Migration neu denken: Uni Osnabrück forscht über gesellschaftliche Entwicklungen!
Der neue Podcast „Production Site“ an der Universität Osnabrück widmet sich einem hochaktuellen Thema: der Migration. Dieser wird nicht als gegeben, sondern als aktiv gestalteter gesellschaftlicher Prozess betrachtet. Die Forschenden des Sonderforschungsbereichs (SFB) mit dem Titel „Produktion von Migration“ diskutieren hierbei mit internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die verschiedenen Aushandlungsprozesse und deren weitreichende Folgen. Professor Dr. Andreas Pott, Sprecher des SFB, hebt hervor, wie wichtig migrationsbezogene Bezeichnungen sind und welche Wirkmächtigkeit sie auf die Diskussion haben.
Die erste Staffel des Podcasts umfasst sechs Episoden sowie eine Bonus-Folge, die grundlegende Fragen zu Sonderforschungsbereichen und zur reflexiven Forschungsperspektive behandelt. Die Themen der Episoden reichen von den Zusammenhängen zwischen Migration und Stadtbild über klimawandelbedingte Mobilität bis hin zum Verhältnis von Migrationsforschung und Aktivismus. Ziel ist es, zentrale Fragen zu Migration kritisch zu beleuchten und Einblicke in die interdisziplinäre Forschung des SFB zu geben. Der Podcast ist auf gängigen Plattformen verfügbar, wobei die Gespräche überwiegend in Englisch und einige Folgen in Deutsch geführt werden. Der SFB 1604 gilt als der erste seiner Art in Deutschland und beschäftigt sich eingehend mit Figuren, Infrastrukturen und Räumen der Migration.
Forschungsinhalte und Projekte
Die Forschung im Rahmen des SFB ist umfangreich und vielschichtig. In einem weiteren Kontext beschäftigt sich das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung mit den Themen internationaler Migration, Binnenwanderung in Deutschland sowie der räumlichen Mobilität zwischen Bildungs-, Arbeits- und Wohnort. Hierbei analysiert die Forschungsdirektion um Dr. Andreas Ette und Prof. Dr. Heiko Rüger die Ursachen und Motive von Wanderungsbewegungen. Besondere Aufmerksamkeit wird auch den Auswirkungen auf Individuen, Familien und die regionale Bevölkerungsentwicklung geschenkt.
Aktuell laufen verschiedene Projekte, wie beispielsweise die Untersuchung der internationalen Migration und deren Einfluss auf die Bevölkerungs- und Sozialstruktur. Ein bedeutendes laufendes Projekt ist die erste repräsentative sozialwissenschaftliche Wiederholungsbefragung von ukrainischen Geflüchteten in Deutschland, wobei der Fokus auf Flucht- und Integrationskontexten liegt. Zudem wird in einer anderen Forschungsgruppe die räumliche Mobilität und Binnenwanderung analysiert. Hierbei wird untersucht, wie sich räumliche Mobilität auf die Lebensqualität von Auszubildenden und Studierenden auswirkt.
Relevanz der Forschung
Die Forschungsprojekte am SFB und die Aktivitäten des Bundesinstituts haben eine klare Mission: die Untersuchung der Ursachen und Auswirkungen von internationaler Migration auf individueller, räumlicher und gesellschaftlicher Ebene. Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen und der zunehmenden sozialen Ungleichheit ist die Analyse von Interkontinentalen Migrationsströmen und der Wegzug junger Menschen aus ländlichen Regionen von großer Bedeutung. Durch die kritische Auseinandersetzung mit diesen Themen gelingt es den Forschenden, wichtige Erkenntnisse zu gewinnen, die sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf politischer Ebene relevant sind.
Für Medienanfragen steht Vera Hanewinkel von der Universität Osnabrück, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), zur Verfügung und kann weitere Informationen zu den Forschungsaktivitäten und dem Podcast bereitstellen.
Weitere Informationen zu den Forschungsinhalten und -projekten finden Sie auch auf den Seiten des Sonderforschungsbereichs an der Universität Osnabrück sowie dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.
