Marburg und Immenhausen: Gemeinsam für bessere Lungengesundheit!
Die Universitätsmedizin Marburg und die Lungenfachklinik Immenhausen haben ihre Zusammenarbeit zur Verbesserung der Versorgung von Patienten mit pneumologischen Erkrankungen in Hessen intensiviert. Diese neue Kooperationsvereinbarung betont insbesondere die Notwendigkeit, innovative Verfahren wie die navigationsgestützte Bronchoskopie zu integrieren, um Gewebeproben aus schwer zugänglichen Lungenbereichen zu entnehmen. Die Kooperation strebt auch eine gemeinsame Betreuung von Patienten mit seltenen Lungenerkrankungen, darunter zystische Fibrose, an, wie Universitätsmedizin Marburg berichtet.
Die Vereinbarung umfasst weitreichende Maßnahmen zur Stärkung der regionalen Versorgung, einschließlich des Ausbaus der Tuberkulose-Labordiagnostik und der geplanten Erweiterung auf den Bereich der Infektionsdiagnostik. Zudem wird die Kooperation in ein molekulares Tumorboard eingebunden, was die Möglichkeit individueller Therapieentscheidungen bei Krebserkrankungen verbessert. Besonders betonen die beiden Fachärzte, Prof. Dr. Gernot Rohde und Prof. Dr. Stefan Andreas, die Vorteile dieser Zusammenarbeit für die Patientensicherheit und -versorgung.
Gemeinsame Forschungs- und Lehraktivitäten
Ein weiterer pädagogischer Anspruch der Kooperation liegt in der Ausbildung von Medizinstudierenden, bei der die Lungenfachklinik Immenhausen eine zentrale Rolle spielen wird. Geplante wissenschaftliche Projekte in verschiedenen Bereichen der Pneumologie sind ein wesentlicher Bestandteil der Partnerschaft. Das Ziel besteht darin, die bestehende APL-Professur von Prof. Dr. Stefan Andreas zu einer Stiftungsprofessur für Pneumologie an der Philipps-Universität Marburg weiterzuentwickeln. Ein gemeinsames Steuerungsgremium wird eingerichtet, um die Maßnahmen der Kooperation zu koordinieren und die Effizienz zu steigern.
Die Vereinbarung gilt zunächst für fünf Jahre und bezieht sich auf umfassende Bereiche, in denen das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) spezialisiert ist. Hierzu zählen insbesondere die Diagnose und Behandlung von Lungenerkrankungen wie COPD, Asthma und Lungentumoren. Die Lungenfachklinik Immenhausen ist das einzige anerkannte G-BA Lungenzentrum in Hessen und behandelt jährlich etwa 4.000 stationäre und 8.000 ambulante Patienten.
Technologische Aspekte der Bronchoskopie
Ein zentrales Element der Kooperation ist die navigationsgestützte Bronchoskopie, eine innovative Technik zur Untersuchung der Atemwege. Dabei wird ein modernes Bronchoskop eingesetzt, das aus einem flexiblen Schlauch mit einem Durchmesser von 3 bis 6 mm besteht und in Bronchialäste mit nur wenigen Millimetern Durchmesser vordringen kann. Diese spezielle Technik ermöglicht die präzise Gewinnung von Gewebeproben und die Behandlung von unterschiedlichen Atemwegserkrankungen. Laut AMBOSS erfolgt die Bronchoskopie via transoralem oder transnasalem Zugang und kann mit endobronchialem Ultraschall (EBUS) zur detaillierteren Untersuchung ergänzt werden.
Der Einsatz von flexiblen oder starren Endoskopen sowie speziellen Instrumenten, wie Saugern und Zangen, erweitert die Möglichkeiten der Bronchoskopie erheblich. Diese Instrumente ermöglichen unter anderem die Entfernung von Fremdkörpern, die Stillung schwerer Blutungen sowie die Durchführung von Bronchiallavagen, bei denen Bronchialmaterial durch Spülungen gewonnen wird. Der Fortschritt in der Endoskopietechnik, inklusive der Verwendung von Glasfaseroptik und Kameratechnologien, revolutioniert die Diagnostik und Therapie in der Pneumologie, wie auch auf Lungeninformationsdienst diskutiert wird.
Die Zusammenarbeit zwischen Universitätsmedizin Marburg und der Lungenfachklinik Immenhausen stellt somit einen bedeutenden Schritt in der pneumologischen Versorgung dar, der sowohl Patienten als auch der Forschung zugutekommt.
