Live-Podcasts auf der Bühne: Wie „Antritt“ seine Community vergrößert
Seit mehr als zehn Jahren begleitet der Podcast „Antritt“ von detektor.fm die Fahrradwelt. Moderiert wird er von Gerolf Meyer und Co-Host Christian Bollert. Damit ist „Antritt“ der zweitälteste Podcast des Senders – nur das „Forschungsquartett“ läuft noch länger.
Rund um die Sendung ist eine wachsende Community entstanden: Menschen hören regelmäßig zu und kommen zu den Live-Podcasts. Gerolf Meyer nennt sie das „Antritt-Peloton“. Der Begriff kommt aus dem Radsport und bezeichnet das Hauptfeld, in dem sich die Fahrer gegenseitig Windschatten geben und so Kraft sparen. Jetzt soll eine laufende Kampagne dieses „Antritt-Peloton“ vergrößern.
Unterstützung, KI und Sachsen-Anhalt
Im Podcast „destilliert“ spricht Gerolf über die Kampagne, Möglichkeiten, den „Antritt“ zu unterstützen, und über seine Arbeit bei detektor.fm. Neben dem Fahrrad-Podcast arbeitet er in der Redaktion des „brand eins Podcast“. Zuletzt haben ihn dort zwei Folgen über Künstliche Intelligenz mit Philipp Klöckner und Alke Martens besonders begeistert.
Außerdem empfiehlt Gerolf den „DAZWISCHEN“-Podcast. Und er erklärt, warum ihn Sachsen-Anhalt derzeit besonders interessiert. Christian Bollert kündigt zudem zwei bevorstehende wichtige Festivals an. Informationen zum Radfahren, zum Podcast und zu Unterstützungsmöglichkeiten gibt es bei Steady.
Dass ein Podcast eine treue Hörerschaft aufbaut, ist längst nicht nur eine nette Begleiterscheinung. Anfragen zur Vermarktung bestehender Podcasts nehmen zu – meist geht es um mehr Reichweite und den Aufbau einer Community. Größere Reichweite kann Botschaften relevanter machen, Unternehmen und Organisationen bei der Verbreitung ihrer Inhalte helfen und zusätzliche Umsätze durch bezahlte Werbepartnerschaften ermöglichen.
Wenn das Studio auf die Bühne zieht
Bei der Konzeption eines Podcasts spielt deshalb zunehmend auch die Frage eine Rolle, wie Einnahmen entstehen können. Eine Möglichkeit: Live-Podcasts vor Publikum. Dafür braucht es in der Regel eine relativ große Community, ein Format, das öffentlich auf einer Bühne produziert wird, und ein Publikum, das Tickets kauft.
„Lage der Nation“ produziert seit Jahren live, „Proseccolaune“ füllt Veranstaltungshallen. „Fest und Flauschig“ wird als Format genannt, das regelmäßig live produziert werden könnte. Auch Medien- und Branchenfestivals setzen immer öfter auf diese Form: etwa das 4GAMECHANGERS Festival, das OMR Festival und die re:publica.
Wie das praktisch aussehen kann, zeigt der Podcast „Sitzfleisch“, ein Podcastwerkstatt-Original. Er erreicht konstant etwa 7.000 bis 10.000 Streams pro Woche. Die meisten Hörer:innen kommen laut Statistik aus Wien und Graz. Wegen dieser Reichweite wurde „Sitzfleisch“ erstmals in Graz live auf einer Bühne produziert: Bei „Sitzfleisch Live“ im Orpheum Graz waren Lukas Rabensteiner von der Podcastwerkstatt, Florian Kraschitzer und Christoph Strasser beteiligt.
175 Plätze, Mikrofone und ein bisserl Bürokratie
Wer einen Live-Podcast plant, landet allerdings schnell bei Fragen, die mit einer normalen Aufnahme nichts zu tun haben. Grundsätzlich kann jede Person eine Veranstaltung organisieren. In Österreich gelten dafür die Veranstaltungsgesetze der jeweiligen Bundesländer. In der Steiermark ist das Veranstaltungsrecht in 33 Paragraphen geregelt, Wien hat ebenfalls ein eigenes Veranstaltungsgesetz.
Als einfachste Lösung empfiehlt sich daher eine erfahrene Veranstalterin oder ein erfahrener Veranstalter aus dem Eventmanagement, die oder der für Live-Podcasts offen ist. Bei der Location eignen sich Kulturbühnen besonders gut. Sie gibt es in vielen Gemeinden und in unterschiedlichen Größen; entscheidend ist vor allem das Fassungsvermögen. Für „Sitzfleisch Live“ fiel die Wahl auf das Orpheum Extra in Graz mit 175 Sitzplätzen – für die erste Veranstaltung wurde diese Kapazität als ausreichend betrachtet.
Auch die Technik muss passen. Für die Beschallung von mehr als 100 Personen braucht es eine professionelle Tonanlage. Eine Lichtanlage hilft, die Personen auf der Bühne sichtbar in Szene zu setzen. Das Publikum beobachtet schließlich etwas, das beim normalen Hören unsichtbar bleibt: die Podcaster:innen bei ihrer Tätigkeit. Auf etablierten Kulturbühnen ist die notwendige Technik meist schon vorhanden, sodass keine zusätzlichen Technikkosten entstehen müssen. Die Tontechnik für einen Live-Podcast unterscheidet sich trotzdem von der Ausrüstung für eine gewöhnliche Podcast-Aufnahme.
Beim Ticketing können Karten unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben direkt zwischen Personen oder über Plattformen verkauft werden. Genannt werden Ö-Ticket und Eventbrite. Für deren Nutzung ist ein Vertrag nötig, außerdem fallen Gebühren an. Vor dem Ticketverkauf empfiehlt sich ein Gespräch mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater über die relevanten Vorgaben – nicht der glamouröseste Teil des Abends, aber einer, der später gern wieder auftaucht.
Mehr als nur Aufnahme drücken
Eine Live-Episode dauert üblicherweise länger als die ausgestrahlte Version. Bei einer einstündigen Aufzeichnung kann das Publikum vorher durch Musik unterhalten werden. Danach legt beispielsweise eine DJ oder ein DJ auf. Möglich ist auch eine Frage-und-Antwort-Runde nach der Live-Aufzeichnung, damit der Abend nicht abrupt mit dem letzten Satz und einem kurzen „Danke“ endet.
Am 6.11.2026 an der Uni Leipzig liegt der Reiz des Formats genau in diesem offenen Moment: Podcast wird nicht nur gehört, sondern gemeinsam erlebt – mit Publikum, Bühne und all den kleinen Dingen, die im Studio verborgen bleiben. Wer sich für Radfahren, den „Antritt“ oder Unterstützungsmöglichkeiten interessiert, findet die Informationen bei Steady.
