Am 24. April 2026 haben Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) vielversprechende Fortschritte in der Forschung zur Entfernung von Glyphosat und seinem Abbauprodukt AMPA aus Wasser erzielt. Diese Chemikalien, die häufig in der Landwirtschaft eingesetzt werden, gelangen nach ihrem Gebrauch in Gärten und Feldern in den Wasserkreislauf. Glyphosat ist das weltweit meistverwendete Herbizid, jedoch ist sein Einsatz stark umstritten, da es potenzielle Gesundheitsrisiken birgt und mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt in Verbindung gebracht wird.

Bei der Untersuchung setzten die Forscher Nanofiltrationsmembranen ein, die mit nanometerkleinen Poren ausgestattet sind. Diese Technologien bieten eine geeignete Grundlage, um schädliche Substanzen effizient aus Wasser zu filtern. Die Filtrationseffizienz ist dabei entscheidend von Faktoren wie der Größe, der Ladung und der Hydration der Moleküle abhängig. Forscher stellten fest, dass eine stärkere Hydration die Durchdringung der Membran erschwert, während höhere pH-Werte überraschenderweise die Entfernung von Glyphosat und AMPA verbessern können.

Innovative Ansätze zur Wasserreinigung

Ein weiterer innovativer Ansatz zur Bekämpfung von Glyphosatverschmutzungen stammt von Wissenschaftlern der Technischen Universität Wien (TU Wien). Diese entwickelten einen neuen Filter auf Basis metallorganischer Gerüste (MOFs), die aufgrund ihrer hohen Porosität und ihrer Oberfläche von bis zu 7.000 Quadratmetern pro Gramm herausragende Eigenschaften aufweisen. Diese Filter können Glyphosat effizienter und schneller als herkömmliche Methoden entfernen.

Die Herausforderung bei der Anwendung von MOFs liegt in der Verstopfung ihrer engen Kanäle, die nur einen Nanometer dick sind. Dennoch zeigen jüngste Forschungen, dass durch kontrolliertes Verbrennen organischer Moleküle zusätzliche Mesoporen (ca. 10 Nanometer Durchmesser) hergestellt werden können, um die Filtrationsleistung zu erhöhen. Diese Weiterentwicklungen sind vielversprechend, insbesondere in Zusammenarbeit mit kanadischen Wissenschaftlern, die neue Bindepunkte in MOFs geschaffen haben, um die Effizienz der Filtersysteme weiter zu steigern.

Globale Dimensionen der Glyphosat-Problematik

Die Problematik von Glyphosat zieht worldwide Besorgnis auf sich. Studien zeigen, dass es in nahezu allen Fließgewässern und im Grundwasser nachweisbar ist. Glyphosat kann nicht nur missliche Entwicklungen bei Amphibien und Insekten hervorrufen, sondern wird auch mit schwerwiegenden Gefahren für die menschliche Gesundheit in Verbindung gebracht, wie beispielsweise in einer Untersuchung im Journal of the National Cancer Institute. Diese Besorgnisse haben dazu geführt, dass die Europäische Union kürzlich entschieden hat, die Verwendung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat um weitere zehn Jahre zu erlauben, was umstrittene Diskussionen über die Sicherheit und langfristigen Folgen dieser Chemikalie aufwirft.

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Die Forschungen des KIT stehen im Kontext eines breiteren weltweiten Anstrengungen, um Glyphosat in der Umwelt sicherer zu handhaben und die Wasserversorgung zu schützen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht und zeigt Potenziale auf, die durch die Verbesserung der Nanofiltrationstechnologie erreicht werden können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungen in der Wasserfiltration und die globale Forschung zur Auswirkungen von Glyphosat auf Mensch und Umwelt eine dringliche Notwendigkeit unterstreichen, innovative Lösungen für die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft zu finden.