Am 19. Mai 2026, in der Vorfreude auf den Internationalen Tag der Biodiversität am 22. Mai, startet die Philipps-Universität Marburg ein innovatives Citizen-Science-Projekt. Unter dem Namen LEPMON wird deutschlandweit die Vielfalt und Verbreitung von Nachtfaltern untersucht. Dies geschieht mithilfe automatisierter Kamerasysteme und künstlicher Intelligenz, um das Verständnis über diese oft übersehenen Insekten zu vertiefen. Nachtfalter spielen eine entscheidende Rolle in unseren Ökosystemen, indem sie als Bestäuber fungieren und eine wichtige Nahrungsquelle für viele Tiere, wie Vögel und Fledermäuse, darstellen, während sie gleichzeitig als Indikatoren für Umweltveränderungen gelten, wie uni-marburg.de berichtet.

In Deutschland kommen über 1.100 Arten nachtaktiver Großschmetterlinge und mehr als 2.500 Arten nachtaktiver Kleinschmetterlinge vor. Diese Arten sind jedoch zunehmend bedroht durch intensive Landwirtschaft, Flächenversiegelung, Lichtverschmutzung und den Verlust geeigneter Futterpflanzen. Das Projekt LEPMON zielt darauf ab, durch die Sammlung von Daten zu Nachtfalterpopulationen einen Beitrag zur nationalen Biodiversitätsstrategie zu leisten. Dies geschieht auch im Kontext der von der UN-Biodiversitätskonferenz in Montreal 2022 gesetzten Ziele, die bis 2030 darauf abzielen, 30% der Erde unter Schutz zu stellen und das Artensterben zu stoppen bpb.de.

Beteiligung der Bürger

Das Projekt LEPMON, das von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Philipps-Universität Marburg, dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und dem Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) umgesetzt wird, ermöglicht den Bürgern eine aktive Mitwirkung. Beteiligen kann man sich auf zwei Arten: durch die Installation eines ARNI-Kamerasystems am Wohn- oder Arbeitsort oder durch die digitale Bildauswertung über eine Online-Plattform. Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich, was die Teilnahme für eine breite Öffentlichkeit attraktiv macht uni-marburg.de.

Aktuell sind die Beteiligungsmöglichkeiten bereits gestartet. Interessierte können sich über die Website über die Bildannotation und die Anfrage eines ARNI-Kamerasystems informieren. Ziel ist es, ein umfassenderes Verständnis der Nachtfalterpopulationen in Deutschland zu erlangen. Besonders spannend ist die Entwicklung eines automatisierten Rekorders für nachtaktive Insekten, der durch den Einsatz von KI eine hohe Erkennungsrate von über 90% in der Artbestimmung der Bilder ermöglicht. Diese Technologie wird helfen, die Nachtfalterpopulationen effektiv zu überwachen und die Auswirkungen von Umweltveränderungen zu dokumentieren lepmon.de.

Forschungsziele und gesellschaftliche Relevanz

Das Forschungsprojekt, das eine Laufzeit von drei Jahren hat und mit rund 1,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird, hat noch weitere Ziele im Blick. Es soll dazu beitragen, die in den letzten Jahren besorgniserregend gesunkenen Insektenpopulationen zu dokumentieren. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde ein Rückgang der Schmetterlingshäufigkeit um 22% festgestellt. Dies macht die Notwendigkeit zuverlässiger Erfassungen umso deutlicher, die nur durch eine breite Beteiligung der Bevölkerung ermöglicht werden kann bpb.de.

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Durch Citizen Science wird die Öffentlichkeit nicht nur in die wissenschaftliche Forschung einbezogen, sondern auch das allgemeine Umweltbewusstsein gefördert. Die Daten, die solche Projekte generieren, sind für die institutionelle Forschung von großer Bedeutung, um die Qualität der Ergebnisse zu sichern und das Engagement der Teilnehmer zu stärken. Maßnahmen zur Einbindung der Bürger sind daher eine Schlüsselstrategie, um die Herausforderungen des Artensterbens und der Biodiversität langfristig zu adressieren und zu bewältigen uni-marburg.de.