Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat mit dem Projekt „Bio-O-Ton-2“ ein innovatives Vorhaben ins Leben gerufen, das auf den Schutz der Biodiversität abzielt. Durch die frühe Dokumentation von Veränderungen in natürlichen Lebensräumen sollen potenzielle Gefahren frühzeitig erkannt werden. KIT berichtet, dass hierfür Künstliche Intelligenz (KI) verwendet wird, um Tonaufnahmen von verschiedenen Ökosystemen zu analysieren.
Das Projekt setzt auf die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, die als Citizen Scientists beim Sammeln von Daten unterstützen. Diese Zusammenarbeit erweitert nicht nur die Datengrundlage, sondern fördert auch das Bewusstsein für naturschutzrelevante Themen. Dr. Susanne Benz, die Projektleiterin und Expertin am Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung (IPF) des KIT, betont die Wichtigkeit der frühzeitigen Identifikation von schützenswerten Lebensräumen.
Bürgerwissenschaft als Schlüssel
Im Rahmen des Projekts werden einminütige Klangaufnahmen angefertigt, die typische Geräusche spezifischer Orte festhalten, wie Tierlaute oder Windgeräusche. Dies geschieht mithilfe von modernen Smartphones, mit denen Bürger Naturklänge aus ihrer Umgebung aufzeichnen können. Um die Genauigkeit der KI-Analysen zu gewährleisten, ist es wichtig, die Aufnahmen ausschließlich von bereits kartierten, besonders wertvollen Flächen zu machen.
Die Datenbasis von „Bio-O-Ton-2“ besteht aus einer Kombination von Tonaufnahmen sowie Satelliten- und Wetterinformationen. Diese umfassende Datensammlung hat das Ziel, ein effektives Verfahren für das Monitoring von Lebensräumen zu entwickeln, das in der behördlichen Praxis Anwendung finden kann. Zudem wird eine begleitende Akzeptanzstudie vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) durchgeführt, um die gesellschaftliche Akzeptanz und die praktischen Anwendbarkeit des Projekts zu evaluieren.
Förderung und Ziele
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 833.000 Euro gefördert. Seit Januar 2025 befindet sich „Bio-O-Ton-2“ in der zweiten Phase, die auf drei Jahre angelegt ist. Fachbehörden und Naturschutzverbände sind in die Entwicklung eines Klassifikationssystems für Flächenbewertungen eingebunden, um eine umfassende Grundlage für die folgenden Analysen zu schaffen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Bio-O-Ton-2“ eine vielversprechende Initiative ist, die moderne Technologie mit bürgerschaftlichem Engagement verbindet. Die Erfassung und Analyse von Naturklängen durch KI kann dazu beitragen, Biodiversität effektiver zu schützen und wertvolle Lebensräume nachhaltig zu bewahren.