Die Auswahl ist für mehrere Einsatzzwecke gedacht. Wer aus Litzlohe kommt, folgt den Kürbisschildern zum Feld. Geöffnet ist werktags von 14 bis 18 Uhr, samstags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Zusätzlich werden Traktorfahrten durch die Landschaft angeboten.
Online wird der Hof auch als Jerry’s Pumpkin Patch bezeichnet. Eine genaue Adresse ist dort nicht angegeben; Besucher sollen nach 92367 Litzlohe fahren und den Schildern folgen. Hinter dem Anbau steckt eine kleine Entstehungsgeschichte: Das Betreiber-Ehepaar lebt seit 1985 in Bayern und begann wegen des damaligen Mangels an Halloween-Kürbissen im Folgejahr mit dem eigenen Anbau. Angefangen hat alles mit drei Kürbissen, inzwischen wachsen verschiedene Sorten auf großen Feldern.
Wer lieber ohne Feldschuhe einkauft, kann zu Schnell’s Kürbishof in Kammerstein-Neppersreuth fahren. Das Kürbishaus an der Ringstraße 4, 91126 Kammerstein-Neppersreuth, ist von September bis Dezember täglich geöffnet. Aus eigenem Anbau gibt es Hokkaido-, Butternut-, Muskat-, Spaghetti- und Halloweenkürbisse sowie Zierkürbisse. Eine Selbsternte ist nicht vorgesehen, die Früchte werden im Kürbishaus verkauft. Außerhalb der Hofladenzeiten funktioniert der Einkauf über eine Selbstbedienungskasse; laut Hofangaben ist das Kürbishaus rund um die Uhr zugänglich.
Im Hofladen liegen außerdem Kürbiskernprodukte, Öle, regionale Spezialitäten und Speisekürbisse bereit. Unregelmäßig gibt es Führungen zu Ölkürbissen, Kürbiskernen und zur Herstellung von Kürbiskernöl. Ein bisschen Fachwissen, ein bisschen Herbstluft – und wahrscheinlich landet doch mehr im Korb als geplant.
In Lauf an der Pegnitz verkauft der Biohof Maußner, Simmelberger Hauptstraße 9, Kürbisse direkt ab Hof. Der Verkauf ist allerdings nur nach telefonischer Vereinbarung möglich. Kontakt: 0176 23632174.
Kürbisfest in Altendorf
In Altendorf bei Bamberg können während der Kürbissaison verschiedene Kürbisse täglich und ganztägig gekauft werden. Altendorf im Bamberger Land gilt als Kürbisdorf und veranstaltet jährlich am ersten Sonntag im Oktober ein Kürbisfest. Für Sonntag, den 4. Oktober 2026, ist das traditionelle Altendorfer Kürbisfest angekündigt; 2026 findet es am Wochenende des 3. und 4. Oktober statt.
Geplant sind geöffnete Höfe, Kürbisgerichte, Dekorationen und ein Programm rund um den schwersten Kürbis. Angeboten werden unter anderem Kürbissuppe, Kürbiswaffeln und Kürbiskernöl. In der Dorfmitte steht die Kürbiswelt im Mittelpunkt, gekrönt von der traditionellen Kürung der Kürbiskönigin oder des Kürbiskönigs mit dem schwersten Kürbis. Ort: 96146 Altendorf. Kürbisse gibt es auch außerhalb des Festes.
Eine schnelle Einkaufsmöglichkeit bietet das Knoblauchsland an der B4/Erlanger Straße. An der Kreuzung Richtung Nürnberg-Kraftshof steht ein Kürbisfeld mit Verkaufsstand. Einen weiteren Stand gibt es an der Kreuzung Erlanger Straße/Marienbergstraße.
Warum die Region den Kürbissen liegt
Der Kürbisanbau in Deutschland hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Wie viel am Ende auf den Feldern wächst und welche Qualität die Ernte erreicht, hängt unter anderem von Klima, Boden und Anbaumethode ab. In den wärmeren Regionen Süddeutschlands beginnt die Aussaat häufig früher; normalerweise wird im Frühjahr gesät, sobald der Boden frostfrei ist. Der genaue Zeitpunkt variiert je nach Region.
Bayern und Baden-Württemberg weisen laut der Einordnung die höchste Dichte an Kürbisfarmen auf. Mildes Klima und fruchtbare Böden schaffen günstige Voraussetzungen, häufig angebaut werden Butternut- und Muskatkürbis. Süddeutsche Böden sind eher lehmig und nährstoffreich. Das passt zu vielen der Sorten, die in Franken an den Verkaufsständen liegen: Hokkaido, Butternut und Muskatkürbis gehören deutschlandweit zu den häufigen Sorten, wobei die Vorlieben regional wechseln.
Weiter nördlich wird es für die Pflanzen rauer. Kühlere Temperaturen und stärkere Winde erschweren in Norddeutschland den Anbau, dort kommen unter anderem robustere Sorten wie Hokkaido zum Einsatz. Küstennahe Böden werden als nährstoffreich und für ökologischen Anbau geeignet beschrieben, während im norddeutschen Flachland eher sandigere Böden überwiegen.
Ostdeutschland verfügt über große landwirtschaftlich nutzbare Flächen für Speise- und Zierkürbisse. Wechselhafte klimatische Bedingungen begünstigen eine größere Sortenvielfalt, und die lange Vegetationsperiode wird teilweise für zwei Ernten pro Saison genutzt. Im Westen wiederum wird der Kürbisanbau in Rheinland-Pfalz und dem Saarland teilweise mit Weinbau kombiniert; die Kürbisse profitieren dabei von bodenverbessernden Maßnahmen aus dem Weinbau.
Vom Feld auf den Teller
Regionale Unterschiede zeigen sich nicht nur auf dem Acker, sondern auch in der Küche. In Bayern wird Kürbiskernöl genannt, im Rheinland gilt Kürbissuppe als Herbstspezialität. Kürbis ist vielseitig einsetzbar, schmeckt je nach Sorte unterschiedlich und bringt verschiedene Texturen mit – mehlig, cremig, faserig oder überraschend nussig. Außerdem wird er als kalorienarm und nährstoffreich beschrieben.
Viele Betriebe setzen für einen nachhaltigeren Anbau auf biologische Methoden, Fruchtwechsel und Bodendeckungspflanzen. Damit sollen Umweltbelastungen sinken und die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten bleiben. Wie das konkret umgesetzt wird, hängt von den regionalen Bedingungen und der vorhandenen Infrastruktur ab; lehmiger Boden verlangt eben eine andere Pflege als sandiges Land.
Einfach ist der Anbau trotzdem nicht. Unvorhersehbare Wetterbedingungen infolge des Klimawandels, veränderte Anbauzyklen und mögliche Ertragsschwankungen machen die Planung schwieriger. Dazu kommen Schädlingsbefall sowie wechselnde Marktpreise und Preisstrukturen. Landwirte müssen deshalb entscheiden, welche Sorten sie anbauen und wie sie ihre Kürbisse verkaufen. Wegen des Klimawandels werden flexible Anbaumethoden zunehmend wichtiger – während heute an den Ständen erst einmal die orangefarbenen, grünen und gesprenkelten Früchte um die besten Plätze im Kofferraum konkurrieren.
