Wer heute, am 6. November 2026, mit dem Fahrrad durch Greifswald fährt, braucht an der Pappelallee etwas Geduld. Direkt hinter der Unterführung an der Koitenhäger Landstraße in Richtung Hainstraße wird auf rund 50 Metern die Asphaltdecke erneuert. Die Arbeiten begannen am Mittwoch und sollen voraussichtlich bis Montag dauern.

Für Fußgänger und Radfahrer ist die Verbindung zwischen Koitenhäger Landstraße und Hainstraße währenddessen vollständig gesperrt. Radfahrer werden über die Hainstraße, die Lindenstraße und die Koitenhäger Landstraße umgeleitet. Ein kleiner Umweg also – lästig, aber zeitlich begrenzt.

Baustelle für eine größere Fahrradachse

Die Sanierung ist Teil des Verbundprojekts „GEKLIB – GEsundheit und KLima In Bewegung“. Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald arbeitet dabei mit der Universität Greifswald und der Universitätsmedizin Greifswald zusammen. Im Mittelpunkt steht die Fahrradverbindung zwischen Innenstadt und Elisenhain.

Die Stadt konzentriert sich auf eine zentrale Fahrradachse, die von der Innenstadt über Schönwalde II, das Ostseeviertel und Groß Schönwalde bis nach Eldena und zum Elisenhain führt. Vorgesehen sind eine fahrradfreundliche Umgestaltung des Knotenpunkts Pappelallee/Karl-Liebknecht-Ring, die Verbreiterung und Beleuchtung weiterer Wegeabschnitte sowie die Erneuerung von Fahrbahndecken. Auch ein digitales Fahrradzählsystem mit Anzeigedisplay soll angeschafft werden.

Die Infrastruktur soll dabei nicht nur für klassische Fahrräder funktionieren, sondern auch den Anforderungen von Pedelecs und Lastenrädern entsprechen. An den Standorten der Universität und der Universitätsmedizin sind außerdem zusätzliche sichere Fahrradabstellanlagen, abschließbare Fahrradboxen, E-Bike-Ladestationen mit Photovoltaik-Unterstützung und Fahrrad-Erste-Hilfe-Stationen für kleinere Reparaturen geplant.

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3,5 Millionen Euro für Radverkehr und Gesundheit

Das Projekt läuft von März 2026 bis Dezember 2029. Dafür stehen rund 3,5 Millionen Euro Fördermittel aus der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit bereit. Das Förderkennzeichen lautet 67KBR0183C.

Mehr Menschen sollen im Alltag aufs Fahrrad steigen können – durch sicherere Wege, bessere Infrastruktur und attraktivere Angebote. Nach Angaben der Projektpartner kann regelmäßiges Radfahren insbesondere das Herz-Kreislauf-System, die Psyche und das allgemeine Wohlbefinden fördern. Klimaschutz und Lebensqualität fahren dabei gewissermaßen mit.

Universität und Universitätsmedizin Greifswald planen weitere Maßnahmen; konkrete Informationen und Links sollen noch ergänzt werden. Zusätzlich sind Mobilitätsaktionstage, Reparaturworkshops, gemeinsame Fahrradtouren und Kommunikationskampagnen zu Gesundheit, Klimaschutz und nachhaltiger Mobilität vorgesehen. Eine Pressemitteilung der Stadt Greifswald zur Eröffnungsveranstaltung ist angekündigt.

Auftakt im Sommer

Vorgestellt wurden die geplanten Maßnahmen am 8. Juli 2026 bei einer öffentlichen Auftaktveranstaltung. Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald, die Universität Greifswald und die Universitätsmedizin Greifswald wollen den Radverkehr bis Ende 2029 sicherer, komfortabler und attraktiver machen.

Für Menschen auf zwei Rädern heißt das zunächst: Umleitung an der Pappelallee, ein paar zusätzliche Minuten und vermutlich der eine oder andere genervte Blick auf die Absperrung. Danach soll die Strecke Schritt für Schritt besser werden – mit breiteren und beleuchteten Wegen, fahrradfreundlicheren Knotenpunkten und einer erneuerten Fahrbahn.

Quelle: NDR; Universitäts- und Hansestadt Greifswald; Universität Greifswald