Die Entwicklung mentaler Gesundheit am Arbeitsplatz gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dies unterstreicht die neu gegründete Nachwuchsforschungsgruppe „More – Motiviert und resilient in der Arbeitswelt durch Berufsbildung“ an der Leuphana Universität. Laut Leuphana spielt neben der Förderung von Schlaf und Bewegung auch das frühe Erkennen psychischer Belastungen eine entscheidende Rolle für die mentale Gesundheit. Der Projektleiter, Professor Harald Hantke, hebt hervor, dass gesundheitsbezogene Gestaltungskompetenzen benötigt werden, um das Verhalten zu reflektieren und positive Veränderungen herbeizuführen.

Das Projekt richtet sich insbesondere an Auszubildende, die oftmals nur begrenzten Zugang zu resilienzfördernden Angeboten haben. Dies ist besonders relevant in Anbetracht der Herausforderungen, die junge Menschen im modernen Arbeitsleben erwarten. Die Gruppe wird interdisziplinär am UNESCO-Lehrstuhl „Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung“ angesiedelt und umfasst Fakultäten für Bildung, Nachhaltigkeit sowie Management und Technologie.

Interdisziplinäre Ansätze und UN-Ziele

Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Adressierung verschiedener UN-Nachhaltigkeitsziele, darunter Gesundheit und Wohlergehen, menschenwürdige Arbeit sowie hochwertige Bildung. Um diese Ziele zu erreichen, wird ein didaktischer Ansatz namens „didaktischer Doppeldecker“ verwendet, um die Gesundheitskompetenzen zu fördern. Die zukünftigen Berufsschullehrkräfte werden als Multiplikatoren in der Ausbildung geschult, um Präventionsmaßnahmen in den Lehrplan zu integrieren.

Das Team plant, Methoden zu entwickeln, die in der Lehrkräftebildung und in Berufsschulen erprobt und evaluiert werden. Dabei soll eine Lücke in der Umsetzung der gesundheitsfördernden Maßnahmen geschlossen werden. Unterstützt wird das Vorhaben durch die Kooperationspartner Niedersächsisches Kultusministerium und das Bundesinstitut für Berufsbildung. Das Förderprogramm „Forschung zur Gesundheit in der Arbeitswelt“ stellt zudem die nötigen Ressourcen bereit, um die Forschungsgruppe zu stärken.

Gesundheitskompetenz in Deutschland

Die Bedeutung von Gesundheitskompetenz wird auch durch eine Folgestudie des Bundesgesundheitsministeriums hervorgehoben. Diese Studie zeigt, dass fast 60 Prozent der Befragten ihre Gesundheitskompetenz als eingeschränkt oder unzureichend wahrnehmen. Ein Grund hierfür ist die Vielzahl an Gesundheitsinformationen, die oft widersprüchlich sind und zu Verwirrung führen können.

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Diese Problematik wird auch durch die Zunahme von Falsch- und Fehlinformationen verstärkt. Um dem entgegenzuwirken, startete das BMG im September 2020 das „Nationale Gesundheitsportal“, um verständliche und wissenschaftlich fundierte Informationen bereitzustellen.

Der Weg zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz

Wie das Robert Koch-Institut erklärt, umfasst Gesundheitskompetenz nicht nur die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden und zu verstehen, sondern auch das Wissen und die Motivation, gesunde Entscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen sind entscheidend, um die Lebensqualität im Laufe des Lebens aufrechtzuerhalten oder zu verbessern.

Die interdisziplinäre Nachwuchsforschungsgruppe wird im Juni 2026 ihre Arbeit aufnehmen. Ihr Fokus liegt auf der präventiven Gestaltung von Erwerbsverläufen und der Berücksichtigung von Vulnerabilitäten in der Gesellschaft. Damit wird ein Beitrag geleistet, den Herausforderungen einer zunehmend komplexen Gesundheitslandschaft zu begegnen.