Heute, am 4. November 2026, geht es für Unternehmen um mehr als Umsatz und Marktanteile: Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit hängen laut einer repräsentativen Befragung eng zusammen. Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle nachhaltig weiterentwickeln, schätzen sich selbst zugleich als widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger ein.

Die Bertelsmann Stiftung und die ESCP Business School haben dafür 501 Unternehmen befragt. Aus den Ergebnissen leitet die Studie eine „Dreifach-Dividende“ ab: Nachhaltige Weiterentwicklung kann demnach nicht nur ökologische Ziele unterstützen, sondern auch die Krisenfestigkeit und die Position im Wettbewerb stärken.

Viele Risiken, wenig Vorbereitung

Die Lage bleibt trotzdem angespannt. Deutsche Unternehmen sehen bei allen drei Faktoren noch erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten. Als besonders herausfordernde Rahmenbedingungen nennt die Untersuchung Energiepreis-Schocks, den Klimawandel und künstliche Intelligenz. Erfolgsfaktoren, die sich über viele Jahre bewährt haben, greifen unter diesen Bedingungen nicht mehr in gleicher Weise.

Wie dünn die Schutzschicht im Ernstfall sein kann, zeigt der Blick auf konkrete Krisen: Lieferengpässe, Personalausfälle, Cyberangriffe, Stromausfälle und Extremwetter bereiten vielen Unternehmen Sorgen. 50,5 Prozent bewerten ihre Vorbereitung auf verschiedene Krisen als eher schlecht oder sehr schlecht. Nur 18,8 Prozent halten sich für gut oder sehr gut gerüstet.

Das klingt ernüchternd – und die Corona-Pandemie hat die Vorbereitung offenbar kaum verändert. Zwar geben 54,8 Prozent der Unternehmen an, aus früheren Krisen gelernt zu haben. Feste Budgets für Pilotprojekte zur Krisenbewältigung, regelmäßige Simulationen oder Planspiele werden aber nur von einem kleinen Teil genutzt.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Wenn ein Viertel der Belegschaft fehlt

Niklas Happerschoß von der ESCP Business School in Berlin verweist auf eine Erfahrung, die während der Pandemie für viele Unternehmen Realität wurde: Der Ausfall eines Viertels der Belegschaft trat tatsächlich ein. Trotzdem fühlen sich 53,4 Prozent auf genau dieses Szenario schlecht oder sehr schlecht vorbereitet.

Beim Blick auf die eigene Wertschöpfungskette klingt der Ton zuversichtlicher. Viele Unternehmen sagen, dass sie die Widerstandsfähigkeit von Partnern und Kunden stärken – etwa durch Produkte und Dienstleistungen, Innovationen sowie direkte Kooperationen. Das ist der Teil, bei dem nicht nur Notfallordner und Planspiele zählen, sondern auch ganz praktische Zusammenarbeit.

Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie

Die Befragung wurde von der Bertelsmann Stiftung und der ESCP Business School durchgeführt und am 4. November 2026 von lifePR aus Gütersloh veröffentlicht. Die Ergebnisse zeichnen kein Bild von Unternehmen, die alles im Griff haben. Eher eines von Organisationen, die ihre Geschäftsmodelle unter Druck neu sortieren müssen – zwischen schwankenden Energiepreisen, Klimarisiken, technologischen Sprüngen und der ganz banalen Frage, wer morgen zur Arbeit kommen kann.

Der Gedanke hinter der „Dreifach-Dividende“ ist dabei durchaus handfest: Wer Nachhaltigkeit nicht als Zusatzaufgabe behandelt, sondern in die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells einbaut, verbindet sie mit Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. An der ESCP ist das kein fernes Planspiel. Die offenen Fragen liegen auf dem Tisch – und manche davon dürften ziemlich schnell wieder im Seminarraum, im Betrieb oder bei den nächsten Lieferverhandlungen landen.