Für viele Menschen in Brandenburg an der Havel könnte der Weg zum Universitätsklinikum bald deutlich einfacher werden. Ab dem 13. Dezember 2026 gilt bei den Verkehrsbetrieben Brandenburg an der Havel (VBBr) ein neuer Fahrplan. Darin vorgesehen ist die Buslinie „U“, die wochentags Patienten, Besucher und Beschäftigte ohne langen Fußweg bis zum Klinikum bringen soll.

Vorgestellt wurde das Vorhaben erstmals offiziell am 29. Oktober. Dabei waren VBBr-Geschäftsführer Jörg Vogler, die Behindertenbeauftragte Katrin Tietz, Sybille Kluge vom Behindertenbeirat und Oberbürgermeister Daniel Keip. Zu morgendlichen und späten Schichtwechseln soll die Linie außerdem bis zum Hauptbahnhof fahren. Für Klinikbeschäftigte dürfte das vor allem dann zählen, wenn der Tag beginnt oder endet, während die Stadt noch ziemlich verschlafen wirkt.

Vom Fontaneviertel direkt vor den Klinikeingang

Die Linie „U“ ist als Verlängerung der bestehenden Linie 2 ab der Haltestelle Fontanestraße geplant. Von dort geht es über die Sprengelstraße und die Robert-Koch-Straße in die Straße Am Marienberg, weiter über die Bergstraße zum Nicolaiplatz. Auf der Rückfahrt nimmt der Bus die Hochstraße und hält direkt vor dem Universitätsklinikum. Anschließend führt die Strecke über Robert-Koch- und Sprengelstraße zurück zur Fontanestraße, wo die Fahrt als Linie 2 weitergeht.

Fünf neue Haltestellen sollen dafür entstehen: zwei an der Konrad-Sprengel-Schule, eine auf Höhe des Parkhauses am Marienbad und zwei am Universitätsklinikum. Eine Haltestelle am Parkhaus gibt es bereits. Der Halt am Klinikum liegt direkt vor dem Haupteingang in der Hochstraße. Wegen der Einbahnstraßenregelung hält der Bus in Gegenrichtung an der Kreuzung Robert-Koch-Straße/Hochstraße.

Ganz ohne Veränderungen am Straßenrand geht es nicht. Für die neuen Haltestellen sollen einzelne Parkplätze wegfallen, möglichst wenige. An der Einmündung der Robert-Koch-Straße ist ein Haltestellenkap aus Beton vorgesehen. Vor und hinter dem Halt soll weiterhin geparkt werden können; der Bus muss dort nicht einschwenken. Das klingt nach einem kleinen Detail, entscheidet im Alltag aber darüber, ob ein Bus sauber an den Bordstein kommt oder sich im engen Straßenraum jedes Mal durchfädeln muss.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Erst Ausschüsse, dann der Antrag

Die Linie ist Bestandteil des VBBr-Wirtschaftsplans 2027. Im November beraten drei Ausschüsse über den Wirtschaftsplan. Danach entscheiden die Gesellschafterversammlungen der Technischen Werke Brandenburg an der Havel und der VBBr. Stimmen sie zu, reicht die Stadtverwaltung den vorbereiteten Linienantrag beim Landesamt ein.

Für die Anbindung des Klinikums werden 2027 voraussichtlich rund 400.000 Euro veranschlagt. Darin enthalten sind Personal, Fahrzeuge, Diesel, Reinigung und Instandhaltung. Montags bis freitags sind 16 Fahrten pro Tag geplant. Zum Start sollen zwei vorhandene VBBr-Busse reaktiviert und drei neue Busfahrer beschäftigt werden. Ab 2028 soll die Linie mit neu beschafften Bussen betrieben werden.

Teurer wird der Betrieb dann voraussichtlich ebenfalls: Durch Abschreibungen und Zinsen sollen die Kosten ab 2028 auf etwa 440.000 Euro steigen. Für die Folgejahre sind weitere Kostensteigerungen vorgesehen. Die VBBr rechnet nicht nur mit Fahrgästen zum Klinikum, sondern auch mit Schülerverkehr zur Sprengelschule sowie zusätzlichen Fahrgästen zum Marienbad.

Die Nachfrage entscheidet mit

Wie jede andere Linie soll auch die „U“ überprüft werden, falls sie nicht ausreichend genutzt wird. Das ist der nüchterne Teil hinter der neuen Verbindung: Ein Bus fährt nicht allein deshalb dauerhaft, weil sein Ziel wichtig ist. Er braucht Fahrgäste, und zwar nicht nur in den ersten Wochen, wenn viele neugierig sind.

Für den Alltag rund um das Klinikum bringt die geplante Haltestelle trotzdem eine konkrete Erleichterung. Wer mit Gepäck, Gehhilfe oder nach einer langen Schicht unterwegs ist, muss künftig nicht erst einen weiteren Fußweg einplanen. Und Schüler, Marienbad-Besucher, Patienten, Angehörige und Beschäftigte teilen sich dieselbe Linie – ein ziemlich gemischtes Publikum für einen Bus, der ab dem 13. Dezember 2026 durch Brandenburg an der Havel rollen soll.