Der Rat der Stadt Arnsberg hat die 52-jährige Architektin Martina Grabitz zur neuen Technischen Beigeordneten gewählt. Die Wahl fand in der Ratssitzung am Donnerstag, 15. Oktober, statt. Grabitz soll das Amt als kommunale Wahlbeamtin auf Zeit für acht Jahre ausüben und voraussichtlich Anfang 2027 ihre Arbeit aufnehmen.

Die Stelle war im November 2025 auf Antrag der SPD-Fraktion eingerichtet worden. Vorausgegangen war ein breit angelegtes Bewerbungsverfahren, das von einer Findungskommission begleitet wurde. Grabitz lebt mit ihrer Familie in Neheim und bringt nicht nur den passenden Studienabschluss, sondern auch viele Jahre Verwaltungserfahrung mit.

Erfahrung aus Planung und Verwaltung

Architektur mit dem Schwerpunkt Städtebau studierte Grabitz an der RWTH Aachen. Seit 2003 arbeitet sie bei der Bezirksregierung Arnsberg. Dort war sie zunächst als Dezernentin für Bauaufsicht und Städtebau tätig. Von 2015 bis 2018 arbeitete sie in der Regionalentwicklung und leitete das Sachgebiet „Freiraum“.

Seit 2019 steht Grabitz an der Spitze des Dezernats 35. Dessen Aufgaben reichen von Bauaufsicht, Städtebau und Städtebauförderung über Denkmalangelegenheiten und Denkmalförderung bis zum Wohnungswesen. Ein ziemlich breites Feld also – und eines, bei dem Akten, Pläne und politische Abstimmungen gern einmal gleichzeitig auf dem Tisch liegen.

In Arnsberg soll sie künftig für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt, Mobilität, Klimaschutz und Technische Dienste zuständig sein. In ihrem Dezernat werden damit mehrere technische und planerische Aufgabenbereiche gebündelt. Zu den anstehenden Themen gehören unter anderem Änderungen des Flächennutzungsplans und die weitere Entwicklung von Gewerbeflächen.

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Neue Zusammensetzung im Verwaltungsvorstand

Mit Martina Grabitz wird der Verwaltungsvorstand um Bürgermeister Ralf Paul Bittner, den Ersten Beigeordneten Christopher Hilverling und Stadtkämmerer Rainer Schäferhoff ergänzt. Bürgermeister Bittner begrüßte ihre Wahl und verwies auf ihre fachlichen Kenntnisse sowie ihre umfangreiche Verwaltungserfahrung.

Für die Stadtentwicklung sind die kommenden Aufgaben nicht bloß Linien auf Papier. Die kommunale Bauleitplanung steuert, wie Flächen genutzt werden, regelt Bauvorhaben und schafft den Rahmen für eine nachhaltige und sozial ausgewogene Gestaltung der Stadt. Zu ihr gehören Flächennutzungspläne und Bebauungspläne. Beide legen langfristige Entwicklungsziele fest und wirken sich auf Infrastruktur und Lebensqualität aus.

Wer solche Verfahren bearbeitet, muss räumliche Gegebenheiten analysieren, Planentwürfe erstellen und Beteiligungen mit Bürgern, Behörden und Politik koordinieren. Dazu kommen die Prüfung von Bauanträgen, die Begleitung städtebaulicher Entwicklungsprojekte, öffentliche Auslegungen und die Beratung kommunaler Gremien. Verschiedene Interessen unter einen Hut zu bekommen, ist dabei eher Alltag als Ausnahme.

Zwischen Klimaschutz, Verkehr und Gewerbeflächen

Umwelt-, Verkehrs- und Sozialaspekte spielen in nachhaltigen Stadtentwicklungskonzepten eine wichtige Rolle. Ebenso können innovative Planungsinstrumente wie GIS-Systeme zum Einsatz kommen. Gefragt sind dabei Kenntnisse im Planungsrecht, Verständnis für städtebauliche Zusammenhänge und die Fähigkeit, unterschiedliche Interessen abzuwägen.

Der demografische Wandel, Klimaschutz und Digitalisierung machen die Bauleitplanung zu einem dynamischen und verantwortungsvollen Arbeitsfeld. Fachkräfte arbeiten interdisziplinär mit Fachbehörden, Architekten und Bürgern zusammen und müssen komplexe planerische Inhalte an unterschiedliche Zielgruppen vermitteln. Analytisches Denken, Verhandlungsgeschick, Organisationstalent, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft und Flexibilität gehören zum Handwerkszeug.

Typische Zugangsvoraussetzungen sind Studienabschlüsse in Stadt- und Regionalplanung, Geographie, Architektur oder Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Planung. Erfahrungen mit Planungsverfahren, Verwaltungsrecht und Projektmanagement sind von Vorteil. Auch Quereinsteiger mit einschlägiger Erfahrung und fachlicher Kompetenz können Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten erhalten.

Der weitere Weg kann von der operativen Planung über Fach- und Teamleitungen bis zu Leitungsfunktionen in kommunalen Planungsämtern oder Planungsverbänden führen. Kommunen ermöglichen fachliche Weiterbildungen und den Austausch im Planungsbereich. Die Arbeitsplätze gelten in der Regel als sicher und sozial abgesichert, mit tariflicher Vergütung und familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen.

Für Grabitz beginnt der neue Abschnitt voraussichtlich Anfang 2027. Dann geht es in Arnsberg um Flächennutzungspläne, Gewerbeflächen und viele weitere Entscheidungen, die im Stadtbild oft erst später sichtbar werden – wenn aus einer Planung irgendwann ein Weg, ein Gebäude oder ein ganz neues Stück Stadt entsteht.